Energie Klimakrise Protest Feminismus Soziale Gerechtigkeit Demokratie Medien Klimawandel Naturschutz Datenschutz
Quelle: mandzel / toonpool.com

Es ist eine übliche und bekannte Prozedur: Vor der Wahl versprechen Politiker*innen vieles, nach der Wahl ist von diesen Versprechen dann nicht mehr viel zu sehen. Die Karikatur von Karikaturist Mandzel bezieht sich auf genau diesen wiederkehrenden Zustand, diesmal mit Bezug auf die Senkung der Stromsteuer.

Vor der Wahl hatte Friedrich Merz (CDU) versprochen, die Stromsteuer zu senken: für große Betriebe, für kleine Betriebe und für alle Privathaushalte. So steht es im Koalitionsvertrag und dem „Sofortprogramm“ der Bundesregierung. In der vergangenen Woche kam dann die Ernüchterung. Ja, die Stromsteuer wird gesenkt – allerdings nur für bestimmte Wirtschaftszweige und auch ohne jede Klimabedingung. Wer viel Strom verbraucht, profitiert am meisten. Besonders also Branchen wie die Chemie-, Metall- oder Zementindustrie, selbst wenn sie weiter auf fossile Energie setzen. Dafür müssen sie auch nichts erfüllen, zum Beispiel Umwelt- oder Emissionsauflagen. Das ist nicht nur umweltpolitisch verheerend, sondern auch sozial ungerecht, kritisiert Campact-Vorstand Christoph Bautz in seinem Blog-Beitrag: Wer wenig hat, schaut wieder einmal in die Röhre.

Sparkurs statt Unterstützung – außer bei der Industrie

Die Regierung unter Kanzler Merz begründet diesen Schritt damit, dass nicht genug „finanzielle Spielräume“ vorhanden wären. Kurz zuvor hat sie jedoch Milliarden für fossile Entlastungen und eine Körperschaftssteuersenkung für Unternehmen beschlossen. Diese kommt vor allem vermögenden Aktienbesitzer*innen zugute.

Auch andere Bereiche fallen dem Sparkurs der Regierung zum Opfer. So zum Beispiel die zivile Seenotrettung im Mittelmeer: Die Etatpläne von Finanzminister Lars Klingbeil umfassen keine Mittel mehr für zivile Hilfsorganisationen. Der Wegfall dieser jährlichen Förderung hat konkrete Auswirkungen auf die Rettungseinsätze und die Überlebenschancen von Menschen in Seenot. Alleine in 2025 sind bereits mehr als 625 Menschen im Mittelmeer ertrunken, seit 2014 über 31.800 – Dunkelziffer unbekannt.

Danke fürs Teilen!
Teile jetzt diese Grafik

Die Initiative „Sea Eye“ setzt sich auf WeAct, der Petitionsplattform für Campact, dafür ein, dass die zivile Seenotrettung im Mittelmeer weiter auch aus dem Bundeshaushalt unterstützt wird. Lies mehr zu ihrer Forderung und unterzeichne die Petition:

Zur Petition „Seenotrettung in Gefahr“

Autor*innen

Appelle, Aktionen, Erfolge und weitere Themen aus dem Campact-Kosmos: Darüber schreibt das Campact-Team. Alle Beiträge

Auch interessant

Montagslächeln Campact-Team Montagslächeln: Entlastungsprämie scheitert im Bundesrat Mehr erfahren
Erfolg WeAct-Team Teilerfolg: Mieterschutz im geplanten Heizungsgesetz  Mehr erfahren
Migration Campact-Team Montagslächeln: „Lösungen für die Migration“ Mehr erfahren
CDU Maria Kruskop Die Anti-Arbeitnehmer*innen-Bewegung der Bundesregierung Mehr erfahren
Energie Campact-Team Montagslächeln: Vertrauen beim Tankrabatt Mehr erfahren
Gesundheit Campact-Team Gesundheitsreform auf Deine Kosten Mehr erfahren
Montagslächeln Campact-Team Montagslächeln: Ein Wal für Deutschland Mehr erfahren
Gesundheit Sibel Schick Was Warkens Gesundheitsreform wirklich bedeutet Mehr erfahren
CDU Campact-Team Montagslächeln: Nächste Mondmission … mit Reiche? Mehr erfahren
Mieten Andreas Speit Schlafstätte abgebrannt – Gewalt gegen Wohnungslose nimmt zu Mehr erfahren