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Samstag, 21. August 2010

Bremen schaltet "mal richtig ab"

Am 21. August schalteten Anti-Atom-Aktive in Bremen "mal richtig ab" - auf Liegestühlen, Badematten und unter Sonnenschirmen. Die Aktion war Teil eines bundesweiten Aktionstages: in über 40 Wahlkreisen demonstrierten Bürger/innen gegen längere AKW-Laufzeiten und forderten ihre Abgeordneten von Union und FDP auf, sich auf Bundesebene gegen längere Laufzeiten zu stellen.

Aktionsbericht und Bilder von den Organisator/innen

Atom-Alarm in Bremen

Eine Frau liegt im Liegestuhl und sonnt sich. Sie lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen und schaltet einfach mal ab vom Alltag. Dabei bleibt sie scheinbar unberührt von den verwunderten Blicken der Passanten, die sich fragen, warum sie sich ausgerechnet den eher ungemütlichen und grauen Hanseatenhof zum Entspannen ausgesucht hat. Nach und nach klärt sich die Situation aber auf, als sich immer mehr Menschen mit Sonnenhüten und Strandmatten auf dem Platz einfinden. Passanten merken: Hier passiert gleich was.

So begann die „Abschalten“-Aktion in Bremen. Knapp 200 Menschen saßen friedlich auf ihren Handtüchern und schalteten ab, während neben ihnen eine Gruppe von Aktivisten mit Trommeln und Pauken gegen den Castor lärmte. Das Bild wurde von leuchtend gelben Plakaten bestimmt: „Einfach mal abschalten“ forderten sie.

Zwischendurch hielten Organisator Björn Meyer und Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz Ansprachen, in denen Sie auf die Gefahr von Atomkraftwerken hinwiesen und klarstellten, dass Atomenergie die erneuerbaren Energien blockiert und eben nicht die von der Schwarz-Gelben Regierung schöngeredete Brückentechnologie sei. Die Menge begleitete sie mit zustimmendem Pfeifen und Applaus, als die beiden sich direkt an die – nicht anwesenden – Bremer Abgeordneten Bernd Neumann (CDU) und Torsten Staffeldt (FDP) wandten und forderten, dass diese im Bundestag gegen längere Laufzeiten stimmen sollten.

Atom-Alarm in Bremen

Genau diese Forderung untermalten die Anwesenden durch ihre „Abschalten“-Plakate: Auf ein Signal hin stand die Menge auf und entfaltete die Plakate, auf denen Neumann und Staffeldt angesprochen wurden: „Atomkraft abschalten“. Ein allgemeines „Abschalten! Abschalten!“ schallte über den Platz und brachte viele Passanten dazu, in ihrer Shoppingtour inne zu halten und sich genauer zu informieren.

Die Campact-Aktiven machten eifrig Werbung für die große Anti-Atomkraft-Demo am 18. September in Berlin und kündigten außerdem die am nächsten Donnerstag stattfindende Aktion beim AKW Lingen an, das Merkel im Rahmen ihrer Energiereise besuchen wird. Für beide Aktionen konnten sich die Atomkraft-Gegner für Busplätze anmelden, was auch rege genutzt wurde.

Bei der bunten Truppe waren Vertreter von IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges), Robin Wood, den Grünen und den Linken anwesend. Alle Generationen schalteten gemeinsam ab, manche Familien nutzten die Gelegenheit für ein kleines Picknick. Insgesamt war die Aktion – natürlich auch dank des fantastischen Wetters – ein voller Erfolg und ein weiteres wirksames Zeichen gegen die Atomkraft.

Text: Friederike Hunke

Atom-Alarm in Bremen

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