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Erfolgreicher 2. Flashmob
am 17. September in Osnabrück

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Mit gemischten Gefühlen warten wir um 15 Uhr vor dem Dom in Osnabrück – hoffentlich kommen wie in Bremen genügend Menschen für einen ausdrucksstarken Flashmob zusammen. Schon kurze Zeit später sind wir unsere Sorge los – um halb vier haben sich bereits mehr als 40 Aktive die Plakate abgeholt und sich über den Ablaufplan informiert. Dass wir von einigen staatlichen Ordnungshütern beobachtet werden, stört uns nicht weiter, lässt allerdings darauf schließen, dass die Verantwortlichen ebenso wie schon Herr Westerwelle in Bremen über unseren Auftritt informiert sind.

Um 16 Uhr stehen über 50 Leute mit unserem Plakat in der Tasche verteilt auf dem gut gefüllten Marktplatz und lauschen den Tönen einer Osnabrücker Schulkapelle. In der Begrüßung werden wir diesmal nicht explizit erwähnt, was uns etwas verwundert: sollte Minister zu Guttenberg etwa nicht auf uns vorbereitet sein? Nach Worten des Vorsitzenden der Osnabrücker CDU und des niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff beginnt Wirtschaftsminister zu Guttenberg seine Rede.

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Im abgesperrten Bereich vor der Bühne sind einige CDU-Wahlplakate zu sehen, um den Platz herum haben sich lokale Landwirte mit selbstgemachten Bannern verteilt. Im Gegensatz zu unserer Aktion in Bremen verstreicht das erste Klatschen folgenlos. Doch bereits wenige Sekunden später werden überall auf dem Platz eifrig ‚Schwarzgelb-JAWOLL’-Plakate in die Höhe gehalten, begleitet vom Klatschen und Jubel der scheinbaren CDU-Anhänger. Zu Guttenberg stockt ein wenig, erwähnt die Plakate aber zunächst nicht in seiner Rede. Allerdings führt unser Auftritt zu einiger Unruhe unter den Besuchern und auch zu Guttenberg scheint beeindruckt. Unübersehbar entfalten alle Aktiven ihre Jubel-Plakate und es erscheinen unsere Anti-Atom Slogans ‚Schwarzgelb verstrahlt’, ‚Schwarzgelb – Atomalarm’, Schwarzgelb – Atomprofit’ sowie ‚Schwarzgelb – Atomtod’. Nun kommt auch zu Guttenberg nicht mehr umher, das Geschehen auf dem Platz vor ihm zu kommentieren. Er freue sich, dass einige Anwesende das wichtige Thema Energie aufgreifen und bietet an, dass man sich nach der Veranstaltung ja noch zusammensetzen und das Thema diskutieren könne. Zudem verweist er – wie auch schon Westerwelle – auf die Wichtigkeit, andere Meinungen zuzulassen.

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Seine persönliche Meinung zum Thema Atomkraft verrät er uns und den übrigen Anwesenden leider trotz unserer Aktion nicht. Ebenso wenig geht er weiter auf das Thema Energie ein, mal abgesehen von einer löblichen Erwähnung Sigmar Gabriels in Bezug auf Elektroautos wird gar der gesamte Themenbereich Umwelt ausgespart. Zu sehr ist der Wirtschaftsminister bemüht, seine Leistung bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise herauszustellen. Nach Ende der Veranstaltung schreibt zu Guttenberg noch fleißig Autogramme für die treuen Parteianhänger vor der Bühne. Wir mischen uns unter die lokale Parteiprominenz und überreichen Herrn zu Guttenberg mit dem Hinweis auf sein Gesprächsangebot eines unserer Plakate und eine Visitenkarte. Er sagt, er sei bis zur kommenden Woche sehr beschäftigt und es würde sicher eng werden mit dem versprochenen Gespräch. Wir sichern ihm bis zum 27. September unser vollstes Verständnis zu und wünschen persönlich alles Gute.

Medienberichte zur Aktion:

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