So wichtig ist die EU: Alle Infos auf einen Blick

Auch wenn wir es nicht immer sofort merken – die EU hat einen großen Einfluss auf unser tägliches Leben. Ohne die EU wäre der Euro, mit dem wir in 20 Ländern problemlos bezahlen können, undenkbar. Auch im Ausland können wir mit unserem Handy innerhalb der EU zum Heimtarif telefonieren. Andere Länder zu bereisen ist für EU-Bürger*innen problemlos ohne Visum oder Einreisebeschränkungen möglich. Das Erasmus-Programm ermöglicht Studierenden und Auszubildenden, andere Länder kennenzulernen. Die EU ermöglicht es auch, in einem anderen europäischen Land zu leben und zu arbeiten – ohne Arbeitserlaubnis und mit Anspruch auf Sozialleistungen. Aber auch so kleine Dinge wie einheitliche Handy-Ladekabel, die europaweite Haltungskennzeichnung auf Eiern oder das geltende Rückgaberecht von Produkten haben wir der EU zu verdanken. 

Im europäischen Binnenmarkt gibt es keine Zölle, Handelsbeschränkungen oder Grenzkontrollen. Davon profitiert die Exportnation Deutschland in besonderem Maße: Jeder vierte Arbeitsplatz hängt vom Export ab – und mehr als die Hälfte der deutschen Exporte gehen in die Länder der EU. Nach wissenschaftlichen Berechnungen steigert der europäische Binnenmarkt den Wohlstand in Deutschlands derzeit um 1046 Euro pro Kopf und Jahr. Einheitliche Mindeststandards sorgen in allen Mitgliedsstaaten für Qualität, Sicherheit und Gesundheit – ob bei Lebensmitteln, Badegewässern oder der Luft zum Atmen. Und: Noch nie gab es allein in Deutschland eine so lange Friedensperiode – das ist maßgeblich den Institutionen der Europäischen Union zu verdanken. 

Die EU ist aus den Lehren der zwei Weltkriege und des Holocausts entstanden. Durch die enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit ihrer Mitgliedstaaten fördert sie Stabilität und Wohlstand und hat sich als wichtiger globaler Akteur etabliert. Seit über 70 Jahren herrscht Frieden zwischen den Mitgliedstaaten – eine historische Errungenschaft, für die die EU 2012 sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Im Falle von Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder bewaffneten Angriffen sind alle EU-Mitgliedstaaten zu gegenseitiger Solidarität und umfassender Hilfe verpflichtet. 

Der gemeinsame Binnenmarkt und der Euro erleichtern den Handel zwischen den europäischen Ländern und fördern so Wachstum und Wohlstand. Auch beim Umwelt- und Klimaschutz nimmt die EU eine Vorreiterrolle ein: Mit ambitionierten Gesetzesinitiativen wie dem Green Deal will sie bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden. Zudem garantiert die EU die Rechte und die Privatsphäre aller EU-Bürger*innen durch umfassende Verbraucher- und Datenschutzstandards: wie dem sogenannten Double-Opt-in-Verfahren oder einem kostenlosen Umtauschrecht.

Niederlande, Schweden, Italien: In den letzten Jahren haben rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien in ganz Europa an Stimmen gewonnen und sitzen in immer mehr Regierungen. Bei der Europawahl droht nun ein Rechtsruck im Europäischen Parlament. Länderübergreifende Lösungen würden dann erschwert.

Die rechtspopulistische ID-Fraktion, der unter anderem die rechtsextreme Lega aus Italien angehört, die rechte Rassemblement National aus Frankreich und die AfD aus Deutschland wollen die EU weitestgehend abschaffen und auf Nationalismus und Abschottung zurückfallen. Besonders für grenzübergreifende Probleme wie die Klimakrise oder Migration wäre das fatal.

Ganz wichtig: Am 9. Juni wählen gehen. Denn während immer mehr Menschen in Deutschland zur Wahl der AfD tendieren, gehen viele andere überhaupt nicht wählen. Bei der letzten Europawahl lag der Anteil der Nichtwählenden bei 38 Prozent

Selbstverständlich ist die EU nicht perfekt. Es gibt große soziale Ungleichheiten. Der Klimaschutz ist nicht entschlossen genug. An den Außengrenzen werden Schutzsuchende zurückgewiesen – oft mit tödlichen Folgen. Dennoch ist die EU an sich eine großartige Idee und die Hoffnung ist groß, dass wir sie gemeinsam besser machen können. Ein Rechtsruck würde diese Hoffnung zerstören.

Menschen heben die Hand und machen ihr Kreuz: Am 9. Juni ist Europawahl
Foto: IMAGO / Zoonar

Europawahl 2024

Am 9. Juni werden in Deutschland 96 Abgeordnete des Europäischen Parlaments gewählt. Wählen dürfen erstmals alle Bürger*innen ab 16 Jahren. Wer per Briefwahl wählen möchte, kann schon jetzt einen Wahlschein beantragen – und zwar persönlich bei der Gemeinde des Hauptwohnsitzes, schriftlich oder auch online. Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung befindet sich auch ein Vordruck, der ausgefüllt zurückgeschickt werden kann, um die Wahlunterlagen zu beantragen. 

Aktiv gegen Rechtsextremismus

Keine Spenden für Höcke: AfD auf PayPal sperren! Die AfD kassiert Millionen über PayPal. Dabei versprechen die Richtlinien des Bezahldienstes: Hier gibt es keinen Platz für Diskriminierung und Hetze. Fordere jetzt PayPal auf, die Konten der AfD zu schließen. Appell unterzeichnen
10 Argumente, warum die AfD unwählbar ist Die AfD ist keine normale demokratische Partei. Aber warum eigentlich? Im entscheidenden Moment fehlen einem oft die Argumente. Hier findest Du 10 gute Gründe gegen die AfD. Mehr erfahren
Lückenlose Aufklärung der AfD-Korruption AfD-Politiker, geschmiert von Putin? Das legen aktuelle Geheimdienstinfos nahe. Eine Petition auf WeAct fordert die Aufklärung des Falls und sofortige Maßnahmen gegen russische Einflussnahme. Petition unterzeichnen
Demos: Rechtsextremismus stoppen Am 9. Juni finden die Europawahlen und außerdem in acht Bundesländern Kommunalwahlen statt. In den Wochen davor gibt es überall in Deutschland große und kleine Demonstrationen. Höhepunkt ist am Samstag, dem 8. Juni. Mehr erfahren
Europawahl: Warum die AfD nicht infrage kommt Bei der Europawahl am 9. Juni drohen rechtsextremen Parteien massive Gewinne. Auch in Deutschland liebäugeln immer mehr Menschen mit der Wahl der AfD. So kannst Du Dich dem Rechtsruck entgegenstellen. Mehr erfahren

Mehr Infos zur EU und der Europawahl im Campact-Blog

Blog 18.11.2025 WeAct-Team Wie serbische Aktivist*innen einen Bergbaukonzern in die Knie zwingen Seit Jahren kämpfen Zehntausende in Serbien gegen Rio Tintos Lithium-Mine. Jetzt gibt es einen großen Erfolg: Der Konzern plant, das Projekt auszusetzen. Miloš Lukić hat den Protest nach Deutschland gebracht – und fordert von EU und Bundesregierung klare Kante gegen Umweltzerstörung. Mehr im Blog lesen
Blog 03.11.2025 Campact-Team Montagslächeln: Geert Wilders und die Parlamentswahl Die rechtspopulistische PVV mit ihrem Vorsitzenden Geert Wilders verliert bei der Parlamentswahl in den Niederlanden stark an Zustimmung. Wie es dort jetzt weitergeht – und wie Wilders auf das Ergebnis reagiert, liest Du im Montagslächeln. Mehr im Blog lesen
Blog 03.10.2025 Fridays for Future Berlin Nach der Klimademo ist vor der COP30 Am 20. September waren die Straßen in Berlin voll: Neben dem Marathon fand auch die Klimademo statt. Mit über 4.000 Leuten standen wir auf der Straße. Aber nicht nur in Berlin gab es Proteste – und die sind vor der anstehenden COP30 auch absolut nötig. Mehr im Blog lesen