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Frisch gebloggt: Pestizide

5-Minuten-Info Neonikotinoide

Was sind Neonikotinoide?

Neonikotinoide sind Nervengifte, die Pflanzen vor saugenden und beißenden Insekten schützen sollen – zum Beispiel dem Maiszünsler. Die Pestizide werden entweder in den Boden eingearbeitet, auf Blätter aufgetragen oder als Beize auf das Saatgut "geklebt".

Wer hat ein Interesse daran, dass die Neonikotinoide erlaubt bleiben?

Ganz klar: die Hersteller. Chemiekonzerne wie Bayer, BASF und Syngenta machen mit den Chemikalien ein gutes Geschäft. Derzeit klagen sie vor dem Europäischen Gerichtshof gegen das bestehende Teilverbot. Ihrer Ansicht nach gebe es keine hinreichenden Beweise, die ein Verbot begründen würden. Die europäische Aufsichtsbehörde (EFSA) ist anderer Auffassung: Sie hält Neonicotinoide schädlich für Bienen und Menschen.

Sind die Neonikotinoide jetzt komplett verboten?

Jein. Die drei Bienenkillerstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam dürfen in Zukunft nur noch in Gewächshäusern eingesetzt werden. Bisher war der Einsatz bei Raps- und Maissaatgut verboten. Doch bei Rüben-Saatgut und Pflanzkartoffeln wurden sie noch eingesetzt. Damit ist jetzt Schluss! Im Kampf gegen das Insektensterben ist das ein wichtiger Schritt. Doch es warten schon neue Bienenkiller auf eine Zulassung. Und solange tonnenweise Glyphosat auf unsere Äcker gesprüht wird, und damit die Nahrungsgrundlage für Bienen, Hummeln &Co. abtötet, geben wir nicht auf für eine ökologischere und bäuerliche Landwirtschaft zu streiten!