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Gemeinsame Pressemitteilung von Campact e.V., Digitalcourage e.V. und dem Whistleblower Netzwerk e.V.

40.000 Bürger bieten Edward Snowden Unterkunft in Deutschland an

Aktionen in Berlin und fünf weiteren Städten stellen Betten für Snowden

auf öffentlichen Plätzen auf

 

Berlin, 5.6.2014. Stellen Sie sich vor, es klingelt bei Ihnen Zuhause.

Sie öffnen und vor Ihrer Tür steht ein schmächtiger Mann, Anfang 30. Er

sagt: „Ich bin Edward Snowden. Könnte ich hereinkommen?“ Auf diese Frage

antworten über 40.000 Bundesbürger mit “Ja”. Sie zeigen Flagge und

hängen ein Schild “Ein Bett für Snowden” an ihre Tür. Anlass ist der

Jahrestag von Snowdens Enthüllungen, die die Welt erschütterten.

 

Auch Abbgeordnete des deutschen Bundestags sind dabei: Zur heutigen

Sitzung des NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags übergaben

Bürgerrechtler im Rahmen der Kampagne “Ein Bett für Snowden” die

Türschilder an die Abgeordneten Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die

Grünen) und Martina Renner (Linke), mit der Bitte sich für den sicheren

Aufenthalt von Edward Snowden in Deutschland einzusetzen. Auch in

Hamburg, München, Köln, Dresden, Kiel und Bielefeld werden heute auf

zentralen Plätzen Betten für Edward Snowden aufgestellt.

 

„Mehr als 40.000 Menschen in Deutschland bieten Edward Snowden eine

sichere Unterkunft an, doch die Bundesregierung blockiert. Wenn Edward

Snowden nicht vor dem NSA-Untersuchungsausschuss in Deutschland anhören

wird, kommt das einer Absage an jegliche Aufklärung gleich", kritisierte

Katharina Nocun von Campact. "Wenn der Generalbundesanwalt meint, ihm

fehlten die Beweise, sollte der Mann, der Zeuge und zentrales

Beweismittel zugleich ist, vor den NSA-Ausschuss nach Deutschland

geladen werden.“

 

"Überwachung macht Menschen unfrei, beschädigt unsere Souveränität und

damit die Grundlage unserer Demokratie. Wir müssen Edward Snowden

dankbar sein, dass er uns aufgeklärt hat. Wir fordern, dass Edward

Snowden vom NSA-Untersuchungsausschuß gehört wird und er dauerhaft

sicheren Aufenthalt in Deutschland erhält." so Rena Tangens,

Digitalcourage. "Wir verteilen 1.000.000 Aufkleber mit der Forderung

nach Asyl  für Edward Snowden, die kostenlos bei Digitalcourage

angefordert werden können”.

 

"Wenn das Schild 'Ein Bett für Snowden' an Mietshäusern oder

Eigentumsanlagen angebracht wird, führt das zweifellos zu kontroversen

Diskussionen unter den Bewohnern“, sagt Annegret Falter vom Vorstand des

Whistleblower-Netzwerks. "Mit dieser Aktion wird die politische Debatte

um Whistleblowerschutz und Edward Snowdens Vernehmung vor dem

NSA-Ausschuss hier in Deutschland in die Wohnquartiere und vor die

eigene Haustür getragen.“

 

Mehr als 210.000 Unterschriften stehen bereits unter einem Appell des

Kampagnen-Netzwerks Campact in Kooperation mit Digitalcourage e.V. und

dem Whistleblower-Netzwerk e.V. Der Appell fordert eine vom

Asylverfahren unabhängige Aufenthaltserlaubnis für Snowden, verbunden

mit einem Zeugenschutzprogramm. Weiterhin verlangen die Unterzeichner

ein Whistleblowerschutz-Gesetz, durch das Hinweisgeber in Deutschland

besser abgesichert werden sollen.

 

Am 6. Juni jährt sich die Publikation der ersten Snowden-Dokumente in

internationalen Zeitungen. Am 9.Juni 2013 gab Snowden sich erstmals zu

erkennen.

 

Campact-Appell und Hintergrundinformationen

 

Die Kampagne “Ein Bett für Snowden” mit Druckvorlage des Türschilds

 

Aufkleber-Aktion von Digitalcourage

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

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