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Pressemitteilung

Schweinespalier gegen Trinkwassergefährdung durch Gülle

Campact und Aktion Agrar übergeben über 208 000 Unterschriften und “Goldenen Wasserhahn” an Landwirtschaftsminister Habeck

Kiel, 18.03.2015. Aktivisten von Campact und Aktion Agrar überreichten über 208 000 Unterschriften für eine wirksame Düngeverordnung an Schleswig-Holsteins Agrarminister Robert Habeck. Mit einem Spalier aus Pappschweinen unterstrichen sie Ihre Forderung: Keine Gülle ins Trinkwasser! Sie übergaben dem Minister einen goldenen Wasserhahn als Ansporn, weiterhin für den Schutz des Grundwassers und die Agrarwende zu arbeiten.

Habeck warf der Bundesregierung vor den Bauern in den Rücken zu fallen. Sie verspiele Zeit für unvermeidliche Umstellungen, indem sie die Signale aus Brüssel ignoriere.

Jutta Sundermann von Aktion Agrar sagte: „Der goldene Wasserhahn soll Habeck den Rücken stärken: er muss unser Trinkwasser schützen. Denn der Entwurf der Düngeverordnung, den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt kurz vor Weihnachten vorlegte, wäre eine Überdüngungs-Verordnung. Schmidt will 50kg Stickstoff-Überdosis pro Jahr und Hektar erlauben. Der Überschuss landet teilweise im Grund- und Trinkwasser."

Die von Umweltverbänden und dem Sachverständigenrat für Umweltfragen sowie vielen Bauern geforderte Hoftorbilanz fehle. Doch nur so lasse sich wirklich erfassen, welche Nährstoffe den Betrieb erreichen, auf dem Hof durch Mist und Gülle anfallen und durch den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte abgeführt werden.

Campact und Aktion Agrar lobten bei der Unterschriften-Übergabe, dass sich Schleswig-Holstein bereits klar gegen den Entwurf aus Berlin ausgesprochen habe. „Wir brauchen den Druck der Bundesländer, um die Agrarwende auf den Weg zu bringen“ erläuterte Chris Methmann von Campact und ergänzte: „Wir beobachten besorgt die dramatische Konzentration in der Tierhaltung: Die Ställe werden immer größer – zu Lasten der Tiere, der Umwelt und der Menschen. Die Düngeverordnung ist nur ein Instrument von mehreren, muss aber helfen, dieser Entwicklung einen Riegel vorzuschieben. Zukunftsfähig wird die Landwirtschaft erst, wenn die Zahl der Tiere wieder zu den vorhanden Flächen passt.“

Die 208.000 UnterzeichnerInnen fordern deshalb auch über die Düngeverordnung hinaus die Förderung einer flächengebundenen Tierhaltung.

Zum Appell und Hintergrundinformationen:

https://www.campact.de/duengeverordnung/
und https://www.aktion-agrar.de/kampagnen

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

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