Nimm mit 606.594 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Montag, 18.15 Uhr in Mainz am Gutenbergdenkmal, dem zur Zeit wegen Restaurationsarbeiten leider die Statue des Namensgebers fehlt. Pünktlich kommt ein Fahrradkurier zu dem vereinbarten Treffpunkt geradelt und bringt ein Paket zu den wartenden Aktiven. Leider war die Campact-Aktive krank geworden, bei der die Plakate standen und so nutzen wir diesen umweltfreundlichen Lieferservice, um das Aktionsmaterial rechtzeitig vor Ort zu haben. Interesse an der Aktion hatten ca. 70 Personen per eMail angekündigt. So trudeln immer mehr von ihnen ein und nehmen sich ihre Plakate sowie Zettel mit letzten Hinweisen zur Aktion. Doch die erwartete Zahl wird dann schnell überschritten. Leute von anderen Organisationen wie Attac oder Greenpeace hatten den Aufruf auch noch weiter geschickt und einige haben sich wohl vor Ort spontan entschieden, mitzumachen. So sind es letztendlich über 120 Menschen, die sich in kleinen Grüppchen aufmachen, um sich auf dem Marktplatz unter die Besucher der CDU-Veranstaltung zu mischen. Hier läuft schon das Programm mit einigen Reden und Interviews. Immer wieder werden die Wortbeiträge durch Musik von einer Liveband unterbrochen, was für kritische Ohren jedes Mal eine angenehme Pause von den Phrasen und Lobhudeleien auf die CDU-Vorsitzende ist. Frau Merkel trifft dann nach einiger Zeit auch mit großem Tamtam ein und wird von ihren zahlreichen Anhängern bejubelt.
Passend zu dem Inhalt vermeidenden Wahlkampf menschelt es dann erst einmal auf der Bühne in einem Pseudo-Interview. Es ist doch rührend, zu erfahren, dass die Kanzlerin keine Zeit zum Einkaufen hat. Ihr lieber Mann übernimmt das und kochen kann der auch. Die CDU-Anhänger klatschen begeistert. Für die Aktiven ist das das Startzeichen. Wie um in den Applaus einzustimmen, werden die zahlreichen Plakate mit „Schwarzgelb – Jawoll!“ in die Luft gehalten. Manche der Parteianhänger sind erfreut, manche verwirrt. Als nach ca. einer Minute die Plakate vollständig aufgeklappt werden, ist jedoch auch ihnen klar, woher der Wind weht. Vier verschiedene Anti-Atom-Motive machen klar, dass wir Stellung beziehen gegen die Pläne der CDU, den Atomausstieg nach der Wahl zu kippen. Die Partei probiert, dieses Thema im Wahlkampf geheim zu halten. Genau so, wie Angela Merkel in ihren Zeiten als Umweltministerin z.B. die skandalösen Vorgänge bei der Endlagerfrage schön unter dem Teppich gekehrt hat. Doch wir zeigen Publikum und Medien in Mainz, dass die Kanzlerin mit ihrem Vermeidungswahlkampf nicht ohne Gegenwind durch kommt.
Nach der gelungenen Aktion klappen die Aktiven die Plakate wieder zusammen und verlassen Marktplatz und CDU. Beim anschließenden Treffen am Gutenbergdenkmal ist die Stimmung, ob der gelungenen Aktion gut. Nur der Zeitpunkt wird noch kritisch diskutiert. Der Start bei dem Pseudo-Interview war evt. ein wenig früh und man hätte die eigentliche Rede abwarten sollen, als besseren Rahmen für den Flashmob. Allerdings haben wir später erfahren, dass die Rede von Frau Merkel erst gegen 20 Uhr anfing. Da war es mittlerweile schon recht dunkel und man hätte die Plakate nicht mehr so gut erkennen können. Daher war der frühe Start im Nachhinein vielleicht doch OK.
Nachtrag: Wie in Hamburg fand bei der Veranstaltung auch noch ein „Yeahh“-Flashmob statt, bei dem viele Leute laut „Yeahh“ oder andere Worte riefen. Mit unserer Aktion hatte das allerdings nichts zu tun, anders als einige Medien nachher vermuten.