Über 1 Million Balkonkraftwerke gibt es in Deutschland – die Zahl hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt, meldet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) im Juni 2025.
Der Boom ist berechtigt. Balkonkraftwerke sind eine einfach umzusetzende Möglichkeit, Strom mit Solarenergie zu erzeugen und das eigene Haushaltsbudget zu entlasten. Schon mit 800 Kilowattstunden (kWh) Jahresertrag lassen sich bei den aktuellen Strompreisen fast 300 Euro im Jahr sparen.
Hinzu kommt der Klimavorteil: Jede Kilowattstunde Solarstrom verdrängt Strom aus Kohle, Öl oder Gas. Durch den Iran-Krieg haben sich die Preise für Öl und Gas erneut verteuert; dazu sind es endliche fossile Ressourcen. Wer auf Wind- oder Solarstrom setzt, ist unabhängiger.
Krieg und Krisen trotzen: Energiewende retten!

Unsere Energieversorgung hängt viel zu stark von Fossilen ab – und damit von despotischen Regimen. Doch statt uns unabhängiger zu machen, würgt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) die Energiewende ab. Die Bundesregierung muss umsteuern und die Erneuerbaren ausbauen – so schnell wie möglich. Unterzeichne jetzt den Appell von Campact.
1. Gibt es Förderungen für Balkonkraftwerke?
Wer sich 2026 ein Balkonkraftwerk zulegen möchte, kann dabei von Förderungen profitieren. Mehrwertsteuer fällt beim Kauf eines Steckersolargeräts zum Beipiel nicht an.
Zusätzlich fördern mehrere Bundesländer und Städte die Anschaffung mit Zuschüssen, darunter Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Bonn, Düsseldorf, Berlin und München. Wo es überall Zuschüsse in welcher Höhe gibt, liest Du hier. Wichtig: Den Förderantrag musst Du vor dem Kauf stellen.
2. Was ist mit Anmeldung und Netzgebühren?
Bei klassischen Steckersolargeräten ist die Wechselrichter- und Anschlussleistung auf 800 Watt begrenzt. Den erzeugten Strom speisen sie über eine Steckdose ins heimische Netz ein – das senkt den Strombezug beim Versorger. Überschüssigen Strom gibt das Gerät kostenlos ins Netz ab.
Im Unterschied zu großen Photovoltaikanlagen gibt es keine Einspeisevergütung – aber auch keine Netzgebühren. Wichtig: Innerhalb eines Monats nach Installation musst Du das Balkonkraftwerk beim Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden.
3. Ist ein Balkonkraftwerk mit Speicher sinnvoll?
Wird der von den Solarpanelen erzeugte Strom nicht direkt verbraucht, fließt er ins Netz des Stromversorgers. Die Einspeisung ist bei kleinen Anlagen derzeit kostenlos – man bekommt aber auch nichts dafür. Der Strom ist damit weg.
Manche Balkonkraftwerke haben deshalb einen Speicher eingebaut. Bei anderen lassen sich Speicher modular zwischen Solarpanel und Wechselrichter anschließen. Ein Speicher ist insofern von Vorteil, da Du nicht direkt genutzten Strom später selbst verwenden kannst. Ob sich ein Speicher lohnt und welche Kombinationen möglich sind, kannst Du zum Beispiel hier nachlesen. Wichtig: Nach aktueller Gesetzeslage (Stand: März 2026) müssen die Speicher beim Netzbetreiber angemeldet werden.
4. Kann ich mit meinem Balkonkraftwerk mein E-Auto laden?
Ein Balkonkraftwerk gibt maximal 800 Watt ins Hausnetz ab – um ein E-Auto zu laden oder mit einer Wärmepumpe das Haus auf Temperatur zu halten reicht das nicht.
Petition: Finger weg von der Photovoltaik!
Die Bundesregierung plant, dass auch private Solaranlagenbetreiber ein Netzentgelt für eingespeisten Strom zahlen sollen. Darüber soll der bis 2045 geplante Stromnetzausbau mitfinanziert werden.
Das Problem: Obwohl diese Pläne Millionen Bürgerinnen und Bürger direkt betreffen, sieht die Bundesnetzagentur keine strukturierte Bürgerbeteiligung vor. Eine Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, möchte den betroffenen Bürger*innen eine Stimme geben.
Allerdings lassen sich mit einem Balkonkraftwerk durchaus einige Geräte betreiben: zum Beispiel kleine Kühl- oder Heizanlagen im Gewächshaus oder Kühlkeller, die Waschmaschine im Eco-Waschgang, Ladegeräte für Laptop und Smartphone, Kühlschrank, WLAN-Router und moderne Staubsauger.
Für das E-Auto brauchst Du eine größere Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage).
5. Funktioniert ein Balkonkraftwerk bei Stromausfall?
Ein Balkonkraftwerk funktioniert ganz simpel: Scheint die Sonne, speist es über einen Wechselrichter Strom ins Hausnetz ein. Kommt es zu einem Stromausfall, müsste also trotzdem Strom im Hausnetz verfügbar sein – oder nicht?
Leider nein. Der Wechselrichter braucht ein stabiles öffentliches Netz, um Strom einzuspeisen. Bricht das öffentliche Stromnetz zusammen, erkennt er, dass Netzfrequenz und -spannung fehlen. Er trennt die Anlage dann automatisch vom Netz.
Das hat auch einen sicherheitstechnischen Hintergrund: Sollten Techniker*innen oder die Feuerwehr während eines Stromausfalls am Stromnetz arbeiten, stellt ein laufendes Balkonkraftwerk eine Gefahr dar, da es das Netz wieder unter Spannung setzt. Spannungsschwankungen können außerdem Elektrogeräte beschädigen.
Wer bei einem Stromausfall unabhängig sein will, braucht einen Stromspeicher mit Notaggregat-Funktion, an den einzelne Geräte direkt angeschlossen werden.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche treibt den fossilen Rückschritt voran. Die Lobby-Ministerin will den Ausbau der erneuerbaren Energien auf ganzer Linie ausbremsen. Mit ihrem „Netzpaket“ stellt sie extrem hohe Hürden auf, sodass neue Solar- und Windanlagen kaum noch ans Stromnetz angeschlossen werden können. Bei allen Solar- und Windradunternehmen herrscht große Verunsicherung – reihenweise stampfen sie Projekte ein. Schon über 665.000 Menschen haben den Appell „Lobby-Ministerin stoppen: Energiewende verteidigen“ unterzeichnet. Schließe Dich jetzt an.