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Jetzt mit Brief und Siegel der EU: eine Million gegen Glyphosat 

EBI reicht von EU-Behörden geprüften Protest gegen Monsanto-Pestizid ein  

Brüssel, 06.10.2017. Heute bestätigt die Europäische Kommission den Erhalt von 1.072.426 zertifizierten Unterschriften für ein Verbot des Pestizids Glyphosat. Seit Februar hatte ein breites Bündnis aus Umweltorganisationen und Netzwerken in 28 Ländern  im Rahmen der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) Protest-Unterschriften gesammelt. Drei Monate haben die EU-Länder die Korrektheit der Angaben geprüft. Die Organisatoren der EBI erstritten sich so das Recht erstritten, ihre Argumente während einer Anhörung im EU-Parlament vorzubringen. Die Kommission muss schriftlich Stellung beziehen. Die aktuelle Zulassung für Glyphosat läuft Mitte Dezember aus.

“Die Bürgerinnen und Bürger, die das Verbot unterstützen, zweifeln zurecht an der Unbedenklichkeit von Glyphosat”, sagt Maria Lohbeck von Campact. “Wenn das Bundesamt für Risikobewertung direkt aus Unterlagen des Herstellers Monsanto abschreibt und sich  das EU-Parlament gegen die Lobbyisten des Chemie-Giganten nur wehren kann, indem sie ihnen den Zugang verweigert, dann ist klar, dass die Konzerne hier alle Register ziehen. Dann können Mensch und Natur nur durch ein Verbot geschützt werden.” Die EU-Regeln sehen vor, krebsauslösende Stoffe zu verbieten. Glyphosat steht im Verdacht, das Wachstum von Tumoren zu begünstigen.

Die EBI, die Campact unterstützt, fordert neben dem Verbot EU-weite obligatorische Pestizid-Reduktionsziele und eine von der Industrie unabhängige wissenschaftliche Bewertung von Pestiziden. Eine erste Abstimmung über die weitere Zulassung von Glyphosat wird es wahrscheinlich Ende Oktober geben. Die deutsche amtsführende Regierung aus SPD und Union müsste sich wieder enthalten, da die SPD Glyphosat ablehnt und die Union den Einsatz fortsetzen will. 

Die Vorwürfe gegen das Bundesamt für Risikobewertung (BfR), keine eigenständige Bewertung der Gefahren durch Glyphosat vorgenommen zu haben, erhärten sich. Gestern präsentierte der Plagiatsprüfer Dr. Stefan Weber zusammen mit der Umweltorganisation  Global 2000 und dem Pestizid Aktions-Netzwerk Pan Germany Detailauswertungen über seitenweise abgeschriebene Passagen aus Monsanto-Studien in Dokumenten der BfR. 

Jährlich werden weltweit rund 800.000 Tonnen glyphosathaltiger Spritzmittel hergestellt. Neben der vermuteten Krebsgefahr beschleunigt das Totalherbizid das Artensterben, indem es unerwünschte Pflanzen wie Disteln, Eisenkraut, oder Nachtkerze komplett vernichtet - wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge, Hummeln oder Bienen. Da die Zahl der Insekten schwindet, sind auch Vogel- und Amphibien-Arten durch die industrialisierte Landwirtschaft massiv bedroht.

Weitere Infos: Ein Pressefoto mit Riesen-Schmetterlingen stellen wir gern kostenfrei zur Verfügung: http://www.presseportal.de/pm/64126/3753661

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

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