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Tödliche Hitze

Am 2. Juli 2025 erreichte die Hitzewelle in Deutschland ihren Höchstwert – mit Extremtemperaturen von 39,3 °C.  Diese Hitze verdeutlichte einmal mehr, was eigentlich längst klar sein sollte: Die Klimakrise tötet – und das im Hier und Jetzt. Eine neue Studie belegt: Die Klimakrise hat die Hitzewelle in Europa verstärkt und die Zahl der Hitzetoten verdreifacht.

Wie so oft gilt auch hier, dass die Vulnerablen unserer Gesellschaft die Folgen der Klimakrise verstärkt zu spüren bekommen. Die Extremtemperaturen belasten ältere Menschen, benachteiligte und von Armut betroffene Gruppen, Schwangere und chronisch Kranke überdurchschnittlich stark. 

Diese Temperaturen sind jedoch nur ein „sachter“ Vorgeschmack auf das, was noch kommt, wenn nicht rapide eingelenkt wird. Gleichzeitig ist es klar, dass sich niemand immer weiter an diese Temperaturen anpassen kann. Das Problem muss an seiner Wurzel bekämpft werden. 

Gas, koste es was es wolle

Doch statt genau das zu tun, trat die neue Bundesregierung am bislang heißesten Tag des Jahres nochmal auf das Gaspedal und genehmigte das Unitarisierungsabkommen. Das Abkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden ebnet Gasbohrungen in der Nordsee den Weg. Laufende Gerichtsverfahren ignoriert die Bundesregierung. 

Gasbohrungen vor Borkum

Vor Borkum, in unmittelbarer Nähe zum UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer, soll in der ersten Phase der Förderung vom fossilen Konzern One-Dyas bis zu 13 Milliarden Kubikmeter Gas aus dem Meeresgrund gepumpt werden. Dies entspricht etwa 26 Millionen Tonnen CO2

Meldungen hierzu versanken in den Medien weitestgehend sang- und klanglos. Dabei werden hier die Weichen gestellt: Eine Zukunft voller Abhängigkeit von fossilem Gas auf der einen oder eine gerechtere, lebenswerte Zukunft auf der anderen Seite. Eine Zukunft voller Leiden oder eine sozial gerechte lebenswerte Welt. Und ganz grundsätzlich: Leben oder Tod.

Kalkuliertes Spiel mit den Klimazielen

Wenn Wirtschafts- und Energieministerin Reiche und Bundeskanzler Merz im Namen einer „realistischen Einschätzung“ der Situation das Klimaneutralitätsziel 2045 infrage stellen, ist das mehr als fahrlässig: Es ist ein kalkuliertes Spiel mit aktuellem und zukünftigem Leid und Tod. 

Denn die vermeintliche Unerreichbarkeit der Klimaziele ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis von der Politik der Entscheidungsträger*innen, die sich auf diese „Unerreichbarkeit“ berufen. 

Im Wahlkampf sowie in den ersten Entwürfen des Koalitionsvertrags versprachen Union und SPD, man halte an den Klimazielen fest. Doch dann legten die Koalitionspartner einen Koalitionsvertrag vor, der durch fehlende Weichenstellung diese Ziele verbaut. Nun zettelt die Bundesregierung neue fossile Projekte an, während sie behauptet, die Klimaziele seien schlicht nicht realistisch zu erreichen. 

Klimaziele können eingehalten werden

Dabei können die Klimaziele eingehalten werden. Es fehlt nur der Wille. Dies wird deutlich, wenn Frau Reiche sagt, man müsse eben schauen „zu welchem Preis“ die Klimaziele erreichbar seien. Dabei müsste eine wissenschaftlich fundierte Klimapolitik erkennen, dass der wahre Preis, den wir uns nicht leisten können, ist, die Klimaziele derart kalkuliert zu verpassen.

Dieser Preis kommt in Form von enormen wirtschaftlichen Schäden – bis 2050 weltweit 18 Prozent BIP Einbußen beim aktuellen Trend. Doch viel gravierender als der monetäre Schaden sind die irreparablen Veränderungen unserer natürlichen Umwelt und das drohende menschliche Leid. 

Die Bundesregierung scheitert daran, das Mindeste zu tun, was eine Regierung ihrer Bevölkerung schuldet: ihre Lebensgrundlagen und somit ihr Überleben sichern. Das muss sich ändern, und zwar sofort. 

Autor*innen

Fridays for Future ist Teil der internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung. Seit 2018 mobilisieren sie Millionen für Klimagerechtigkeit und den Kampf gegen die Klimakrise auf die Straßen. Mit ihren Freitagsstreiks bauen die Aktivist*innen politischen Druck auf und kämpfen gegen Ungerechtigkeiten. Alle Beiträge

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