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Es waren einfach zu viele! Hunderte „letzte Hemden“, bemalt mit Forderungen und Slogans für ein sozial gerechtes Sparpaket hingen schon an den 800 Meter langen Wäscheleinen, aber es waren noch viel mehr da: Vor dem Laufsteg direkt am Bundestag bildete sich noch ein riesiger Haufen Hemden, für die es keinen Platz mehr gab. Mehr als 3.000 Hemden, einige von den Aktiven direkt mit zur Aktion gebracht, standen zur Verfügung, aber alle konnten die Aktiven gar nicht aufhängen.

Modeschau der letzten Hemden in Berlin
Quelle: Fiona Krakenbürger

Und während einige Aktive und Helfer/innen versuchten, auch noch die letzten „letzten Hemden“ unterzubringen und öffentlich auszustellen, begann schon eine hitzige Debatte. Die sozialpolitischen Sprecher/innen der Bundestagsfraktionen waren unmittelbar vor Beginn der Aktion gekommen, um sich schon einmal warmzureden – nur der Vertreter der FDP wollte sich am Vormittag ganz auf die Rede im Parlament konzentrieren und ist nicht gekommen.

Die Vertreter/innen der Oppositionsparteien sahen vor allem die soziale Schieflage des Sparpakets, während der Vertreter der CDU die Sparbeschlüsse verteidigte. Dabei rumorte es im Publikum von über 200 Menschen ordentlich und er musste sich fragen lassen, warum Reiche geschont werden, während finanziell Schwächere die Last der Haushaltssanierung tragen müssen. Dass es anders geht, erklärte ein Vertreter der Initiative Vermögende für eine Vermögenssteuer. Der „beklagte“, dass sein persönlicher Steuersatz von ehemals 56 Prozent inzwischen auf 25 Prozent reduziert wurde.

Modeschau der letzten Hemden in Berlin
Quelle: Fiona Krakenbürger

Die Auswirkungen dieser Politik brachten Modells auf den Laufsteg: Sie präsentierten ihre „letzten Hemden“ und ihre Forderungen auf dem Laufsteg, bis eine „von der Leyen“ und „Merkel“ – beide mit überdimensionalen Masken – ihnen die Hemden entrissen und auf einem riesigen Haufen entsorgten. Zumindest im Rahmen der Aktion bekamen die Politiker/innen dafür viel Kritik ab – und sicherlich wird das im Bundestag nicht anders gewesen sein: Wer bei den Ärmsten spart und Lobbyinteressen bedient, riskiert die Spaltung unserer Gesellschaft.

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