5-Minuten-Info

Was ist das Coronavirus und wie betrifft es uns in Deutschland?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die Virus-Infektionskrankheit Covid-19, die durch Tröpfcheninfektion – also zum Beispiel Husten oder Niesen – übertragen wird. Das Virus ist neu und deshalb so gefährlich, weil es bei schweren Verläufen zu Lungenentzündungen führt und sogar tödlichen enden kann. Die Sterblichkeitsrate unterscheidet sich derzeit stark zwischen verschiedenen Ländern.

Da das Virus neu ist, gibt es im Unterschied zur saisonalen Grippe keine Grundimmunität in der Bevölkerung. Deshalb infizieren sich mehr Menschen und es kommt häufiger zu schweren Verläufen der Krankheit. Treten diese zeitlich gehäuft auf, drohen sie das Gesundheitssystem zu überlasten – in der Konsequenz können nicht mehr alle Patient*innen versorgt werden. 

Wie ist die Situation in den Krankenhäusern in Deutschland?

Besonders wichtig für die Bewältigung der Krankheit ist, dass sich die Infektionen über einen möglichst langen Zeitraum verteilen. In Deutschland gibt es grundsätzlich eine hohe Dichte an Krankenhausbetten, Betten auf Intensivstationen und Beatmungsgeräten, die bei schweren Verläufen der Krankheit besonders wichtig werden. Was uns mehr Sorgen macht als die apparative Ausstattung, ist das Personal, sagt jedoch Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Auf den Intensivstationen würden Ärzt*innen und Pfleger*innen knapp. Es sei deshalb besonders wichtig, das Klinikpersonal so gut es geht vor Infektionen zu schützen und zu entlasten.

Wie ist in Italien passiert und was können wir daraus lernen?

Zu Beginn der Pandemie wurden in Italien frühe Fälle von Corona-Infektionen nicht erkannt, die Patient*innen wurden deshalb nicht isoliert. Dadurch konnte sich das Virus weiter im Land ausbreiten. Viele Krankheitsfälle mit schwerem Verlauf überforderten das Gesundheitssystem: Insbesondere in einigen Provinzen in Norditalien sind die Krankenhäuser überfüllt, zahlreiche Patient*innen konnten nicht mehr versorgt werden und hatten keinen Zugang zu einem Beatmungsgerät. Zwischenzeitlich war Italien mit über 6.000 tödlichen Verläufen das Land mit den meisten Todesfällen durch das Corona-Virus weltweit.

Aus den schrecklichen Entwicklungen in Italien können wir lernen, wie wichtig die Isolation von Krankheitsfällen ist. Außerdem zeigt die Situation, wie wichtig es ist, die Verbreitung der Infektionen so zu verlangsamen, dass das Gesundheitssystem Schritt halten kann.

Wie werden Klinikangestellte aktuell bezahlt?

Auszubildende Krankenpfleger*innen im öffentlichen Dienst erhalten in ihren Lehrjahren einen Lohn zwischen 1.010 und 1.173 Euro brutto. Ausgebildete Krankenpfleger*innen verdienen im Bundesdurchschnitt 2.370 Euro brutto. Die tatsächliche Höhe des Gehalts hängt jedoch maßgeblich vom Bundesland ab, in dem sie arbeiten - der Unterschied kann bis zu 1.000 Euro betragen. Entscheidend ist auch, ob das Krankenhaus privat oder kommunal betrieben wird: In privaten Kliniken verdient das Pflegepersonal rund 10 Prozent weniger.

Weitere Informationen

Coronavirus-Monitor, Berliner Morgenpost, Live-Updates:
https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/

Informationen des Robert-Koch-Instituts zu Covid-19, fortlaufend aktualisiert: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText2

Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html?nn=13490888

Ist Covid-19 wirklich gefährlicher als die Grippe?, Spektrum, 8.3.2020,
https://scilogs.spektrum.de/fischblog/covid19-gefahrlicher-als-grippe/ 

Maßnahmen gegen Corona-Ansteckung: Das Tempo ist entscheidend, die tageszeitung, 9.3.2020,
https://taz.de/Massnahmen-gegen-Corona-Ansteckung/!5667167/

Highlights der Kampagne für das Klinikpersonal

Anerkennung in der Krise

Das Klinikpersonal leistet in der Corona-Krise Übermenschliches, Campact startet einen Appell

Das Klinikpersonal leistet Übermenschliches. Wir fordern: Die Arbeit muss sich auszahlen – mit einem Gehaltszuschlag. Unterstützen Sie die Forderung mit einer Spende.