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auf aktuelle politische Entscheidungen.
Oberhausen, 29. Juni - 19:01 Uhr
Der bisher durchwachsenste Halt auf der Nord-Tour: Einerseits wieder einmal sehr hohe Luftfeuchte und Absagen der Abgeordneten von CDU (Marie-Luise Dött) und SPD (Wolfgang Grotthaus). Dazu ein Platz in der Fußgängerzone, an dem die Menschen nicht recht stehenbleiben mögen.
Andererseits zahlreiche HelferInnen aus Oberhausen und Essen, sowie eine gut aufgelegte Bärbel Höhn (stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen), die uns in unserer Meinung zum Gentechnik-Gesetz bestärkt. Einer Gruppe Kinder macht es riesigen Spaß, unsere Postkarten und Faltblätter zu verteilen, nachdem sie sich bei uns abgeguckt haben, wie das geht. Am Schluss sind sie sich dann plötzlich einig, dass sie jetzt mindestens zwei Sojakakaos und drei Luftballons pro Person verdient haben. Damit können wir natürlich gerne dienen.
Bärbel Höhn machte im Interview sehr deutlich, was sie von den Plänen der Bundesregierung hält nichts. Sie gefährden die gentechnikfreie Landwirtschaft. Ihr SPD-Kollege Wolfgang Grotthaus hatte zum angefragten Termin leider keine Zeit. Aber auch seine Stellungnahme zu den von uns identifizierten Schwachstellen ist eindeutig: er unterstützt unsere Forderungen in allen Punkten. Nach einer vollkommen nichts sagenden Antwort hat Marie-Luise Dött kurz vor der Aktion in Oberhausen doch noch reagiert. Allerdings kann die neue Antwort inhaltlich nicht befriedigen. Frau Dött sieht sich danach nicht in der Lage, für eine Haftung von Gentechnikbauern unter einem Schwellenwert von 0,9% einzutreten. Sie tritt damit nicht für den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft ein.
Kleve, 29. Juni - 13:12 Uhr
Liebe Südtour,
kennt Ihr das: Ihr kommt morgens unausgeschlafen im Regen in einer ausgestorbenen Fußgängerzone an und sollt an einem abgelegenen Platz Euren Infostand aufbauen? Noch dazu glauben alle eingeladenen Abgeordneten, sich der Diskussion mit Euch nicht stellen zu müssen (eine Meinung, die schon manch eine/r im Nachhinein revidiert hat). Ihr fangt an zu überlegen, ob das Schicksal Euch vielleicht nahelegen will, einfach wieder ins Bett zu gehen.
Dann kündigt sich plötzlich das Fernsehen an, woraufhin die Wolkendecke aufreißt und sich ein Strom gutgelaunter Passanten in die Fußgängerzone ergießt. Eine Schar hochmotivierter Menschen taucht auf, lächelt Euch an und fragt, wie sie Euch am besten unterstützen kann. Im Hintergrund steht mit einem Mal ein Bio-Buffett voller hübsch dekorierter Schnittchen-Platten, während bereits jemand angefangen hat, mal den angesammelten Müll aus Eurem Tourbus zu entsorgen. Ihr kommt gerade noch dazu, Euch die Augen zu reiben, da floriert auch schon Euer Infostand, die halbe Fußgängerzone leuchtet gelb von Euren Ballons, und der WDR fängt mit der Kamera dutzende Menschen ein, die sich rege an der Diskussion mit den eingeladenen Bio-Landwirten und Eurem Gentechnikexperten beteiligen.
Wenn Ihr dann für einen kurzen Moment die Augen schließt, Euer Gesicht in die Sonne dreht und tief durchatmet, dann wisst Ihr, wie wir uns in Kleve gefühlt haben. Mit so viel Glück und so vielen tatkräftigen MitstreiterInnen zusammen ein Gentechnik-Gesetz zum Wohle von Mensch und Natur zu erkämpfen, das scheint einem an einem solchen Morgen eine der leichteren Übungen zu sein.
Es grüßt Euch fröhlich Eure Nordtour