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Gemeinsame Pressemitteilung von AbL, Campact, FIAN Deutschland, IG Saatgut, "Kein Patent auf Leben", No Patents on Seeds, WeMove.EU

Mehr als eine halbe Million Menschen fordern: Patente auf Leben stoppen

/Binnen nur drei Wochen schon über 513 000 Unterschriften gegen Patentierung von Pflanzen, Tieren und Saatgut / Heiko Maas ist nun gefordert/

12. Februar 2016. Innerhalb von nur drei Wochen haben schon mehr als 513.000 Menschen ihre Unterschrift unter einen Appell gegen die Patentierung von Pflanzen, Tieren und Saatgut gesetzt. Sie fordern den zuständigen Minister Heiko Maas (SPD) auf, nun im Verwaltungsrat des Europäischen Patentamts die Initiative zu ergreifen, um dem Missbrauch des Patentrechts durch das Europäische Patentamt einen Riegel vorzuschieben.

Obwohl der Wortlaut der europäischen Patentrichtlinie die Patentierung von konventionell gezüchteten Pflanzen ausschließt, vergibt das europäische Patentamt in einer eigenwilligen Rechtsauffassung immer wieder Patente auf Pflanzen wie Tomaten, Brokkoli oder Weizen an Saatgutkonzerne wie Monsanto, Syngenta und Bayer.

Lara Dovifat von der Bürgerbewegung Campact erklärt: "Patente auf Leben empören die Bürger. Dies zeigen mehr als eine halbe Million Unterschriften in so kurzer Zeit. Schon heute kontrollieren lediglich fünf Konzerne 95 Prozent des Marktes für Gemüsesaatgut. Heiko Maas muss nun im Interesse der Bürger aktiv werden und diese Patente stoppen“. Sie ruft dazu auf, den europaweiten Online-Appell gegen Patente auf Pflanzen und Tiere zu unterzeichnen und kündigte für die kommenden Monate weitere Aktionen an.

Auch in anderen europäischen Ländern regt sich der Protest. So kommen auch aus England, Schweden, Spanien, Frankreich und Italien zahlreiche Unterschriften zusammen. Jörg Rohwedder von der europaweiten Kampagnenorganisation WeMove.EU sieht Handlungsbedarf: “Bereits am 29. Februar steht das Thema Patente auf Leben auf der Tagesordnung des EU-Wettbewerbsrats. Dort muss die Bundesregierung, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, die Patentierung von Pflanzen, Tieren und Saatgut klar ablehnen.”

Patente auf Saatgut wirken sich nicht nur in Europa aus. Gertrud Falk von FIAN Deutschland erläutert: “Die Patentierung von Saatgut hat katastrophale globale Auswirkungen: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wird mit dem freien Zugang zu Saatgut die  Lebensgrundlage genommen. Dabei werden 70 Prozent der weltweiten Nahrungsmittel in kleinbäuerlicher Landwirtschaft angebaut. Die Folge: immer mehr Menschen hungern. Höchste Zeit Patente auf Leben auch auf europäischer Ebene zu stoppen.”

Weitere Informationen zur Kampagne:

Online-Appell:

https://www.campact.de/patente/appell/teilnehmen/ bzw. https://act.wemove.eu/campaigns/patente-auf-leben-stoppen (in mehreren Sprachen)

Kurzinformationen:

https://www.campact.de/patente/appell/5-minuten-info/

Ausführlicher Hintergrund:

http://no-patents-on-seeds.org/sites/default/files/news/bericht_keine_patente_auf_saatgut_2015.pdf

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

Diese Kontaktdaten sind nur für Pressekontakte. Wenn Sie sonstige Fragen oder Anliegen haben, bitten wir Sie hier Kontakt mit uns aufzunehmen.

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