5-Minuten-Info Deutsche Bank

Warum sind die Torf-Regenwälder besonders wertvoll?

Torfböden sind ein wichtiger Speicher des Treibstoffgases Kohlendioxid (CO2). Indonesiens Regenwald steht zu weiten Teilen auf diesen Torfmooren: Die Rodung dieser Wälder setzt daher große Mengen des schädlichen Gases frei. Wird ein einziger Hektar Torf-Regenwald trockengelegt, bedeutet das bis zu 6.000 Tonnen CO2 - das ist 50 mal mehr als bei Urwald ohne Torfboden!

In welche Firmen investiert die Deutsche Bank in Indonesien?

Die Deutsche Bank finanziert die Firmen Noble Group und Pacific Finance/Indofood, welche die Zerstörung von großen Regenwaldflächen zu verantworten haben. Beide Firmen sind Mischkonzerne, zu denen Tochterfirmen gehören, die Palmölplantagen betreiben. Im Bericht „Dirty Bankers“ von Greenpeace wird aufgedeckt, dass die Firmen in erheblichem Maß an der Zerstörung von Urwald beteiligt sind. Zusätzlich werden ihnen Menschenrechtsverletzungen gegenüber der lokalen Bevölkerung und weitere soziale Konflikte vorgeworfen.

Um was für Finanzierungen geht es genau?

Die Deutsche Bank hat sich zwischen 2013 und 2016 an vier Krediten der Noble Group beteiligt. Zusammen mit anderen Banken wurden insgesamt rund vier Milliarden Dollar an Noble ausgezahlt. Zudem profitierte die Deutsche Bank von einer Unternehmensanleihe von über 21 Millionen Euro. Während diese Geschäfte ausgelaufen sind, ist die Deutsche Bank aktuell an zwei Anleihen über jeweils 400 Millionen Dollar an Noble beteiligt. Darüber hinaus ist die Deutsche Bank zurzeit auch involviert in die Finanzierung von Pacific Finance/Indofood. Für diese Firma hat sich die Deutsche Bank an einer Unternehmens-Anleihe über 400 Millionen Dollar beteiligt.

Warum sind die Anlagerichtlinien der Deutschen Bank mangelhaft?

Die Deutsche Bank hat sich selbst Regeln für Kredite oder andere Geschäftsbeziehungen gesetzt. Diese Regeln sind aber so weich formuliert, dass sie die Zerstörung von Regenwäldern oder Torfmooren erlauben. Für Palmöl-Investments verlangt die Deutsche Bank eine Zertifizierung des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). RSPO wird von zahlreichen Umweltorganisationen als zu schwach kritisiert. Auch Firmen mit RSPO-Zertifikat sind in die Zerstörung von Regenwald involviert. Darüber hinaus erwartet die Deutsche Bank von ihren Kunden ein Bekenntnis zu einer „Netto-Null-Entwaldung“. Das ist in zweifacher Hinsicht ungenügend.  „Netto-Null-Entwaldung“ bedeutet im Klartext: Die Abholzung von Urwald ist okay, solange an anderer Stelle wieder aufgeforstet wird. Ignoriert wird dabei die über Jahrhunderte entstandene Vielfalt des Urwalds sowie die erhebliche CO2-Belastung. Hinzu kommt: Die Deutsche Bank erwartet ein solches Bekenntnis lediglich, anstatt es einzufordern.

Was ist das Problem mit Palmöl?

Palmöl ist das weltweit am meisten genutzte Pflanzenfett. Indonesien produziert davon etwa die Hälfte. Um die immer größere Nachfrage zu bedienen, wird Regenwald gerodet und riesige Palmölplantagen entstehen.

Was bedeutet die Urwaldvernichtung für Orang-Utans?

Der Regenwald ist der Lebensraum der Orang-Utans. Durch Abholzung und Rodung wird dieser nach und nach zerstört. Indonesien bestand einmal zu 90% aus Urwald, davon sind nur noch 30% vorhanden. Die kleinen Flächen liegen zerpflückt inmitten riesiger Palmölplantagen. Sie bieten den Orang-Utans viel zu wenig Nahrung zum Überleben und schotten sie obendrein von Artgenossen ab. Als Lebensraum benötigen die intelligenten Menschenaffen mindestens einen Quadratkilometer Regenwald. Sie sind in der Lage, sich über ein Gebiet von 300 Hektar (das sind etwa 420 Fußballfelder) jeden Baum und Strauch zu merken: Mit dieser enormen Merkfähigkeit sind sie uns Menschen weit überlegen. Die schematischen Palmölplantagen bieten ihnen jedoch weder Orientierungspunkte noch Nahrung. Vielmals verhungern sie inmitten des Palmenmeeres. Eine weitere Bedrohung ist der Vernichtungsprozess des Urwaldes selbst. Viele der Orang-Utans sterben während der Rodung in den Flammen.

Was muss die Deutsche Bank jetzt tun?

Wir fordern von der Deutschen Bank, dass sie alle Geschäftsbeziehungen zu Firmen beendet, die zur Zerstörung von Regenwald und Torfmooren beitragen. Um das sicher zu stellen, muss die Deutsche Bank ihre Anlage-Richtlinien verschärfen. In Zukunft darf die Deutsche Bank sich nicht mehr an Krediten, Unternehmensanleihen oder anderen Formen der Finanzierung für solche Firmen beteiligen. Dies gilt auch für Unternehmen, deren Tochterfirmen Regenwald zerstören.

Spenden Sie für unsere Aktion gegen das Urwaldkiller-Geschäft!

Mit einer riesigen Motorsäge und Orang-Utan-Kostümen wollen wir so laut wie möglich vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank demonstrieren. Mit dieser Aktion machen wir klar: Die Investitionen der Bank zerstören Regenwälder. Zahlreiche Aktionär/innen werden am 18. Mai in der Frankfurter Festhalle anwesend sein, wenn wir unseren Appell an den Vorstandsvorsitzenden John Cryan überreichen. Für die überdimensionale Kettensäge und Kostüme fehlen uns noch 5.000 Euro.

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