Nimm mit 606.594 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Braunschweig am Samstag, acht Tage vor der Wahl. „Es gibt viele politische ‚Baustellen’ in der Stadt“, erklärt uns Peter Rosenbaum von der Bürger Initiative Braunschweig (BIBS) und sie wären durch vielfältige Aktionen dabei, die Bürgerinnen und Bürger endlich zu politisieren. Über die ca. 50 Rückmeldungen, die im Vorfeld zum Flashmob eingetrudelt sind, ist er zufrieden. Und so können wir um kurz vor zehn noch in Ruhe ein wenig über die Braunschweiger Situation klönen. Plötzlich werden es jedoch immer mehr Menschen, die mit einem Lächeln auf den Ringerbrunnen zulaufen. Und um kurz vor elf Uhr – Frau Merkel soll gleich eintreffen – haben sich weit über 100 Aktive mit dem Anti-Atom-Plakaten in Richtung Veranstaltungsort auf den Weg gemacht.
Der Burgplatz ist von historischen Gebäuden malerisch umringt und heute zusätzlich von zahlreichen Sicherheitskräften, die an zwei Eingangsschleußen alle Taschen inspizieren. Sie suchen jedoch nur nach Waffen o.ä. und nicht nach unserem Plakaten. Über den Platz schallt Musik, intoniert von einer Liveband names „Undercover“. Wirklich passend für eine CDU-Vorsitzende, die die skandalösen Vorgänge in Asse schon als damalige Umweltministerin lieber geheim halten wollte und auch jetzt im Wahlkampf das Thema Atomkraft möglichst vermeidet.
Bevor die Kanzlerin eintrifft, verharren wir gut verteilt in der Menge und üben Langmut beim Anhören der üblichen Reden und Floskeln, die von einem Interviewer und mehreren CDU-Politikern zum Besten gegeben werden. Als Frau Merkel dann endlich eingetroffen ist und auf der Bühne interviewt wird, beweisen wir tapfer noch etwas Geduld. Bis zu ihrer Rede wollen wir dann jedoch nicht noch warten und nehmen das Thema Elektroauto als Stichwort. Denn näher an das Thema Atomkraft wird sich Frau Merkel heute nicht mehr wagen. Über 100 Plakate werden innerhalb weniger Sekunden überall auf dem gut besuchten Platz in die Höhe gestreckt. Das junge CDU-Team09 ist heute jedoch ein wenig vorbereitet. Sie haben wohl von ihrer Familienministerin brav gelernt, dass es einfacher ist, etwas zu verdecken, als sich um die Lösung von schwerwiegenden Problemen zu kümmern. So rennen sie hektisch durch die Menge, um mit orangefarbenen „Angie“-Schildern unsere Plakate zu überdecken. Wieso sie das schon bei der ersten Stufe, den Sprüchen wie „Schwarzgelb – Jawoll“ machen, bleibt uns dabei ein Rätsel. Aber auch bei der zweiten Stufe, unseren vier prägnanten Anti-Atom-Motiven ist ihre Mühe vergeblich. Sie sind einfach viel zu wenige. So bekommen die Fotografen und Fernsehkameras, die sich von der Bühne nach hinten gewendet haben überall auf den Platz die Botschaft gegen Atomkraft in die Linse.
Frau Merkel verzieht leicht die Miene, aber ansonsten spult sie stur ihr Programm ab, mitten in Braunschweig, das durch Asse, Morsleben und Schacht Konrad nah an den argumentativen GAUs der Atomindustrie liegt. Sie wird bei ihrer anschließenden Rede nicht mit einem Wort auf dieses Problematik eingehen, wie wir später durch eine dpa-Meldung erfahren. Denn die Ansprache der Kanzlerin tun wir uns nicht noch an. Nach einer erfolgreichen Aktion verlassen wir die Veranstaltung Richtung Ringerbrunnen und einige Aktivisten halten dabei triumphierend das Plakat in die Höhe. Ein paar Meter weiter ergibt sich so noch die Gelegenheit für einen spontanen ‚Sitzmob’, der auch eifrig fotografiert wird. Zurück am Treffpunkt ist die Stimmung rund herum gut und wir spenden uns selbst kräftig Beifall für den guten Ablauf.
Einen besonderen Applaus bekam auch die BIBS, die vor Ort mobilisiert hat. Und auch an dieser Stelle sei ihr und Peter Rosenbaum noch einmal herzlich gedankt. Wer sich in Braunschweig politisch engagieren möchte, finden bei der Initiative eine richtige Anlaufstation.
Eine wichtige Aktion, zu der die BIBS zur Zeit mit aufruft ist folgende Petition;
http://www.ipetitions.com/petition/60000-Baeume/
Wenn Ihr gegen die Fällung von 60.000 Bäumen für eine völlig unnötige Verlängerung der Startbahn am Flughafen Braunschweig-WOB seid, unterzeichnet bitte gleich diese Petition.
Medienberichte zur Aktion: