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Kein Zurück zur Käfighaltung!
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Nach einem Beschluss der rot-grünen Bundesregierung soll am 1. Januar 2007 Schluss sein mit der grausamen Käfighaltung von Legehennen. Doch etliche Ministerpräsidenten wollen das Verbot jetzt kippen. Wir wollen dies verhindern.
In Legebatterien sind immer noch fast 30 Millionen Legehennen auf engstem Raum eingesperrt – in Käfigen, die für ein Huhn nur den Platz von knapp einer DIN A4-Seite (0,055 m²) vorsehen. Die Höhe der Käfige – 45 cm – reicht den Tieren noch nicht einmal zum Aufrichten. Die Hühner leiden an zahlreichen Krankheiten wie Geschwüren oder Fettleber und entwickeln völlig abnorme Verhaltensweisen wie Federpicken und Kannibalismus. Flattern, im Sand baden, auf Stangen sitzen oder ein Nest zur Eiablage bauen – all das bleibt ihren Artgenossen in Boden-, Freiland- oder Ökohaltung vorbehalten.
Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von 1999 ist die Käfighaltung grundgesetzeswidrig. Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat einigten sich zwei Jahre nach dem Urteil auf ein Verbot der konventionellen Käfighaltung ab dem 1. Januar 2007. Danach sollen nur noch Käfige mit einer Grundfläche von mindestens 1,5 m² und 2 m Höhe erlaubt werden.
Doch seitdem läuft die Agrar-Industrie dagegen Sturm. Vor ihren Karren haben sich die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrheinwestfalen spannen lassen. Sie wollen erreichen, dass Legebatterien bis Ende 2008 zugelassen bleiben. Danach sollen „ausgestaltete Käfige“ erlaubt bleiben. Diese unterscheiden sich kaum von der Batteriehaltung. Die Fläche, die ein Huhn zur Verfügung hat, ist mit lediglich 0,08 m² nur eine Handbreit größer als die im herkömmlichen Käfig und mit 50 cm ist er nur 5 cm höher als bisher. Nach einem Beschluss der Agrarminister der Länder soll bei bestehenden Anlagen auf Antrag selbst die derzeitige Höhe weiter erlaubt bleiben. Mit einer Stange, einem winzigen Nest zur Eiablage und einer Ecke mit Sand ist der Käfig „ausgestaltet“.
Nachdem am 7. April die Ministerpräsidenten über den Vorschlag entscheiden, der den Anforderungen an den Tierschutz klar widerspricht, ist Landwirtschaftsminister Seehofer am Zug. Er hat überraschend scharfe Kritik am Beschluss des Agrarausschusses geäußert und will einen eigenen Verordnungsentwurf vorlegen. Zu befürchten ist allerdings, dass Seehofers Vorschlag nur eine abgemilderte Variante des Vorschlags der Länder darstellt. Jetzt müssen wir Druck auf Seehofer machen, dass er die bestehende, vorbildliche Legehennenverordnung seiner Amtsvorgängerin unangetastet lässt.
Wir fordern Seehofer auf, am Verbot der Haltung in Käfigbatterien nicht zu rütteln. Auch „ausgestaltete Käfige“ müssen verboten werden.
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