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Glyphosat: Morgen entscheidet EU-Behörde zur Krebsgefahr

Verden/Helsinki, 14. März 2017. Innerhalb von fünf Wochen haben sich an die 500.000 Menschen für ein Verbot des Pestizids Glyphosat ausgesprochen. Sie wenden sich damit im Rahmen einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) an die EU-Kommission, die in diesem Jahr mit den Mitgliedsstaaten über die weitere Zulassung des Wirkstoffs Glyphosat entscheiden muss. Das Spritzmittel, u.a. bekannt unter dem Namen Roundup, steht im Verdacht Krebs auszulösen und das Artensterben zu beschleunigen. Morgen äußert sich die Europäische Chemikalienagentur ECHA in Helsinki zur Krebsgefahr durch Glyphosat.

Am 8. Februar 2017 hat ein breites europäisches Bündnis aus mehr als 30 Organisationen in 15 Ländern die Europäische Bürgerinitiative gestartet. Die rund halbe Million an Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern fordern von der EU-Kommission Glyphosat zu verbieten, das Zulassungsverfahren für Pestizide in der EU zu reformieren und feste Ziele zur Reduzierung innerhalb der EU für den Einsatz solcher Gifte zu vereinbaren. Wenn eine Million Bürgerinnen und Bürger der EU die Petition unterzeichnet haben und in sieben Ländern eine Mindestanzahl an Unterschriften erreicht wurde, muss sich die Kommission mit den Forderungen der EBI stellen.

„Das ist dringend nötig“, sagt Maria Lohbeck von Campact. „Seit 2009 müssen Spritzmittel, die als krebserregend und erbgutschädigend klassifiziert sind, in der EU verboten werden. Für Glyphosat ist die Zeit mehr als reif. Sonst kommen wir nie zu einer pestizidfreien Landwirtschaft.“ In Deutschland wird die EBI neben Campact unter anderem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN Germany) und dem Umweltinstitut München unterstützt.

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten verwendete Ackergift. Es gibt seit Jahren heftige Debatten um die mögliche Krebsgefahr durch Glyphosat und um die Unabhängigkeit von Wissenschaftlern, die entsprechende Studien verfassen. Erst im März hatte die IARC, Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation auf die Krebsgefahr durch Glyphosat hingewiesen und das Gift als möglicherweise krebserregend für den Menschen klassifiziert. Doch die EU folgte dieser Einschätzung bisher nicht.

Neben dem Krebsverdacht ist der massenhafte Einsatz des Giftes auch ein Risiko für die Artenvielfalt. Das Totalherbizid kann alle unerwünschten Pflanzen und deren Samenvorräte auf Äckern, Wiesen, Wegen und Plätzen vernichten. Damit fehlen Insekten und in der Folge Vögel und anderen Tieren die Nahrung. „Wir sind auf dem Weg zu sterilen Äckern. Mit dem Verschwinden einer Pflanzenart verlieren zehn bis zwölf Insektenarten ihren Lebensraum. Glyphosat gehört verboten“, so Maria Lohbeck.

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

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