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Der obligatorische Tritt gegen die Grünen, viel Pathos über militärische und wirtschaftliche Stärke. Und Christdemokraten, die selbstverständlich Deutschlands historisches Erbe gegen Rechts verteidigen. Friedrich Merz hatte bei seiner über einstündigen Rede auf dem Parteitag in Stuttgart einiges zu sagen. 

Und die Menge applaudierte. Mit 91,2 Prozent wählten ihn die Mitglieder*innen erneut zum Parteivorsitzenden. In der Karikatur von Erl fragt ein Reporter ein Parteimitglied, wie es ihm mit Friedrich Merz gehe. Ohne sein Klatschen zu unterbrechen, antwortet dieser: „Muss ja.“

Die Karikatur bringt damit die Frage auf den Punkt, ob Überzeugung oder bloße Parteidisziplin hinter dem Applaus steckt.

Merz: Heute so, morgen anders

In den vergangenen zwei Jahren zeigte Friedrich Merz vor allem ein Talent für Fettnäpfchen, populistische und rassistische Aussagen. Und für politische Wendigkeit.

Wir erinnern uns an seine Unterstellung des „Sozialtourismus“ gegenüber ukrainischen Geflüchteten. Oder an die Behauptung, deutsche Bürger*innen bekämen keine Zahnarzttermine, während Geflüchtete sich „die Zähne neu machen lassen“. Hinzu kommen seine jüngsten Aussagen zum Stadtbild oder zur angeblichen „Lifestyle-Teilzeit“.

Selbst bei zentralen Themen wie Migration, Sicherheit, Energie und Sozialpolitik punktet Merz mit inhaltlich falschen oder verkürzten Aussagen. So findet Merz den Klimaschutz in der Politik überbewertet: „Es ist eben gerade nicht so, dass morgen die Welt untergeht.” 

Die personifizierte Zuversicht heißt wohl Friedrich

Gleichzeitig inszeniert sich Merz als Antreiber für mehr Zuversicht. Von „Pessimismus, Fatalismus und Denkfaulheit“ wolle er sich nicht herunterziehen lassen, sagte er auf dem Parteitag. Getreu dem Rede-Motto: Hauptsache, die Luft scheppert.

Und in diesen turbulenten Zeiten eine entspannte Mentalität. Vielleicht schenkten ihm gerade deshalb die 963 Delegierten nicht nur ihren Applaus, sondern ihr erneutes Vertrauen. Oder aber: Es will gerade schlicht kein anderer mit Friedrich Merz den Platz tauschen. 

Mit Blick auf die Umfragen hat die rechtsextreme AfD die CDU vor allem in den ostdeutschen Bundesländern überholt. Auf Bundesebene liefern sich die Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Lies in diesen Beiträgen mehr zum Thema:  

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