Nimm mit 248.046 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.

Gemeinsame Pressemitteilung von Campact, BDM, AbL, Oxfam, Germanwatch und FIAN

Protest mit Strohpuppen:

Frau Aigner: Stoppen Sie das Milchdumping!

Bad Tölz, 2. September 2009. Seit Montag fordern meterhohe Strohpuppen an den wichtigsten Autobahnen und Bundesstraßen in den Landkreisen Starnberg, Bad Tölz und Miesbach, dem Bundestagswahlkreis der Abgeordneten und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, eine Wende in der EU-Milchpolitik.„Frau Aigner, stoppen Sie das Milchdumping!“ steht auf riesigen Transparenten. Heute protestierten zwei Strohpuppen auch in der Innenstadt von Bad Tölz.

Die Aktion wird organisiert vom Online-Bürgernetzwerk Campact, dem Bun­desverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), der Arbeitsgemeinschaft bäu­erliche Landwirtschaft (AbL) und den Entwicklungsorganisationen Oxfam, Germanwatch und FIAN. Mit der Aktion fordern sie von Landwirtschafts­mi­nisterin Aigner, sich beim EU-Milchgipfel am kommenden Montag für einen sofortigen Stopp der Exportsubventionen und für faire Milchpreise durch eine Begrenzung der Milchmenge einzusetzen.

„Wir brauchen eine Notbremse in der EU-Agrarpolitik. Anstatt die existen­ziel­len Probleme der Milchbauern zu lösen, liefern sich die europäischen Land­wirtschaftsminister mit den Exportsubventionen einen Preiswettkampf um Weltmarktanteile“, so Günter Metzges von Campact. Das steuerfinanzierte Preis-Dumping gehe zu Lasten der Steuerzahler und der Milchbauern weltweit. „Die Exportsubventionen gefährden die Existenzen von Milchbauern in armen Ländern wie Bangladesch oder Kamerun und führen dort zu Hunger und Ar­mut. Sie müssen sofort gestoppt werden.“, so Metzges.

„Tausende Milchbauern stehen kurz vor dem Aus oder haben schon aufge­ge­ben“, so Johann Falter vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter. Dabei gäbe es – wenn politisch gewollt – eine plausible Lösung: „Wenn wir die Milchmenge an die europäische Nachfrage anpassen, steigt der Preis und wir kommen zurück zu fairen Preisen. Wir erwarten von Ministerin Aigner, dass sie sich beim europäischen Milchgipfel kommende Woche endlich klar für eine Wende in der EU-Agrarpolitik einsetzt. Wir verlangen eine Begrenzung der Milchmenge und einen Stopp der Exportsubventionen. Wir Bauern wollen gute Milch unter hohen Umwelt- und Qualitätsstandards zu fairen Preisen erzeugen und nicht mit unfairem Preisdumping um Weltmarktanteile kämpfen.“, so Falter.

Pressemitteilung als pdf zum Download.

Für weitere Infos wenden Sie sich bitte an:

  • Günter Metzges, Campact, 0177-7958736, metzges@campact.de
  • Johann Falter, BDM, tel. 0 80 27 . 360