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Bundestagsabgeordneter Florian Pronold antwortet auf SPD-E-Mails
Ein weiteres Mitglied der SPD-AG Finanzen hat auf unsere E-Mails geantwortet. Wir dokumentieren den Brief des Abgeordneten Florian Pronold und laden Sie herzlich ein, diesen zu kommentieren.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie haben sich an einer Protestaktion der
Organisation Campact beteiligt und mich und einige meiner Bundestagskolleginnen
und -kollegen aufgerufen, uns für vernünftige und sozial gerechte Alternativen
zur Mehrwertsteuererhöhung einzusetzen. Ich möchte Ihnen auf diesen Appell
gerne antworten.
Zunächst einmal stehe ich nach wie vor zu den in ihrem Schreiben zitierten
Argumenten, mit denen wir im Bundestagswahlkampf gegen eine Erhöhung der
Mehrwertsteuer gekämpft haben. Die Mehrwertsteuer ist gegenüber einer direkten
Besteuerung von Einkommen, Gewinnen und Vermögen ungerechter, eine Erhöhung würde
in der aktuellen Situation der Konjunktur schaden und sie kann Arbeitsplätze in
Handwerk, Gastronomie und Einzelhandel gefährden. Das gilt auch heute noch.
Das Wahlergebnis vom 18. September hat nun eine vollständige Umsetzung des
Wahlprogramms der SPD unmöglich gemacht. Eine Regierungsbildung war faktisch
nur in Form der großen Koalition mit den Unionsparteien möglich. Damit war
auch klar: Wer in einem solchen Bündnis 50 Prozent darstellt, kann seine
Positionen nicht zu 100 Prozent durchsetzen. Wir halten eine Konsolidierung der
öffentlichen Haushalte über die Stärkung des Wachstums und den Abbau von
Steuersubventionen weiterhin für richtig und realistisch. Die Mehrwertsteuererhöhung
war jedoch eins der zentralen Projekte der Union und deshalb nicht verhandelbar.
Die Mehrwertsteuererhöhung ist also eine schwarze Kröte, die die SPD schlucken
musste. Mit diesem Zugeständnis an die Union waren jedoch wichtige
Verhandlungserfolge im Bereich der Steuerpolitik, der Arbeitnehmerrechte und in
vielen anderen Politikbereichen verbunden.
Im Zusammenhang mit der Erhöhung der
Mehrwertsteuer konnten wir immerhin folgendes erreichen:
1.
Die Erhöhung wird statt 2006 erst 2007 kommen, um die Möglichkeit zu
schaffen, die Konjunktur im nächsten Jahr soweit anzukurbeln, dass die schädlichen
Auswirkungen einer Mehrwertsteuererhöhung weniger zum tragen kommen.
2.
Mit dem Impulsprogramm (25 Milliarden Euro in vier Jahren) und einigen
Sofortmaßnahmen im nächsten Jahr werden Rahmenbedingungen für eine Erholung
der Konjunktur im nächsten Jahr geschaffen.
3.
Der ermäßigte Steuersatz auf Lebensmittel, Personennahverkehr, Bücher
und Zeitungen bleibt bei 7% und wird nicht auf 9,5% angehoben.
4.
Die befürchteten Auswirkungen auf das Handwerk werden durch die Möglichkeit
kompensiert, Handwerkerrechnungen anteilig auf die Steuerschuld anzurechnen.
Wie oben gesagt, halte ich die
Mehrwertsteuererhöhung trotz all dieser Konkretisierungen nicht für den
richtigen Weg. Ich sehe jedoch an diesem Punkt kaum Möglichkeiten, die
Vereinbarungen des Koalitionsvertrags noch einmal in Frage zu stellen. Die von
ihnen angeführten alternativen Finanzierungsvorschläge halte ich allesamt für
richtig, zum großen Teil sind sie jedoch unter den aktuellen Mehrheitsverhältnissen
kaum umsetzbar. Im Einzelnen ist dazu folgendes zu sagen:
1.
Hohe Einkommen stärker besteuern, Steuerschlupflöcher schließen
Ich stimme Ihnen zu, dass der Spitzensteuersatz im Rahmen der
Einkommenssteuerreform – im Übrigen auch damals schon in Folge eines
Kompromisses mit der Union im Vermittlungsausschuss – zu stark abgesenkt
worden ist. Im Bundestagswahlkampf haben wir uns gegen eine von der Union
geplante weitere Absenkung des Spitzensteuersatzes gewandt und diese Position
auch in den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt. Eine generelle Erhöhung des
Spitzensteuersatzes war und ist mit der Union nicht zu erreichen. Allerdings ist
es seit langem zum ersten Mal gelungen, mit der „Reichensteuer“ eine
Steuererhöhung für Spitzenverdiener durchzusetzen, auch wenn das Aufkommen mit
2 Milliarden Euro vergleichsweise gering ist.
Was die Beschränkung legaler Steuersparmodelle angeht, haben wir dieses Ziel
nicht nur im Koalitionsvertrag verankert sondern sind auch dabei, dafür zu
sorgen, dass die neue Rechtslage für Medien- und Schiffsfonds bereits 2006
gelten wird.
2.
Große Vermögen höher besteuern
Ich setzte mich persönlich seit Jahren für eine Wiedereinführung der Vermögensteuer
ein. Nach der Regierungsübernahme der SPD 1998 gab es für eine kurze Zeit die
Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen. Die Vermögensteuer wurde jedoch auch
vom damaligen Finanzminister verhindert, der deshalb heute nicht sehr glaubwürdig
ist, wenn er eine Vermögensteuer fordert. Seit dem Verlust der
Bundesratsmehrheit von rot-grün im Jahr 1999 gibt es jedoch für diese Maßnahme
keine politischen Mehrheiten mehr. Auch in der großen Koalition gibt es dafür
keine Aussichten. Wesentlich bessere Durchsetzungsmöglichkeiten sehe ich für
eine höhere Besteuerung von hohen Privatvermögen im Erbschaftsfall. Im Rahmen
der anstehenden Reform der Erbschaftsteuer muss eine gleichmäßige und realitätsnahe
Vermögensbewertung und auch eine Erhöhung der Steuersätze für hohe
Erbschaften durchgesetzt werden.
3.
Unternehmen angemessen zur Finanzierung heranziehen
Ich teile ihre Einschätzung, dass Unternehmensteuersenkungen in der Regel nicht
zu mehr Investitionen und Arbeitsplätzen führen und dass die durchschnittliche
Steuerbelastung der Unternehmen in Deutschland nicht besonders hoch ist. Ebenso
teile ich ihre Kritik am geplanten Verzicht auf die Erbschaftsteuer bei
Betriebsweiterführungen. Hinter diesem Vorschlag steckt die nirgends belegte
aber leider nicht auszurottende Behauptung, dass tatsächlich mittelständische
Unternehmen aufgrund der Erbschaftsteuerbelastung geschlossen werden.
Was die Unternehmensbesteuerung angeht, haben jedoch schon einige Maßnahmen der
vergangenen Jahre – wie z.B. die Einführung der so genannten
Mindestbesteuerung – deutliche Verbesserungen beim Aufkommen aus der
Unternehmensbesteuerung gebracht. Auch die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags
über eine zukünftige einheitliche Besteuerung von Personenunternehmen und
Kapitalgesellschaften schreiben die Einschränkung von steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten
und die nachhaltige Sicherung der deutschen Steuerbasis als Ziele der
Unternehmenssteuerreform fest. Auch wenn es über die Details sicherlich noch
harte Auseinandersetzungen geben wird, ist ihrem Anliegen damit durch den
Einsatz der SPD bereits teilweise Rechung getragen. Ich werde mich selbstverständlich
dafür einsetzen, bei der Unternehmensbesteuerung keine weiteren
Netto-Entlastungen zuzulassen.
4.
Steuerbetrug konsequent bekämpfen
Die konsequente Bekämpfung des Steuerbetrugs ist in der Tat ein entscheidender
Punkt bei der Verbesserung der Einnahmesituation des Staates. Wie Sie richtig
schreiben, steht die Zuständigkeit der Länder einer effektiven Betrugsbekämpfung
vielfach entgegen. Im Rahmen der Vereinbarungen zur Föderalismusreform haben
wir bereits einige Festlegungen zur Stärkung der Bundeskompetenzen im Bereich
der Steuerfahndung erreicht, eine vollständige Kompetenzverlagerung wird es
jedoch nicht geben.
Mindestens ebenso wichtig sind die Koalitionsvereinbarungen zur Bekämpfung des
Umsatzsteuerbetrugs durch eine Veränderung des Verfahrens der Steuererhebung.
Wie sie sehen, ist meine Position in den
meisten Fragen nicht weit von Ihrer und der Position der Initiatoren der
Campagne entfernt. Ich möchte Sie jedoch auch darum bitten, die gegebenen
politischen Mehrheitsverhältnisse bei der Beurteilung der
Koalitionsvereinbarungen und der Regierungspolitik der SPD zu berücksichtigen.
Nicht alles was wir für richtig halten, lässt sich auch durchsetzen. Und die
Verständigung über eine Koalition bedeutet auch, dass einmal eingegangene
Kompromisse nicht beliebig in Frage gestellt werden können. Ich werde in den nächsten
vier Jahren versuchen, soviel für die gerechtere Verteilung der Steuerlast zu
tun, wie das unter den gegebenen Umständen möglicht ist. Dabei hoffe ich auf
ihre kritische aber auch realistische und konstruktive Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Pronold, MdB
Die hier gesammelten Kommentare werden wir an Herrn Pronold weiterleiten
, Eintrag von:
Antwort eines Ex-Kollegen
Liebe Andrea, liebe Ingrid,
lieber Florian, lieber Lothar,
zunächst einmal auch von mir einen herzlichen Dank, dass ihr auf die Protestmails zur Mehrwertsteuererhöhung geantwortet habt. Als euer ehemaliger Kollege freue ich mich, dass ihr den Protest so vieler Bürgerinnen und Bürger nicht schweigend hinnehmt.
Ich freue mich noch mehr darüber, dass ihr alle die Argumente gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, wie sie in den Protestmails geäußert werden, teilt. Das ist allerdings ja auch kein Wunder, denn es sind ja die SPD-Argumente aus dem Wahlkampf. Was vor der Wahl richtig ist, kann ja nach der Wahl nicht falsch sein.
Nun schreibt aber nur Andrea, dass sie sich vorstellen könnte, unter Umständen auch im Bundestag gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, wie sie im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, zu stimmen. Ihr drei anderen verweist auf den Kompromisscharakter einer Koalitionsvereinbarung, in der keiner der Partner seine Vorstellungen lupenrein durchsetzen kann. Das ist sicher so und ich glaube, dass das den meisten Menschen generell auch klar ist. Aber, was ist das für ein Kompromiss: Zwei Prozentpunkte „Merkelsteuer“ im Wahlkampf ablehnen und sich danach auf drei Prozentpunkte einigen.
Ihr findet unsere Alternativvorschläge auch im Großen und Ganzen richtig, auch wenn Lothar ja ellenlang aufzählt, welche Streuerschlupflöcher Rot/Grüne schon geschlossen hat. Dennoch bleibt, dass die rot/grüne Steuerpolitik, tatkräftig unterstützt von Bundesrat, die Unternehmen begünstigt hat. Und die Steuerfreiheit der Veräußerungsgewinne, gegen die ich gekämpft habe, bescherte ihnen einen Reibach sondergleichen. Dass die Verbände trotzdem noch schreien, geht nach dem Motto: „je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Klagen still.“ Ich kann mich noch erinnern, wie zufrieden sich der, damals noch Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) über unsere Steuerpolitik äußerte. Während Christine Scheel und bei uns auch einige über das Lob freuten, war doch klar, dass die nächsten Forderungen bald auf den Tisch kommen würden. Und so geschah es ja dann auch und alle gaben nach: nun soll der Körperschaftsteuersatz noch einmal gesenkt und die Mehrwertsteuer erhöht werden. Ich finde, dass hat mit Besteuerung nach Leistungsfähigkeit nichts mehr zu tun und mit sozialer Gerechtigkeit schon gar nicht. Und wirtschaftspolitisch ist es töricht.
Ich bitte euch darum, euren Antworten Taten folgen zu lassen, noch einmal über unsere Alternativen nachzudenken, sie in die Beratungen der Bundestagsfraktion und des Finanzausschusses einzubringen und euch gegen die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu wehren.
Herzliche Grüße
Detlev von Larcher
06.12.2005 09:26, Eintrag von: Wirbelwind
Familienfreundliche Verbrauchssteuer
Liebe SPD-Abgeordnete,
alle Argumente berufen sich auf den
Sachzwang des Koalitionsvertrages,
doch ist ja noch Zeit bis zur
Umsetzung desselben. Wie wär es mit
der Einführung einer Entlastung der
Familien von der Verbrauchssteuer
(=Mehrwertsteuer), wie es in einigen
europäischen Ländern bereits
praktiziert wird. Dort unterliegen
solche Artikel und Dienstleistungen,
die besonders Familien mit Kindern
nutzen (Spielwaren, Hygieneartikel...)
einer wesentlich niedrigeren
Mehrwertsteuer. So, wie es hier z.B.
auch für Bücher gilt. So könnte eine
gewisse "Sozialverträglichkeit" und
eine Familienfreundlichkeit in dieses
unschöne Thema einfließen.
Diskutieren Sie das doch mal....
30.11.2005 18:37, Eintrag von: donny
na ja...
Lieber Herr Pronold,
vielen Dank für Ihre Antwort. Selbst das
ist heutzutage schon ein Grund zur
Freude, ich hatte ehrlich gesagt nicht
damit gerechnet, auch nur von einem von
Ihnen zu hören. Da habe ich mich getäuscht.
Was die Argumente angeht, bin ich
hingegen nicht zufriedengestellt.
"Eine Regierungsbildung war
faktisch nur in Form der großen
Koalition mit den Unionsparteien
möglich. Damit war auch klar: Wer in
einem solchen Bündnis 50 Prozent
darstellt, kann seine Positionen nicht
zu 100 Prozent durchsetzen."
Lassen Sie sich sagen, als Grüner kennt
man dieses Argument nur zu gut. Davon
wird es aber nicht unbedingt richtiger.
Allzuoft wird dieser "Sachzwang" auch
als Vorwand benutzt.
Wenn Merkel 2% MWST-Erhöhung will und
die SPD will keine, dann hätte man sich
- analog dem 50:50 - auch ganz einfach
auf eine MWST von 17% einigen können!
Das hätte ich dann zwar immer noch nicht
gut gefunden, aber ich hätte es
verstanden. Ein Mehr wäre eben nicht
machbar gewesen, und mit SPD wäre es
immerhin nicht so schlimm gekommen wie
mit der CDU alleine.
Nun aber muß man sagen: Mit der SPD ist
es noch schlimmer gekommen, als mit der
CDU alleine! Die Verschiebung auf 2007
ist unsinnig, weil die Menschen
angesichts der derzeitigen Stimmung 2006
keinen Kaufrausch feiern werden, sondern
eher für 2007 vorsparen.
Mann kann also sagen, die CDU hat sich
zu 150% durchgesetzt, und die SPD hat
sich gleich dreimal verleugnet.
Und da - so sehr ich Ihr Argumente
schätze - kann man eigentlich nur
hoffen, daß die Wählerinnen und Wähler
sich auch 2009 noch an die SPD-Plakate
"Keine Merkelsteuer" erinnern werden. So
dreist haben die Unionsparteien nämlich
an keiner Stelle gelogen!
29.11.2005 20:45, Eintrag von: Cornelius
Regierung ist nicht gleich Parlament
Die Argumente, die hier dafür angeführt
wurden, dass die SPD die "Kröte"
Mehrwertsteuererhöhung schlucken
musste, betreffen zwar die
Regierungsbildung, nicht aber den
Willen der Parlamentsmehrheit. Was
spricht dagegen, dass der Bundestag mit
Mehrheit eine Mehrwertsteuererhöhung
ablehnt? Nichts! Die Mehrheit ist mit
Sicherheit davon überzeugt, dass dies
ein absolut falscher Schritt ist. Ich
appelliere an die Parlamentarier, sich
geistig von der Regierung unabhängiger
zu machen! Wozu haben wir sonst ein
Parlament, wenn nicht dazu, die
Regierung zu kontrollieren und
gegebenenfalls auch von falschen
Entscheidungen abzuhalten? Der
Parlamentarier ist nur seinem Gewissen
verpflichtet, aber nicht einem
Regierungskurs, den er für falsch hält,
auch dann nicht, wenn er einer
Regierungsfraktion angehört.
, Eintrag von:
Wer ist den hier der Sozialdemokrat?
Sehr geehrte Frau Arndt-Brauer,
Sie schreiben,
"Das Bundestagswahlergebnis ließ zum
jetzigen Zeitpunkt leider keine anderen
Möglichkeiten zur Regierungsbildung zu,
da die Gräben zur Linkspartei zu groß
waren.
Wichtig für mich ist jetzt, dass wir
unsere Partei programmatisch
(neu-)orientieren und unsere politischen
Forderungen und Werte - ungeachtet
dessen was wir mit CDU/CSU realisieren
können - nicht aus den Augen verlieren
dürfen."
Sehr geehrter Herr Pronold,
Sie schreiben,
"Eine Regierungsbildung war faktisch nur
in Form der großen Koalition mit den
Unionsparteien möglich.
Die Mehrwertsteuer ist gegenüber einer
direkten Besteuerung von Einkommen,
Gewinnen und Vermögen ungerechter, eine
Erhöhung würde in der aktuellen
Situation der Konjunktur schaden und sie
kann Arbeitsplätze in Handwerk,
Gastronomie und Einzelhandel gefährden.
Das gilt auch heute noch.
Die Mehrwertsteuererhöhung war jedoch
eins der zentralen Projekte der Union
und deshalb nicht verhandelbar. Die
Mehrwertsteuererhöhung ist also eine
schwarze Kröte, die die SPD schlucken
musste."
Dazu folgenden Anmerkungen:
Der Kompromiss zwischen CDU und SPD
besteht also darin, aus der
CDU-Forderung von 2 Punkten und der
SPD-Forderung von 0 Punkten auf 3 Punkte
zu erhöhen. Kompromiss bedeutet, einen
Mittelweg zwischen zwei Positionen zu
finden, also etwa eine Erhöhung auf 1
Punkt. Wenn Sie also den Begriff
Kompromiss verwenden, verschleiern Sie
die Wahrheit.
Neben der Erhöhung der Steuern auf
Gewinne und Erbschaften könnte man auch
eine 0,5% Börsenumsatzsteuer einführen,
die es in Deutschland auch schon gab und
in England immer noch existiert,
Einnahme etwa 15 Mrd. €, doch ist dies
wahrscheinlich auch nicht möglich - aber
nicht nur wegen der CDU, diese Pläne
scheitern auch an neoliberalen SPD'lern
wie Clement, Müntefering und Steinbrück.
Und zu den zu großen "Gräben" zur
Linkspartei - nicht Oskar Lafontaine,
sondern Gerhard Schröder hat den Boden
der Sozialdemokratie verlassen!
Vielleicht können Sie sich an den Jubel
beim Parteitag in Mannheim 1995
erinnern, wenn Sie denn wollten, als
Oskar Lafontaine sagte:
„Die gegenwärtige Entwicklung ist völlig
inakzeptabel. Die Sekretärinnen, die
Krankenpfleger und die Facharbeiter
zahlen brav ihre Steuern, und die
Bezieher höherer Einkommen haben so
viele Abschreibungsobjekte, daß
Millionäre stolz darauf sind und sich
damit brüsten, daß sie keinen Pfennig
Steuern zahlen.
Wie soll da das Vertrauen in unseren
Staat noch gegeben sein?“
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Feiden
27.11.2005 14:46, Eintrag von: Bernick
Kurze Antwort an Herrn Probold
Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe
gemacht haben zu antwortrn. Ich sehe
zwar Ihre Zwangssituation
(Eingebundensein in die
fraktio/Koalition), aber bei den
Argumenten, die Sie im weiteren
Verlauf Ihres Briefes anführen,
verbietet sich eigentlich eine
Zustimmung zur Mehrwertsteuererhöhung.
Zusammen mit der unsinnigen
Zinserhöhung durch die EZB wird die
MwSt ab 2007 die Konjunktur weiter
abschwächen. Die Förderung der
Binnennachfrage dagegen tut Not!
Das in aller Kürze
Freundliche Grüße
Axel Bernick
Helga Bernick-Corbet
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