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Pressemitteilung

Kirchentagsresolution: Flüchtlinge brauchen legale und sichere Fluchtwege nach Europa

„Militärische Einsätze gegen Flüchtlingsboote sind keine Lösung, sondern Teil des Problems“ / Innenminister de Maizière und Entwicklungsminister Müller mit Särgen und Flüchtlings-Appell konfrontiert

Stuttgart, 04.06.2015. Teilnehmer des  Stuttgarter Kirchentags verabschiedeten heute eine von der Campact-Campaignerin Katharina Nocun eingebrachte Resolution für den umfassenden Schutz von Flüchtlingen. Sie fordert den Ausbau der Seenotrettung, legale und sichere Fluchtwege, und appelliert an die Bundesregierung sich auf EU-Ebene für ein Ende der Abschottungs- und Abschreckungspolitik einzusetzen.

Auf einer Podiumsveranstaltung in Stuttgart mit Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) wurde die von der Bürgerbewegung Campact initiierte Resolution mit großer Mehrheit angenommen. In einer spektakulären Aktion trugen Aktivisten 20 Särge in den Saal, die an die Opfer der Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer erinnern.

Katharina Nocun von der Bürgerbewegung Campact, erläutert die Motive: „Menschenrechte enden nicht an unseren Staatsgrenzen. Militärische Einsätze gegen Flüchtlingsboote sind keine Lösung, sondern Teil des Problems. Europa muss denen die Hand reichen, die unsere Hilfe am dringendsten brauchen. Wir brauchen sichere und legale Fluchtwege.“

Müller und Innenminister Thomas de de Maizière nahmen über 175 000 Unterschriften unter einen Bürgerpetition der Münsteraner Kinderärztin Anne Schulze Everding entgegen. Sie fordert  eine Wiederaufnahme des erfolgreichen Seenotrettungsprogramms „Mare Nostrum“ im Mittelmeer.

DOKUMENTATION: Die angenommene Kirchentags-Resolution im Wortlaut:

Männer und Frauen, Familien und Kinder – sie sind auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung, Folter und Hunger. Sie eint die Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben in Europa. Tausende fanden den Tod auf der Flucht über das Mittelmeer. Sie sterben, weil die bisherige Politik versagt hat. Die Wahrheit ist: Europas Grenzen töten. Tag für Tag.

Deshalb fordern wir gemeinsam:

Die Initiatoren von Pegida haben versucht, Hass in unserer Mitte zu schüren. Sie sind gescheitert: Tausende Menschen stellten sich ihnen entgegen. Die Botschaft: Wir sind viele. Und wir lassen nicht zu, dass Hass gegen diejenigen geschürt wird, die sich auf der verzweifelten Suche nach Hilfe an uns wenden. Gemeinsam fordern wir eine neue Flüchtlingspolitik der Menschlichkeit ein.

In ganz Deutschland setzen sich Menschen wie Du und ich dafür ein, das Leid der Flüchtlinge zu lindern. Sie tun, was die Menschlichkeit gebietet: Sie heißen diejenigen willkommen, die unserer Hilfe bedürfen.

Gemeinsam rufen wir die Bundesregierung dazu auf, sich an die Seite derjenigen zu stellen, die willkommen heißen statt auszugrenzen. An die Seite derjenigen, die auf Nächstenliebe statt auf Hass bauen.

Europa muss denen die Hand reichen, die unsere Hilfe am dringendsten brauchen. Deutschland hat großen Einfluss in Europa. Die Bundesregierung trägt deshalb auch eine besondere Verantwortung. Wir fordern die Mitglieder der Bundesregierung darum auf, sich für einen Politikwechsel in Europa stark zu machen. Es ist höchste Zeit.

Wir, die das fordern, wir sind viele. Gemeinsam stehen wir ein für ein Europa, das bunt und vielfältig ist. In dem Menschenrechte nicht an Staatsgrenzen enden. Und in dem Menschen nicht länger an unseren Grenzen sterben.

Bist Du dabei?

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Zur Online-Petition von Anne Schulz Everding

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

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