Nimm mit 667.433 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.

Fragen und Antworten zur Aktion

Vorneweg: Ziel unserer Aktion ist es, eine breite öffentliche Debatte über die Methoden der BILD-Berichterstattung anzufachen. Das scheint zu gelingen: schon 220672 Menschen wollen die BILD-Zeitung nicht mal geschenkt. Journalisten werden auf das Thema aufmerksam, und es gibt engagierte und kontroverse Diskussionen in Blogs, auf Facebook, Twitter. Eine Leserin des Campact-Blogs schreibt zur Aktion:

"Ich glaube, die Aktion ist deshalb wichtig, um die Menschen einfach mal wieder aus ihrem Schlaf zu rütteln. Mittlerweile genießt die BILD-Zeitung wieder ein viel zu hohes Ansehen und Vertrauen. Es haben sich ja nun einige Prominente, die früher vehement die teils menschenverachtenden Verfehlungen der BILD-Zeitung aufgezeigt haben, jetzt dafür hergegeben, ihr zu einem guten kritischen Image zu verhelfen. Mir rollen sich jedes Mal die Fußnägel auf, wenn ich diese Werbespots sehe (!)."

Die Verbreitung der Aktion ist ein starkes Zeichen dafür, dass der Bevölkerung echter Journalismus und die Würde der Menschen wichtig ist. Uns erreichen etliche Zuschriften zur Aktion, darunter auch einige mit dem Einwand, dass durch unsere Aktion der Axel-Springer-Konzern viele Daten erhält, die missbraucht werden könnten. Unsere Antworten dazu finden Sie weiter unten.

Unsere E-Mail-Aktion ist ein Angebot. Jeder wägt für sich selbst ab, ob er in dieser Form mitmachen will, in anderer oder gar nicht. Unser Slogan ist "Demokratie in Aktion". Und oft braucht es erst eine öffentliche breite Diskussion, damit sich in unserer Gesellschaft etwas tut. Diese Diskussion wird gerade entfacht. Eine Diskussion darüber, ob man es z.B. so hinnehmen muss, nach welchen Methoden die BILD-Zeitung arbeitet oder ob man nicht etwas dagegen unternehmen kann. Wir freuen uns, dass Sie sich an der Diskussion beteiligen!

Ihr Campact-Team


Im Folgenden haben wir für Sie alle wichtigen Fragen und Antworten rund um die Jubiläums-Ausgabe der BILD und unserer Online-Aktion zusammengestellt!

Antworten

Warum sollte ich gegen die Zustellung der Jubiläums-BILD protestieren?

Die BILD ist die auflagenstärkste Tageszeitung in Deutschland, rund 2,7 Millionen Exemplare gehen täglich über den Ladentisch. Dadurch kommt ihr eine wichtige Rolle bei der Meinungsbildung zu. Doch immer wieder wird die BILD-Zeitung für ihre reißerische Berichterstattung kritisiert.

Mit dramatischen Schlagzeilen wirbt die Zeitung Tag für Tag um ihre Leser/innen. Oft rücksichtslos und ohne Skrupel: Um möglichst viel Sensation zu bieten, wird auch nicht davor zurückgeschreckt, Tatsachen zu verdrehen und zu verfälschen. Regelmäßig werden in der BILD Persönlichkeitsrechte der dargestellten Personen verletzt oder die Menschenwürde missachtet. Keine andere Zeitung wird so oft vom Deutschen Presserat wegen Verstößen gegen den Pressekodex gerügt wie die BILD-Zeitung.

Der Pressekodex

Nicht alles, was von Rechts wegen zulässig wäre, ist auch ethisch vertretbar. Deshalb hat der Deutsche Presserat, ein Zusammenschluss von Verleger- und Journalistenorganisationen, publizistische Grundsätze aufgestellt: Den sogenannten Pressekodex. Darin finden sich Leitlinien für die journalistische Arbeit, eine Art „Ehrenkodex“. Als Grundprinzipien sind darin z.B. festgelegt:

  • Achtung vor der Wahrheit und Wahrung der Menschenwürde
  • Gründliche und faire Recherche
  • Achtung von Privatleben und Intimsphäre
  • Vermeidung unangemessen sensationeller Darstellung von Gewalt u. Brutalität
  • Klare Trennung von redaktionellem Text und Anzeigen

Verstöße gegen den Pressekodex

Jede/r kann beim Pressekodex Beschwerde einlegen, wenn ein Medium gegen einen (oder mehrere) dieser Grundsätze verstößt. Ein Beschwerdeausschuss entscheidet, ob der Vorwurf begründet ist. Er kann folgende Sanktionen verhängen:

  • einen Hinweis an die Redaktion, wird bei geringeren Verstößen verhängt und ist nicht öffentlich,
  • die Missbilligung bei schwereren Verstößen, ebenfalls nicht-öffentlich. Das Medium ist nicht verpflichtet, eine Missbilligung abzudrucken,
  • eine Rüge, die härteste Sanktionsmöglichkeit, bei schwerwiegenden Verstößen. Rügen sind in der Regel öffentlich und müssen abgedruckt werden. Nicht-öffentliche Rügen werden ausgesprochen, wenn eine weitere Veröffentlichung aus Gründen des Opferschutzes vermieden werden soll.

Die Verlage haben eine Selbstverpflichtung abgegeben, sich an den Pressekodex zu halten und bei Verstößen die verhängten Sanktionen zu befolgen. Allerdings haben die Sanktionen kaum Konsequenzen für das betreffende Medium. Die BILD-Zeitung zum Beispiel hat so oft wie keine andere Zeitung schwerwiegend gegen die ethischen Leitlinien verstoßen: Allein in den Jahren 1997 bis 2012 erhielt die BILD (ihre Regionalausgaben eingeschlossen) 89 Rügen. Nimmt man noch den Webauftritt Bild.de dazu (seit 2009 möglich), summieren sich die Verstöße auf mehr als hundert Rügen. Die häufigsten Rügen wurden wegen Verstoß gegen Ziffer 8 (Verletzung der Persönlichkeitsrechte) ausgesprochen.

Wir wollen dem Axel-Springer-Verlag zeigen, was wir von diesen Methoden halten. Jetzt bietet uns der Konzern selbst dazu die Möglichkeit: Am 23. Juni 2012, zum 60. Geburtstag der Zeitung, will Axel-Springer eine Gratis-Ausgabe an jeden der rund 41 Millionen deutschen Haushalte liefern lassen. Sie wollen keine BILD in Ihrem Briefkasten? Dann sagen Sie NEIN! Verweigern zigtausende Menschen die Jubiläums-BILD, ist das für den Verlag nicht nur ein logistisches Problem, sondern auch ein ganz eindeutiges Signal. Auch BILD muss sich an ethische Grundsätze halten!

Nach oben

Warum ist es wichtig, dass mehr als 50.000 Menschen mitmachen?

Wenn genug Menschen der Zustellung vorher widersprechen, dann muss der Konzern Axel-Springer dafür Sorge tragen, dass diese Menschen tatsächlich auch keine Jubiläums-BILD bekommen. Das ist eine logistische Herausforderung, die erst einmal geleistet werden muss. Je mehr Menschen widersprechen, desto höher wird der Aufwand für die BILD – und im besten Fall wird die Aktion schlicht undurchführbar. Ziel ist es, mit dieser Aktion eine breite öffentliche Debatte über die Methoden der BILD-Berichterstattung anzufachen.

Nach oben

Kann ich mit einem Widerspruch die Lieferung der BILD tatsächlich unterbinden?

Ja. Macht ein/e Bürger/in ausdrücklich klar, dass er/sie eine Postwurfsendung nicht erhalten möchte, muss dies grundsätzlich beachtet werden. Die Zustellung von Postwurfsendungen gegen den ausdrücklichen Willen des Empfängers/der Empfängerin stellt einen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht (dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung) dar. Voraussetzung für einen erfolgreichen Widerspruch ist, dass der Name und die Anschrift mit übermittelt werden und dass derselbe Name auch auf dem Briefkasten eindeutig zu erkennen ist.

Nach oben

Ich habe einen Keine Werbung-Aufkleber an meinem Briefkasten. Reicht das aus?

Nein, ein „Keine Werbung“-Aufkleber reicht nicht aus. Es gibt Gerichtsurteile, die besagen, dass dieser Aufkleber nicht für Gratiszeitungen und kostenlose Anzeigenblätter gilt – und darauf wird sich die BILD berufen. In dem PDF, in dem der Axel-Springer-Verlag um Anzeigenkunden für die Jubiläums-Ausgabe wirbt, steht ausdrücklich, dass die Ausgabe auch an „Werbeverweigerer“ gehen soll.

Das Einzige, was hilft: Ein Widerspruch zum Beispiel über unser Formular, oder ein Aufkleber, der das Einwerfen von Gratis-Zeitungen oder explizit der Bild untersagt. Weiterlesen...

Nach oben

Reicht der Widerspruch per E-Mail aus?

Ja, die Zusendung des Widerspruchs per E-Mail ist ausreichend. Alternativ kann der Widerspruch zum Beispiel auch durch einen Aufkleber auf dem Briefkasten ausgedrückt werden, aus dem sich der Inhalt des Widerspruchs ergibt.

Nach oben

Was bedeutet mein Widerspruch für die Jubiläums-Aktion der BILD?

Je mehr Leute der Zustellung der Jubiläums-Ausgabe widersprechen, desto höher wird der Aufwand für den Axel-Springer-Verlag, diese Haushalte tatsächlich nicht zu beliefern. Dies bedeutet eventuell auch einen höheren Kostenaufwand. Doch das hat der Konzern mit seiner Sonderaktion bewusst in Kauf genommen. Damit die Widersprüche verarbeitet werden können, müssen sie den Konzern jedoch rechtzeitig erreichen. Schicken Sie Ihren Widerspruch daher am besten jetzt gleich ab – und informieren Sie Freund/innen und Bekannte über unsere Aktion!

Nach oben

Ich habe ein anderes Printprodukt aus dem Axel-Springer-Verlag abonniert. Bestelle ich das mit dem Formular auch ab?

Mit Abschicken unseres Formulars untersagt man dem Axel-Springer-Verlag lediglich, die Gratis-Bild oder andere Druckerzeugnisse aus dem Hause Axel-Springer zuzustellen, für die man keine schriftliche Einwilligung erteilt hat. Hat man dagegen ein Axel-Springer-Produkt abonniert (eine Übersicht über Publikationen aus dem Hause Axel-Springer gibt es bei Wikipedia), hat man die schriftliche Einwilligung für dieses konkrete Medium bereits erteilt. Die Absage bezieht sich also tatsächlich nur auf die Gratis-Aktion. Dabei ist die Formulierung bewusst auch auf "andere Erzeugnisse der Axel-Springer-AG" ausgedehnt, damit einem die Bild nicht doch noch durch eine Hintertür zugestellt werden kann.

Nach oben

Was passiert, wenn die BILD trotzdem geliefert wird?

Die Online-Aktion gegen die BILD wurde von einer Anwaltskanzlei geprüft. Der Appell ist so formuliert, dass der Axel-Springer-Verlag die BILD-Zeitung an die Verweigerer nicht ausliefern darf. Wenn Axel-Springer trotz Widerspruch die Bild zustellt, kann der Verlag kostenpflichtig abgemahnt und zur Abgabe einer Unterlassungserklärung aufgefordert werden.

Nach oben

Ich will meine Daten nicht an BILD schicken. Kann ich trotzdem teilnehmen?

Nein, leider nicht. Wenn Sie an der Aktion teilnehmen, werden Ihre Daten gemeinsam mit dem Widerspruch an den Axel-Springer-Konzern versendet. Dies ist notwendig, damit der Axel-Springer-Konzern Ihnen auch wirklich keine unerwünschten Zeitungen schickt. Um den Missbrauch Ihrer Daten durch den Verlag zu verhindern, steht in unserem Absage-Formular ausdrücklich, dass diese Daten zu keinem anderen Zweck verwendet werden dürfen und hinterher sofort wieder gelöscht werden müssen. Sollten Sie dieser Formulierung nicht trauen, können Sie gemäß § 6 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz jederzeit Auskunft darüber einfordern, welche persönlichen Daten von Ihnen bei einer staatlichen oder privaten Einrichtung gespeichert sind und können deren dauerhafte Löschung bzw. Sperrung verlangen – auch vom Axel-Springer-Konzern.

Nach oben

Wer garantiert mir, dass BILD die Daten aus meiner Aktions-Email nicht für Werbe-Zwecke nutzt oder verkauft?

In dem vorformulierten Widerspruch wird dem Konzern ausdrücklich untersagt, die Daten für andere Zwecke als für die Umsetzung des Widerspruchs zu verwenden. Außerdem wird er aufgefordert, die Daten anschließend umgehend und restlos zu löschen. Alles andere wäre illegal.

Aggressiv Schlagzeilen machen und skrupellos Berichterstatten ist das eine. Das gehört zum Geschäftsmodell der BILD, damit machen sie ihren Profit. Das andere ist, sich eine Datenschutzaffäre einzuhandeln - das wird der Axel-Springer-Konzern nicht tun.

Nach oben

Kann ich nicht einfach einen Aufkleber mit der Aufschrift "Keine Gratis-Zeitungen einwerfen" nutzen?

Das ist ebenfalls eine Möglichkeit. Auch dann darf die Zeitung nicht eingeworfen werden. Doch die Aktion entfaltet eine größere Wirkung, wenn die Widersprüche vorher eingereicht werden – denn dann muss sich der Konzern im Vorfeld damit beschäftigen und sich die Mühe machen zu schauen, wo sie die Lieferung überall unterlassen müssen.

Außerdem wird bei der E-Mail-Aktion sichtbar, wie viele Menschen in Deutschland die BILD nicht mal geschenkt haben wollen. In den Medien und Online Medien wird darüber berichtet. Die Verbreitung der Aktion ist ein starkes Zeichen dafür, dass der Bevölkerung echter Journalismus und die Würde des Menschen wichtig ist. Von daher lohnt es sich, mitzumachen!

Wenn Sie Ihren Widerspruch auch auf Ihrem Briefkasten öffentlich machen wollen, können Sie sich unseren Slogan zu Hause selbst ausdrucken und auf Ihrem Briefkasten anbringen. Wenn Sie für unsere Kampagne spenden, bekommen Sie von uns als Dankeschön einen Aufkleber zugeschickt.

Nach oben

Hat BILD schon auf die Aktion reagiert?

"Alle bei uns eingehenden Widersprüche werden wir im Erscheinungsfall selbstverständlich beachten", erklärte ein BILD-Unternehmenssprecher auf Anfragen von Journalist/innen (zum Beispiel bei WDR.de und FR Online). Und ruderte gleichzeitig zurück: Die endgültige Entscheidung über die Geburtstagsaktion sei noch gar nicht gefallen.

Das klang in einem Werbe-PDF des Verlags Anfang des Jahres noch ganz anders: Darin pries der Konzern die Geburtstags-Aktion an und warb mit der "größten BILD-Auflage und Reichweite aller Zeiten" um Anzeigenkunden. Jetzt will sich die BILD nicht mehr auf die Aktion festnageln lassen - und versucht damit, uns den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sie wollen anscheinend alles vermeiden, was unserer Kampagne noch mehr Aufmerksamkeit verschafft. Dafür können Sie mithelfen, die Kampagne zu verbreiten: Informieren Sie Freund/innen und Bekannte per Mail, Facebook oder Twitter!

Nach oben

Kontakt | Impressum | Datenschutz | Hilfe | Newsletter [ab-]bestellen | Drucken

Empfehlen

Kampagnen-Partner

Alle gegen BILD