Ärzte gegen Glyphosat!

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Die Weltgesundheitsorganisation warnt, dass Glyphosat wahrscheinlich Krebs auslöst - doch die Bundesregierung wiegelt die Gefahr ab. Der Arzt Dr. Jan Salzmann fordert mit seinem Ärzte-Appell an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und den Präsidenten des Bundesamtes für Risikobewertung, Andreas Hensel, ein Verbot des Ackergiftes.

Wenn Sie Ärztin oder Arzt sind, unterzeichnen Sie bitte Dr. Jan Salzmanns Appell. Wenn Sie nicht Ärztin oder Arzt sind, leiten Sie den Appell bitte an Ihnen bekannte Ärztinnen oder Ärzte weiter.

Glyphosat-Verbot

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Pflanzengift (Herbizid). Es ist auch unter dem Handelsnamem RoundUp bekannt, einem Kassenschlager des Monsanto-Konzerns. Das Breitbandherbizid tötet nicht nur Beikräuter, sondern jede Pflanze, die nicht vorher gentechnisch so manipuliert wurde, dass sie das Pflanzengift überlebt. Für Konzerne wie Monsanto ist das ein Riesengeschäft: Sie verkaufen sowohl die Pestizide als auch das genmanipulierte Saatgut. Allerdings entwickeln immer mehr Pflanzen durch den häufigen Glyphosat-Einsatz Resistenzen gegen das Gift. Deshalb werden immer mehr und immer aggressivere Pestizide versprüht. In Deutschland wird Glyphosat auf etwa 40 Prozent der Felder versprüht. Es wird verwendet, um die Felder von Wildkräutern freizuhalten, und um kurz vor der Ernte die Reifung von Getreide zu beschleunigen (Sikkation).

Glyphosat lässt sich nicht von Lebensmitteln abwaschen und baut sich auch durch Erhitzen oder Einfrieren von nicht ab. Glyphosat-Rückstände halten sich etwa ein Jahr lang in Lebens- und Futtermitteln. So fand die Zeitschrift Ökotest Glyphosat in Brötchen und Mehl. Glyphosat wurde auch im Urin von Menschen nachgewiesen. Das zeigte eine europaweite Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Friends of the Earth. In Deutschland enthielten 70 Prozent der untersuchten Urinproben Glyphosat. Kürzlich wurden in einer von den Grünen beauftragten Untersuchung auch in der Muttermilch von stillenden Frauen Glyphosat-Rückstände gefunden. Wer sich vor Glyphosat schützen will, sollte möglichst Bio-Produkte kaufen. In der ökologischen Landwirtschaft sind Pestizide wie Glyphosat verboten.

Das Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als “wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen” eingestuft. Im Juli 2015 veröffentlichten die Krebsforscher in einer Monographie die Ergebnisse einer umfassenden Bewertung wissenschaftlicher Studien. Durch Vergleichs-Studien aus Kanada, Schweden und den USA gebe es „begrenzte Belege“ dafür, dass Glyphosat das Non-Hodgkin-Lymphom (eine Gruppe von Krebserkrankungen) beim Menschen auslösen könne. Außerdem gebe es „überzeugende Belege“ dafür, dass der Wirkstoff bei Labortieren wie Mäusen und Ratten Krebs verursache. Schon lange gab es den Verdacht, Glyphosat könne Krebs auslösen und Embryonen schädigen. Nun wurde dieser Verdacht erstmals offiziell bestätigt. 
 
In der Provinz Chaco in Argentinien, wo Soja angebaut und massiv Glyphosat eingesetzt wird, wurden steigende Krebsraten festgestellt. In der Stadt La Leonesa hat sich die Krebsrate bei Kindern unter fünfzehn Jahren von 2000 bis 2009 gegenüber dem vorherigen Jahrzehnt verdreifacht.
Dieses Jahr entscheidet der EU-Kommission, ob die Zulassung des Wirkstoffs Glyphosat in der Europäischen Union verlängert wird. Deutschland ist in dem EU-Verfahren Berichterstatter - die Bundesregierung hat deshalb großen Einfluss darauf, ob Glyphosat in Europa verboten wird. Unter Federführung des Bundesamtes für Risikobewertung hat Deutschland einen Bericht zur Wiederzulassung von Glyphosat verfasst. Der Bericht stützt sich zu großen Teilen auf unveröffentlichte Studien der Hersteller von Glyphosat, die von der Industrievereinigung Glyphosate Task Force eingereicht wurden. Das Bundesamt für Risikobewertung erkennt keine Gesundheitsgefahren durch Glyphosat und empfiehlt sogar eine Erhöhung des Grenzwerts zur täglichen Aufnahme.
Glyphosat tötet jede Pflanze auf dem Feld, sofern sie nicht entsprechend gentechnisch verändert wurde. Weniger Wildpflanzen auf und neben den Ackerflächen bieten auch weniger Lebensraum für Bienen und andere Insekten. Und diese sind wiederum Hauptnahrung für viele Vögel. Der Einsatz von Glyphosat und anderen Pestiziden führt damit zu einer geringeren Artenvielfalt. 30 Prozent aller Vögel der Agrarlandschaft stehen bereits auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. Besonders empfindlich reagieren Amphibien auf das Herbizid. Ihre Embryonalentwicklung wird gestört, viele Kaulquappen sterben. Glyphosat wird deshalb auch für das weltweite Amphibiensterben mitverantwortlich gemacht.

Ihre Daten (Name und Ort) werden im Anhang des Appells an den Bundesagrarminister, den Bundesgesundheitsminister sowie dem Präsidenten des Bundesinstituts für Risikobewertung versendet und überreicht. Eine langfristige Speicherung Ihrer Daten (Name, PLZ, Ort, E-Mail-Adresse) erfolgt nur, wenn Sie den Campact-Newsletter bestellen. Ansonsten werden Ihre Daten nach Ende der Kampagne gelöscht. Ihre Daten werden von uns nicht an Dritte weitergeben (Datenschutz-Policy von Campact).