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Reiche Eltern für alle?

Campact-Aktive und Studenten protestieren bei CDU und FDP gegen geplante Studiengebühren

Düsseldorf, 9. Juni 2017. Heute haben 30 Aktive der Bürgerbewegung Campact und zahlreiche Studierende zu Beginn der Koalitionsverhandlungen von CDU und FDP einen übergroßen Schuldenberg aufgebaut, unter dem Studenten symbolisch erdrückt werden. Die Aktion vor der Jugendherberge in Düsseldorf soll den Protest gegen Pläne der FDP verdeutlichen, die in Nordrhein-Westfalen Studiengebühren einführen will. Seit dem Wintersemester 2014/2015 werden solche Gebühren in keinem Bundesland mehr erhoben. Der künftige Koalitionspartner CDU könnte die Pläne der FDP verhindern. In ihrem Wahlprogramm für die Landtagswahlen wollten die Christdemokraten noch kostenfreien Zugang zur Hochschulbildung sichern.  

“Es wäre ein absoluter Fehlstart der gelb-schwarzen Koalition in NRW”, sagt Lisa Lehmann von Campact. “Mit den Gebühren würde man die meisten der über 700.000 Studentinnen und Studenten vor den Kopf stoßen und viele mit Abitur frustrieren. Nicht alle haben reiche Eltern.”  Die Demonstranten wollen Armin Laschet (CDU) und Christian Lindner (FDP)über 36.000 Unterschriften gegen die Pläne überreichen, die in den letzten Tagen in Nordrhein-Westfalen gesammelt wurden.

Campact hat die Aktion gemeinsam mit den LAT-NRW (Landesweite Interessenvertretung der Studierendenschaften NRW), dem ABS (Aktionsbündnis gegen Studiengebühren) und dem Netzwerk “Nein zu Studiengebühren” gestartet. "Bildung ist nach Auffassung des LAT NRW ein Grundrecht. Studiengebühren - während oder nach dem Studium - schaffen zusätzliche finanzielle Hürden und erschweren damit den Zugang zu Bildung, gerade für die Menschen, die von dieser am meisten profitieren könnten”, so Katrin Lögering, Koordinatorin des LAT-NRW.

Schon die Semestergebühren von 350 Euro pro Semester übersteigen bei vielen Studierenden ihre finanziellen Möglichkeiten. Die Studiengebühren kämen dazu. Nach einem Bachelor- und Masterstudium können daraus Schulden in Höhe von 8.000 Euro werden - allerdings nur für diejenigen, die in Regelstudienzeit fertig sind. Für alle anderen ist das Risiko höher.

Die schwarz-gelbe Koalition führte schon einmal, 2006, Studiengebühren ein. Es folgten bundesweite Proteste: Universitäten wurden blockiert,  über 200.000 junge Menschen gingen auf die Straße. In der Folge wurde die schwarz-gelbe Regierung in Nordrhein-Westfalen abgewählt. Die letzte rot-grüne Landesregierung schaffte die Studiengebühren direkt wieder ab.

Kontakt

Svenja Koch
Pressesprecherin

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