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Kettensägen und Bärenkostüme: Campact-Aktion beim FSC in Bonn

Bonn, 07.02.2017. Heute sind in der Charles-de-Gaulle-Straße in Bonn die Bären los: Aktivistinnen und Aktivisten der Bürgerbewegung Campact demonstrieren in Bären-Kostümen vor der Zentrale des Forest Stewardship Council (FSC) gegen den Raubbau in rumänischen Wäldern. Der FSC hat sein begehrtes Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft an die Firma Schweighofer gegeben, der vorgeworfen wird, Holz aus illegalem Einschlag zu verarbeiten. Die Demonstrierenden fordern den Entzug des Siegels.

Der illegale Einschlag gefährdet unter anderem Europas größte Braunbären-Population in Rumänien. „Die Bären werden aus den Wäldern vertrieben und in den Dörfern abgeschossen“, sagt Katrin Beushausen von Campact. Das FSC-Siegel als Gütesiegel für Forstwirtschaft mit strengen Umwelt- und Sozialstandards müsse gewährleisten, dass ein Wald schonend genutzt wird und als Lebensraum erhalten bleibt. „Wird das Siegel für Raubbau-Produkte missbraucht, fragen sich 200.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner unseres Appells, warum der FSC das zulässt.“ Schweighofer vermarktet seine Produkte auch in Deutschland und Österreich.

Die Aktion zum Schutz der Bären und Wälder hat Campact gemeinsam mit der österreichischen Schwesterorganisation #aufstehn und der rumänischen NGO de-clic gestartet, die bereits seit langem gegen illegale Abholzung kämpft. Wenn die Holzfäller mehr Holz schlagen als erlaubt oder gesunde Bäume als krank deklarieren, um sie zu fällen, so schädigt das die Wälder langfristig. Dazu kommen gefälschte Papiere und Korruption. 

Raluca Vestemeanu von de-clic macht der österreichischen Schweighofer-Gruppe Vorwürfe: „Durch Bonuszahlungen bietet Schweighofer seinen Zulieferern Anreize für illegale Abholzung. Subunternehmer erhalten Geld für Fahrzeuge und Technik - unter der Bedingung, dass sie das gesamte Holz an die Sägewerke des Konzerns liefern“. Schweighofer versuche so mit aller Macht, das Holzgeschäft in Rumänien zu dominieren – vom Förster bis zum Regierungsvertreter, so Vestemeanu.

Diese Woche entscheidet der FSC-Vorstand auf seiner Tagung in Indonesien über den Fall aus Rumänien. Darf Schweighofer das FSC-Siegel weiter tragen, wird der Ruf der Organisation schwer geschädigt. Katrin Beushausen: „Die erfolgreiche jahrzehntelange Arbeit zum Schutz der Wälder würde durch den Vertrauensverlust zunichte gemacht.“

Achtung Redaktionen:
Ein Interview mit Raluca Vestemeanu finden Sie hier.

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Svenja Koch
Pressesprecherin

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