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Quelle: Erl / toonpool.com

US-Präsident Donald Trump hat den Schuss offenbar nicht gehört: Auch in diesem Jahr beschwert er sich öffentlich, nicht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden zu sein. Eine Frechheit, findet er. Schließlich habe er Kriege zwischen Nord- und Südkorea, Japan und Nordkorea sowie China und Taiwan verhindert. Dass er selbst einen Krieg mit dem Iran begonnen hat, lässt er dabei klammheimlich hintenüberfallen. So stellt ihn auch Karikaturist Erl in seiner neusten Karikatur dar.

Erste Militärhinrichtung per Erschießung seit 60 Jahren

Dabei dürften die diversen Kriege, in die die USA verstrickt sind, nicht der einzige Grund sein. Auch für ihren Umgang mit der Todesstrafe ernten die USA gerade scharfe Kritik. Ausgelöst hat sie der Fall Christa Pike. Die Behörden wollten die verurteilte Mörderin hinrichten, doch die 50-Jährige überlebte die zwei Giftspritzen, die ihr verabreicht wurden. Inzwischen ist sie wieder bei Bewusstsein, wird aber nach wie vor medizinisch versorgt und ist stark eingeschränkt. Der Fall trat eine Welle der Empörung und des Mitgefühls los.

Bei US-Verteidigungsminister – pardon, Kriegsminister – Pete Hegseth kommt davon nichts an. Der hat jetzt verfügen lassen, dass eine geplante Hinrichtung im Dezember live übertragen wird. Trump hat die Hinrichtung bereits genehmigt.

Daran ist einiges neu, oder besser gesagt: alt. Es wird die erste Militärhinrichtung per Erschießungkommando seit 60 Jahren in den USA. Und die erste öffentliche Hinrichtung seit knapp 90 Jahren. Hegseth sieht darin kein Problem. Denn der Verurteilte ist Nidal Hasan; ein früherer Psychiaters des US-Heeres, der 2009 bei einem Attentat auf der Militärbasis Fort Hood 13 Menschen getötet und 32 verletzt hatte.

‚Die Menschen müssen verstehen, dass es für diese Dinge ernsthafte Konsequenzen gibt‘, sagte er [Hegseth] dem rechtskonservativen US-Sender Real America’s Voice – ganz so, als wären die Leute sich unsicher, wie viel Ärger man eigentlich bekommt, wenn man 13 Menschen ermordet.

Matern von Boeselager auf Spiegel Online

Es wäre laut US-Medien zusätzlich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021. Im letzten halben Jahr seiner ersten Amtszeit ließ Trump zuletzt selbst 13 Häftlinge nach Bundesstrafrecht exekutieren. Die durchschnittlich 40 bis 50 „normalen“ Todesstrafen pro Jahr in den USA vollstrecken die Bundesstaaten auf Grundlage ihrer eigenen Landesgesetze.

Todesstrafe: Platz fünf bei den Hinrichtungen weltweit

Die USA gehören zu den 17 Staaten, die 2025 Menschen hingerichtet haben. Amnesty International verzeichnete für das Jahr 2025 insgesamt 2.707 Hinrichtungen. Die USA unter Trump liegen auf Platz fünf hinter China, Iran, Saudi-Arabien und Jemen.

Keine gute Grundlage, um bei einem Preis für Frieden, Menschenrechte und Gerechtigkeit mitreden zu wollen. Dieser Preis ist bei Navanethem „Navi“ Pillay deutlich besser aufgehoben. Die frühere Richterin am Internationalen Strafgerichtshof und ehemalige UN-Menschenrechtskommissarin setzt sich bereits ihr gesamtes Leben lang gegen Unrecht und Gewalt ein, unter anderem auch gegen die Apartheid in ihrem Geburtsland Südafrika.

Dass Trump von dieser Entscheidung des Komitees nicht begeistert ist, überrascht nicht – immerhin darf man sie als klares Zeichen gegen seine Politik werten. Für alle anderen, die nicht Trump oder Hegseth heißen, ist die Entscheidung wiederum absolut nachvollziehbar.


Mehr Informationen zur Todesstrafe liest Du in diesem Beitrag aus dem Jahr 2023 von Lena Rohrbach für Amnesty International Deutschland:

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