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PRESSEMITTEILUNG
Über 100 rückgesandte Ballonkarten belegen: Radioaktive Wolke wäre bis nach Berlin geflogen / Internet-Karte zeigt Flugroute von 12.000 am AKW Biblis gestarteten Ballons/ „Das AKW Biblis ist sogar für die Berliner ein tödlicher Nachbar“
Berlin, 02.07.2010. Die von Atomkraftgegnern vor drei Wochen an den beiden Atomreaktoren im hessischen Biblis gestarteten 12.000 Luftballons flogen bis nach Berlin-Marzahn. Mit einem Massenstart von Ballons direkt vor den Atommeilern wollte das Kampagnennetzwerk Campact zeigen, wohin es eine radioaktive Wolke wehen würde, wenn es in Biblis zu einem Reaktorunfall oder Terroranschlag käme. An den Ballons waren Postkarten befestigt, die über 100 Finder an Campact zurücksandten. Campact präsentiert die Flugroute der Ballons auf einer Internetkarte: http://www.campact.de/atom2/ballonaktion/fundorte
Der Südwestwind trug die Ballons am 12. Juni von Biblis über Darmstadt, Frankfurt, Aschaffenburg, Erfurt, Leipzig bis nach Brandenburg. Einer der mit einem Radioaktivitätszeichen gekennzeichneten Ballons ging im Berliner Stadtteil Marzahn nieder.
„Die Ausbreitung der „radioaktiven Wolke“ zeigt: Die Schrottreaktoren in Biblis sind nicht nur für das Rhein-Main-Gebiet, sondern auch für die Menschen in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und sogar Berlin tödliche Nachbarn. Längere Laufzeiten für die alternden Atomkraftwerke sind deshalb nicht zu verantworten“, sagte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. „Käme es wirklich in Biblis zu einem Unfall, würden die radioaktiven Teilchen noch wesentlich höher in die Atmosphäre aufsteigen und sich viel weiter ausbreiten als unsere Ballons. Das hat Tschernobyl gezeigt, als sich der radioaktive Fallout über tausende von Kilometern verbreitete.“
Die beiden Atomkraftwerke in Biblis müssten nach dem Atomkonsens eigentlich demnächst stillgelegt werden. Doch der Betreiber RWE hofft auf eine Laufzeitverlängerung durch die schwarz-gelbe Bundesregierung. „Die beiden Reaktorblöcke in Biblis weisen zahlreiche Sicherheitsmängel auf: Sie sind nicht ausreichend gegen Flugzeugabstürze gesichert, außerdem fehlt in Biblis A eine verbunkerte Notwarte, von der das Kraftwerk im Falle eines Super-GAUs noch gesteuert werden könnte“, sagte Bautz.
Am 26. Juni startete Campact weitere 13.000 Luftballons vor dem Vattenfall-Atommeiler in Krümmel bei Hamburg. Aufgrund der Windverhältnisse an diesem Tag flogen die Ballons ins südöstlich gelegene Wendland.
Pressekontakt:
Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, mobil 0163 59 575 93
Yves Venedey, Campact-Pressesprecher, mobil 0151 268 468