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Karikatur zum Freihandelsabkommen mit Südamerika Mercosur von Karikaturist Markus Grolik.
Quelle: Markus Grolik / toonpool

Zwischen all den großen Nachrichten vom Wochenende geht diese fast unter: Die EU hat ein Freihandelsabkommen mit den sogenannten Mercosur-Staaten festgezurrt. Fast 25 Jahre haben die Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der Vereinigung der größten südamerikanischen Staaten angedauert. Immer wieder wurde über Details diskutiert, auch die Weltlage kam dazwischen – und Proteste begleiteten und verzögerten den gesamten Verhandlungsprozess. Die Karikatur von Markus Grolik zeigt, wie die abgeschlossenen Verhandlungen jetzt wirken: nämlich wie ein überraschendes, großes Weihnachtspaket.

Für was steht „Mercosur“?

Mercosur ist eine internationale Wirtschaftsorganisation in Lateinamerika. Der Name ist die abgekürzte Bezeichnung für den „Mercado Común del Sur“ (Gemeinsamer Markt des Südens). Zu den Mitgliedsstaaten gehören Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay.

In Deutschland und Europa wird der Begriff „Mercosur“ oft auch synonym für das Freihandelsabkommen gebraucht.

Unter anderem stellen sich viele europäische Landwirtschafts- und Bauernverbände gegen Mercosur. Denn ein zentrales Ziel des Freihandelsabkommens ist es, vor allem Zölle abzubauen und damit den Handel anzukurbeln, sowohl für die EU, als auch in Lateinamerika. Das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten würde eine der weltweit größten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern schaffen. Europas Landwirte haben Angst vor der Billigkonkurrenz aus Südamerika. Denn dort sind die Lohnkosten deutlich niedriger; landwirtschaftliche Produkte, vor allem Fleisch, können dort viel günstiger produziert werden. Die europäische (vor allem deutsche) Autoindustrie sieht durch die wegfallenden Zölle einen neuen, hoffnungsvollen Absatzmarkt in Südamerika.

Risiko der Umweltzerstörung im Regenwald

Die Fleischproduktion birgt noch ein weiteres, großes Risiko. Umweltverbände befürchten, dass die neuen Absatzchancen für Fleisch und Co. die Umweltzerstörung beispielsweise im Amazonas-Regenwald befeuern könnten. Greenpeace geht davon aus, dass die Abholzungsraten in der Mercosur-Region wegen der höheren Importquoten für Rindfleisch in den kommenden sechs Jahren um fünf Prozent pro Jahr steigen werden. Außerdem könnten sinkende Zölle auf Pestizide und Kunststoffe dazu führen, dass die Plastikverschmutzung in Südamerika zunimmt und die Artenvielfalt gefährdet.

Frankreich und Italien stellen sich nach wie vor gegen das Freihandelsabkommen. In Deutschland hat zuletzt vor allem auch Campact im Bündnis mit Umweltverbänden gegen Mercosur protestiert. Zuletzt gingen im Jahr 2019 Tausende Menschen gegen Mercosur auf die Straßen.

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