
Was Trump in den USA treibt, kann uns doch egal sein – wir sind ja weit genug weg? Ein Irrtum. Das sieht auch Karikaturist Tjeerd Royaards so. In seiner neuen Karikatur halten die USA und ihr Präsident Trump Europa „an der kurzen Leine“ – oder besser: am kurzen Kabel. Europa strebt nach Autonomie, ist aber an vielen Stellen abhängig von US-amerikanischen Firmen, deren Chefs und Entscheider Trump zu Füßen liegen.
Wie Trump mitmischt
Ein paar Beispiele: Rund 60 Millionen Deutsche nutzen täglich den (bisher) kostenlosen Messenger-Dienst WhatsApp. WhatsApp gehört zu Meta, dem Mutterunternehmen von Mark Zuckerberg, zu dem auch Facebook und Instagram gehören. 21 Millionen private Haushalte in Deutschland nutzen Windows-PCs. Behörden und Verwaltungen sind hier nicht einmal eingerechnet, obwohl auch sie meist auf Windows setzen. Das schafft nicht nur Abhängigkeit, sondern auch Elektroschrott. Denn sobald Windows beschließt, dass seine Betriebssysteme nicht mehr auf bestimmten Geräten laufen können (zum Beispiel, weil sie „zu alt“ sind), müssen neue angeschafft werden – selbst wenn die alten noch funktionieren. Google dominiert ebenfalls. Auf Desktops hat die Suchmaschine in Deutschland einen Marktanteil von 74 Prozent, auf mobilen Geräten sind es sogar 94 Prozent.
Windows, Meta, Google und auch Apple sind privatwirtschaftliche Unternehmen, die ihr Geschäft an dem größten Profit ausrichten. Deswegen richten sie sich auch nach der Politik – und diese wird in den USA eben gerade von Donald Trump gemacht. Bei seiner Amtseinführung im Januar 2025 saßen alle wichtigen Big-Tech-Größen mit am Tisch.
Was tun gegen die Tech-Übermacht?
Auch in Europa sind also viele Privatnutzer*innen, öffentliche Behörden und Unternehmen abhängig von US-Techgiganten – aus Bequemlichkeit und weil es lange unproblematisch schien. Doch das ändert sich. Viele fürchten, dass Trumps Politik Europa beeinflusst. Ein Beispiel: Soziale Netzwerke widersetzen sich europäischen Gesetzen, etwa zum Schutz vor Hassrede. Elon Musk sprach bereits davon, dass Europa wegen dieser „Meinungszensur“ abgeschafft werden solle.
Aber wir müssen uns nicht von den US-Tech-Bros abhängig machen. Das Bundesland Schleswig-Holstein macht es vor: Ende 2025 liefen fast 80 Prozent der Arbeitsplätze der Landesverwaltung mit der Open-Source-Software LibreOffice. Microsoft Office und Outlook wurden deinstalliert. Mit „Wero“ gibt es zudem einen europäischen Bezahldienst, der den derzeitigen Marktführer PayPal ersetzen könnte. Und das ist nur der Anfang.
Auch private Nutzer*innen können umsteigen – auf transparente Open-Source-Alternativen, frei vom Einfluss von Trump und Co.: Friedemann Ebelt hat im Campact-Blog verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie das zum Beispiel auch für soziale Netzwerke funktionieren kann. Lies mehr dazu in diesem Beitrag: