Frisch gebloggt: Pestizide

5-Minuten-Info Neonikotinoide

Was sind Neonikotinoide?

Neonikotinoide sind Nervengifte, die Pflanzen vor saugenden und beißenden Insekten schützen sollen – zum Beispiel dem Maiszünsler. Die Pestizide werden entweder in den Boden eingearbeitet, auf Blätter aufgetragen oder als Beize auf das Saatgut "geklebt".

Wie können wir ein Verbot der Neonikotinoide erreichen?

Die EU-Kommission plant, die bienenschädlichen Neonikotinoide komplett im Freiland zu verbieten. Denn die Gefahr für die Bienen durch Neonikotinoide wurde mittlerweile auch von der zuständigen EU-Behörde bestätigt. Schon Ende April fällt die Entscheidung, wie es mit den Bienenkillern weitergeht. Deutschland muss einem Verbot dann zustimmen – so hat es Ex-Agrarminister Schmidt zumindest angekündigt. Mit einer "Verfolgungstour" wollen wir die neue Ministerin Julia Klöckner dazu bringen, die Bienenkiller endlich zu verbieten!

Wurden Neonikotinoide nicht schon längst verboten?

Nicht ganz. Der Einsatz von Neonikotinoiden wurde stark eingeschränkt. Komplett verboten sind sie jedoch noch nicht. 2009 erließ die damalige Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) ein erstes Teilverbot der Pestizide. Seitdem wurde der Erlass jedes Jahr erneuert und teilweise verschärft. Im Mai 2013 schränkte die EU-Kommission zudem die Verwendung der neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam in Pflanzenschutzmitteln ein. So ist es derzeit EU-weit nicht erlaubt, die drei Insektizide etwa auf Rapssaat und beim Anbau von Kirschen, Äpfeln oder Gurken anzuwenden. Doch die Beschränkung hat einige Lücken - für zahlreiche Pflanzen gibt es Sondergenehmigungen. Neonikotinoide dürfen zum Beispiel bei Hafer oder Weizen angewendet werden, wenn die Getreide zwischen Januar und Juni ausgesät werden.
Die EU-Kommission hatte vergangenes Jahr ein Freiland-Verbot für die drei Insektizide vorgeschlagen. Eine Abstimmung darüber wurde jedoch schon mehrfach vertagt. Und das obwohl eine neue Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) die Gefährlichkeit der Neonikotionide für Bienen bestätigt hat.

Ist der Verbrauch des Insektengifts nicht längst zurückgegangen?

Leider nein. Obwohl die sogenannten "Neonics" seit fast vier Jahren nur noch stark eingeschränkt verwendet werden dürfen, ist der Gesamtabsatz in Deutschland und Europa gleich geblieben. In Deutschland wurden allein im Jahr 2015 mehr als 200 Tonnen reiner Wirkstoff an Landwirte abgegeben.

Wer hat ein Interesse daran, dass die Neonikotinoide erlaubt bleiben?

Ganz klar: die Hersteller. Chemiekonzerne wie Bayer, BASF und Syngenta machen mit den Chemikalien ein gutes Geschäft. Derzeit klagen sie vor dem Europäischen Gerichtshof gegen das bestehende Teilverbot. Ihrer Ansicht nach gebe es keine hinreichenden Beweise, die ein Verbot begründen würden. Die europäische Aufsichtsbehörde (EFSA) ist anderer Auffassung: Sie hält Neonicotinoide schädlich für Bienen und Menschen.

Retten Sie die Bienen!

Mit einer riesigen, toten Biene wollen wir der CDU-Agrarministerin bei ihren öffentlichen Terminen auflauern. Doch um diese Verfolgungstour auf die Beine zu stellen, brauchen wir Ihre Unterstützung!