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Pressemitteilung

220 000 Menschen fordern: Glyphosat muss vom Tisch

Übergabe von Unterschriften an niedersächsischen Agrarminister Christian Meyer (Grüne) / Monsanto-Drache sprüht Pestizid auf Nahrungsmittel / “Was im Verdacht steht Krebs zu verursachen, hat in unserem Essen nichts verloren”

Osnabrück, 07.05.2015. Die Bürgerbewegung Campact hat heute über 220 000 Unterschriften für ein Verbot des Pestizids Glyphosat an den niedersächsischen Agrarminister Christian Meyer (Grüne) übergeben. Vor der Konferenz der Verbraucherschutzminister in Osnabrück appellierten zahlreiche Bürger an die versammelten Länderminister, sich für ein umfassendes Verbot durch die EU einzusetzen. Ein grüner Monsanto-Drache sprühte symbolisch giftige Pestizide auf Pflanzen, die als Nahrungsmittel dienen.

Angesichts der jüngsten Warnungen der Weltgesundheitsorganisation, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist, begrüßte Gerald Neubauer von Campact Meyers Initiative für ein Glyphosat-Verbot. Er forderte ihn auf, seinen Vorstoß auf landwirtschaftliche Anwendungen auszuweiten: "Die Minister müssen heute den Agrarkonzernen die Stirn bieten. Was im Verdacht steht Krebs zu verursachen, hat auf unseren Feldern und in unserem Essen nichts verloren und muss sofort verboten werden. Die Verbraucherschutzminister müssen jetzt dafür sorgen, dass die Anwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft untersagt wird. Die private Anwendung zu verbieten ist zwar ein erster Schritt, aber angesichts der Gefahren viel zu kurz gesprungen."

Meyer stellte sich im Gespräch mit den Demonstranten hinter die Forderung nach einem umfassenden Glyphosat-Verbot. Für morgen erwartete er eine knappe Entscheidung der Verbraucherschutzminister über den Antrag von Niedersachsen, Hessen und NRW hinsichtlich der privaten Anwendung des Pestizids.

Dieses Jahr entscheidet die EU-Kommission, ob die Zulassung des Wirkstoffs Glyphosat in der Europäischen Union für weitere zehn Jahre verlängert wird. Deutschland ist in dem EU-Verfahren Berichterstatter. Die Bundesregierung hat deshalb großen Einfluss darauf, ob Glyphosat in Europa verboten wird.

Das Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als “wahrscheinlich krebserzeugend” eingestuft. Das schrieben die Krebsforscher im März 2015 in der Fachzeitschrift “The Lancet”, nachdem sie Vergleichs-Studien aus Kanada, Schweden und den USA ausgewertet hatten.

Schon seit langem gab es den Verdacht, Glyphosat könne Krebs auslösen und Embryonen schädigen. Nun wurde dieser Verdacht erstmals offiziell bestätigt. In der Provinz Chaco in Argentinien, wo Soja angebaut und massiv Glyphosat eingesetzt wird, wurden steigende Krebsraten festgestellt.

Zum Campact-Appell und Hintergrundinformationen 

 

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

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