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Gemeinsame Pressemitteilung

 

Über 90.000 Bürgerstimmen gegen EU-Saatgutverordnung in 24 Stunden

Kampagne sammelt innerhalb von 24 Stunden mehr als 90.000 Unterschriften gegen geplante EU-Saatgutverordnung / Unterzeichner fordern, traditionelle und regionale Sorten von Zulassungs- und Zertifizierungspflichten zu befreien / „Vielfalt fördern, statt vernichten“

Berlin/Verden, 26.4.2013. Das Kampagnen-Netzwerk Campact und die Initiative Save Our Seeds haben innerhalb von 24 Stunden mehr als 90.000 Unterschriften gegen eine geplante EU-Saatgutverordnung gesammelt. Die Unterzeichner des Appells fordern, traditionelle und regionale, aber auch neu entwickelte Sorten, die nicht für den Massenmarkt bestimmt sind, von Zulassungs- oder Zertifizierungspflichten zu befreien sowie den freien Austausch von Saatgut zu fördern. Sie befürchten, dass mit der geplanten Verordnung regionale Sorten verdrängt werden und Sortenvielfalt schrumpft.

Die Initiatoren des Appells stützen sich auf interne Entwürfe der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz von EU-Kommissar Tonio Borg. Ihnen zufolge dürften Betriebe, die Saat- und Pflanzgut erzeugen, künftig nur noch Sorten verwenden, die ein amtliches Zulassungsverfahren durchlaufen haben. Die Verordnung soll alle bisherigen Saatgut-Richtlinien und nationalen Gesetze ersetzen. Am 6. Mai 2013 will die EU-Kommission einen abgestimmten Entwurf vorstellen.

„Teure, komplizierte Zulassungsverfahren begünstigen die Hybridsorten der Saatgut-Industrie wie Syngenta, Monsanto oder BASF“, kritisiert Benny Härlin von Save Our Seeds. „Die EU-Kommission verspricht zwar Ausnahmen für alte Sorten – doch diese sind viel zu eng und lebensfern gefasst. Wieder entdeckte oder neu gezüchtete, lokal angepasste Sorten hätten faktisch keine Chance mehr. Der Saatgutindustrie würde auf der anderen Seite erstmals die Möglichkeit eingeräumt, ihre Sorten nach Vorgaben der EU selbst zu prüfen.“

Zwar sollen die geplanten Regeln nach Angaben der EU-Kommission nur für professionelle Züchter und Landwirte gelten. Doch in den bisherigen Entwürfen bleiben die Definitionen so schwammig, dass zum Beispiel auch Saatgut-Initiativen und Tauschbörsen darunter fallen können.

„Vielfalt von Obst und Gemüse auf unseren Feldern und Tellern sind wichtig für Mensch und Natur. Eine EU-Regelung muss diese Vielfalt fördern, anstatt sie zu vernichten. Wir alle sind als Gärtnerinnen, Köche, Verbraucher und Bauern betroffen, wenn die Vielfalt der Sorten schrumpft“, sagt Susanne Jacoby von Campact. „Wir fordern die EU-Kommission, insbesondere auch den deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger deshalb auf, auf die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger zu hören, anstatt Klientelpolitik für Agrarkonzerne zu machen.“

Mehr Informationen zum Online-Appell:

http://www.saveourseeds.org/dossiers/neue-eu-saatgutverordnung.html

https://www.campact.de/saatgutvielfalt/appell/

Auch in Österreich hat eine Online-Petition der Organisationen Arche Noah und Global2000 mehr als 130.000 Unterschriften gesammelt: https://helfen.global2000.at/de/node/19

 

Pressekontakte:

Benedikt Härlin, Save Our Seeds, haerlin@zs-l.de, 0173-999 75 55

Susanne Jacoby, Campact, jacoby@campact.de, 04231-957 457