Monster-Konzern verhindern

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Bayer will Monsanto kaufen – und noch mehr Profit mit Gentechnik, Glyphosat und patentiertem Saatgut machen. Es entstünde ein Megakonzern. Fordern Sie jetzt den Bayer-Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann auf, den Deal zu stoppen!

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell

5-Minuten-Info zu Bayer-Monsanto

Wenn Bayer tatsächlich Monsanto kauft, würde ein Megakonzern entstehen, der die Kontrolle über fast alles hat, was wir essen. Zusammen wären Monsanto und Bayer der weltgrößte Saatgut- und Pestizidhersteller. Schon jetzt befindet sich der globale Agrarmarkt in den Händen weniger multinationaler Konzerne. Hat­ten 1985 die zehn größ­ten An­bie­ter von Saat­gut zu­sam­men noch ei­nen Markt­an­teil von rund 12,5 Pro­zent, so sind sie 2011 schon auf 75,3 Pro­zent ge­kom­men.[1] 

Umfragen zeigen, dass die große Mehrheit der Verbraucher/innen keine Gentechnik und kein Glyphosat auf ihren Tellern wollen. Und auch keine Insektizide, die Bienen töten. Doch genau darauf würde das Geschäftsmodell des fusionierten Monsanto-Bayer-Konzerns beruhen. Oliogopole sind immer schlecht für die Verbraucher/innen. Wenn es um unsere Lebensmittel geht, sind sie besonders gefährlich! Darum müssen wir alles tun, um den Bayer-Monsanto-Deal zu verhindern!

Bayer will Monsanto für 62 Milliarden US-Dollar kaufen. Das sind umgerechnet etwa 55 Milliarden Euro. Um den Kaufpreis aufzubringen, muss sich der Leverkusener Konzern hoch verschulden. Schon wegen des hohen Kaufpreises müsste der neue Megakonzern seine ganze Lobbymacht einsetzen, damit das Geschäft mit Gentechnik, Saatgut und Pestiziden nicht durch Gesetze zugunsten der Umwelt und der Verbraucher/innen geschmälert wird. 

Schon heute übt der Bayer-Konzern einen enormen Lobbydruck auf die Bundesregierung und die EU-Kommission aus. Dass etwa Agrarminister Christian Schmidt (CSU) die umstrittenen Neonikotinoide wieder auf die Felder lassen will, hat sicherlich auch mit dem Einfluss des Chemiekonzerns aus Leverkusen zu tun. „Da Bay­ers Lob­by­druck auf die Po­li­tik enorm ist, ist zu be­fürch­ten, dass nach ei­ner Mons­an­to-Über­nah­me die In­ter­es­sen der Gen­tech­nik­-In­dus­trie in Deutsch­land und auf EU-Ebe­ne noch ag­gres­si­ver ver­tre­ten wer­den als bis­her“, warnt Hei­ke Mol­den­hau­er, Gentech­nik-Expertin beim BUND.[2]

Der Kauf von Monsanto ist im Grunde eine 62-Milliarden-Dollar-Wette gegen die Agrarwende. Bayer setzt darauf, dass die Industrialisierung der Landwirtschaft mit immer mehr Agrarfabriken, Gentechnik und Pestiziden ungehindert weiter geht.

Monsanto war eine der ersten Firmen, die im großen Stil gentechnisch veränderte Pflanzen entwickelte, und verdient Milliarden mit Genmais und Gensoja. Umweltschützer werfen dem US-Konzern vor, durch den massiven Einsatz von Chemikalien die Umwelt zu verpesten, den Verlust der biologischen Vielfalt zu beschleunigen und massiv zur globalen Erhitzung beizutragen. 

Be­reits seit Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts ver­mark­tet das Un­ter­neh­men „hoch­gif­ti­ge Pro­duk­te, die Krank­heit oder Tod von Tau­sen­den Men­schen ver­ur­sach­ten und die Um­welt dau­er­haft schä­dig­ten“, kritisieren die Organisatoren des „Monsanto Tribunals“. So ver­kauf­te Monsanto jahr­zehn­te­lang die Industrieche­mi­ka­lie PCB. Sie ist gif­tig und krebs­er­re­gend. Ein­mal in der Um­welt und in der Nah­rungs­ket­te bleibt sie dort für lan­ge Zeit. In Deutsch­land et­wa wird sie seit Jahr­zehn­ten nicht mehr ge­nutzt, den­noch be­las­tet sie noch im­mer Luft, Wasser und Böden. 

Einer der größten Kassenschlager von Monsanto ist bis heute das Pestizid „RoundUp“, dessen wichtigster Wirkstoff das umstrittene Glyphosat ist. Die Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Und Monsanto hat auch gleich das Saatgut für Pflanzen im Angebot, die gentechnisch gegen Glyphosat resistent gemacht wurden. 

Von 1965 bis 1969 war Monsanto auch einer der wichtigsten Hersteller von Agent Orange. Das Entlaubungsmittel wurde vom US-Militär im Vietnamkrieg eingesetzt, um Wälder und Felder zu zerstören. Bis heute leiden die vietnamesische Bevölkerung und ehemalige US-Soldaten unter den Folgen des Einsatzes von Agent Orange. Doch während die erkrankten US-Soldaten (bzw. deren Angehörige) von den Herstellerfirmen entschädigt wurden, gab es bis heute keine Entschädigung für die vietnamesischen Opfer von Agent Orange. 

Für viel Kritik sorgten auch Be­rich­te, wo­nach Mons­an­to in Nord­ame­ri­ka Bau­ern ver­klag­te, die mut­maß­lich sein Saat­gut be­nutzt hat­ten, oh­ne da­für zu be­zah­len. Sei­ne An­sprü­che recht­fer­tig­te das Un­ter­neh­men mit den Pa­ten­ten, die es auf die Gen­tech­pflan­zen an­ge­mel­det hat­te. Zunehmend versucht Monsanto auch konventionell gezüchtete Pflanzen, die nicht gentechnisch verändert wurden, zum Patent anzumelden. Bereits über eine halbe Million Campact-Aktive kämpfen deshalb für eine Welt, in der Obst und Gemüse nicht nur noch Konzernen wie Monsanto gehören.

Natürlich gibt es auch andere Konzerne, die ähnlich fragwürdige Geschäfte machen wie Monsanto. Bayer produziert einige der berüchtigten Neonicotinoide. Experten machen diese Insektizide für das Bienensterben mitverantwortlich. Auch der Skandal um den Cholesterinsenker Lipobay sorgte vor Jahren für Negativschlagzeilen. Der ehemalige Bayer-Chef Marijn Dekkers sagte sogar im Zusammenhang mit dem extrem teuren und patentierten Krebsmedikament Nexavar: „We did not develop this medicine for Indians. We developed it for western patients who can afford it“.[3] Trotzdem wird Bayer in der breiten Öffentlichkeit bisher vor allem mit Medikamenten wie Aspirin in Verbindung gebracht. 

Monsanto macht für sein schlechtes Image vor allem angebliche „Desinformationskampagnen“ von Umweltschützern verantwortlich. Es ist auch dieser Mangel an Selbstkritik, der den Konzern zu einem der weltweit unbeliebtesten Unternehmen machte.

Monsanto bzw. die Aktionäre des US-Konzerns müssen das Kaufangebot von Bayer annehmen. Bisher sah sich Monsanto eher als Jäger, denn als Gejagter. Erst vor wenigen Monate versuchte Monsanto erfolglos den Schweizer Chemiekonzern Syngenta zu kaufen. 
 
Aber auch am Widerstand der Bayer-Aktionäre könnte der Deal noch scheitern. Denn sie leiden schon jetzt unter den sinkenden Aktienkursen der Bayer AG.
Bayer muss sich hoch verschulden, um die 62 Milliarden Dollar Kaufpreis aufzubringen. Ob sich das am Ende lohnt, hängt auch davon ab, ob das Geschäft mit Gentechnik, Saatgut und Pestiziden weiter floriert. Doch Monsanto hat seine besten Zeiten bereits hinter sich. So steht gegenwärtig die weitere Zulassung von Glyphosat in der EU auf der Kippe – und damit droht Monsantos Kassenschlager RoundUp zum Ladenhüter zu werden. Bayer könnte sich mit dem Monsanto-Kauf gewaltig verzocken – und vor allem das schlechte Image von Monsanto übernehmen.
 
Nicht weniger Bayer-Aktionäre fürchten, dass der schlechte Ruf von Monsanto im Falle einer Fusion auf Bayer abfärben könnte. Einfach den Namen von Monsanto zu ändern, dürfte nicht viel nützen – dafür hat der Konzern einfach zu viel auf dem Kerbholz. Zudem könnten Bayer als Monsanto-Eigentümer in den USA teure Sammelklagen drohen, wenn sich der Krebsverdacht gegen Glyphosat bestätigt.
 
Wenn wir jetzt deutlich machen, wie wenig wir Verbraucher/innen von dem Monsanto-Megadeal halten, könnte das auch viele Bayer-Aktionäre nachdenklich machen. Denn es geht ja um ihr Geld.
  

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