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Pressemitteilung

Europas Grenzen töten: Wir brauchen legale Fluchtwege und umfassende Seenotrettung

Aktion vor Kabinettssitzung in Berlin / Über 100 000 Unterschriften für Mare Nostrum

Berlin, 22.4.2015. Vor der Kabinettssitzung in Berlin protestierten heute Bürger für eine umfassende Seenotrettung im Mittelmeer und die Eröffnung legaler Fluchtwege. Mit Leichentüchern bedeckte “Flüchtlinge” legten sich auf den Rasen vor dem Kanzleramt. Sie erinnerten an über 1 100 Menschen, die allein in den letzten Tagen im Mittelmeer gestorben sind.

Katharina Nocun von Campact: “Die EU muss das Massensterben an ihren Außengrenzen beenden: Es braucht endlich legale und gefahrenfreie Fluchtwege für Schutzsuchende. Doch selbst unter dem Eindruck der Katastrophe soll vor allem die Abwehr von Flüchtlingen durch die EU-Grenzschutzagentur Frontex ausgebaut werden. Das ist zynisch.”

Eine Bürgerpetition auf der Campact-Petitionsplattform WeAct hat in den vergangenen Tagen über 100 000 Unterschriften erhalten. Die Münsteraner Kinderärztin Anne Schulze Everding hat die Petition gestartet. Sie sagt: „Es ist beschämend, dass die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete EU bisher nicht bereit war, die Kosten für die Fortsetzung von Mare Nostrum zu übernehmen. Europa darf nicht tatenlos zusehen, wie das Mittelmeer zu einem Friedhof wird. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen auf der Flucht vor Not und Elend vor unserer Haustür ertrinken.“

Die italienische Mission Mare Nostrum („Unser Meer“) rettete mehr als 150 000 Flüchtlingen das Leben. Seit dem Ende von Mare Nostrum zum 31. Oktober 2014 hat die europäische Grenzschutzagentur Frontex die Überwachung des Mittelmeeres übernommen. Die Frontex-Programme „Triton“ und „Poseidon“ sollen nun mit mehr Booten verstärkt und in einem größeren Aktionsradius eingesetzt werden. Doch die primäre Aufgabe von Frontex ist die Grenzkontrolle – und nicht die Rettung von Menschen in Not.

Zur Bürgerpetition von Anne Schulze Everding

 

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

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