Es begann mit einer Rede. Im April sprach der Komiker und Autor Hape Kerkeling beim Gedenkakt zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald. Er trat nicht als öffentliche Person auf, sondern als Enkel eines Überlebenden. Er sprach von seinem Großvater, den die Nazis inhaftiert hatten, und mahnte eindringlich: Es sei ein Schlag ins Gesicht der NS-Opfer, wenn die Erinnerungskultur heute diffamiert werde.
Die Rede bewegte viele Menschen tief, darunter auch Mark Wege. Der Bremer hatte eine Idee: Dieser Mann soll Bundespräsident werden. Er spricht die Sprache der Menschen, ohne sie zu belehren. Er steht für ein weltoffenes Deutschland, das seine demokratischen Werte nicht vergisst. Und er verbindet rhetorische Kraft mit echter Glaubwürdigkeit.
Wann wird der nächste Bundespräsident gewählt?
Die nächste Wahl für das höchste, wenn auch in erster Linie repräsentative Staatsamt findet am 30. Januar 2027 statt. Die Amtszeit dauert immer fünf Jahre.
Tausende Menschen wollen Kerkeling im Schloss Bellevue
Mark Wege startete eine Petition auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, und fing an, Unterschriften zu sammeln.
Er staunte nicht schlecht, als schon nach wenigen Tagen 4.000 Menschen seine Petition unterzeichneten. Er war also nicht allein. Erste Medien wie der WDR oder das Magazin Brisant im ARD berichteten über die Petition, die wuchs und wuchs. Angesprochen auf die Petition gab Hape Kerkeling selbst dann eine Antwort, die einen viralen Presse-Moment auslöste.

„Ich schließe nichts mehr aus“
Als er auf die Petition angesprochen wurde, sagte Kerkeling einen Satz, der ihr noch einmal Aufwind gab. Am Rande einer Preisverleihung in Lüneburg fragte ihn der Fernsehsender RTL direkt, ob er sich vorstellen könne, Bundespräsident zu werden. Der 61-Jährige antwortete: „Ich muss Ihnen ehrlich sagen, nach all dem, was in der Welt passiert und wer so an der Spitze von Nationen steht – ich schließe nichts mehr aus.“
Fast alle großen Medienhäuser berichteten darüber, unter anderem Spiegel Online, Die Süddeutsche und die FAZ. Auch einige prominente Personen äußerten sich. Comedy-Kollegin Hella von Sinnen bringt es auf den Punkt: „Er ist Humanist, empathisch und tolerant. Er ist rhetorisch routiniert und kann improvisieren.“
Was für ein Ansporn für Marks einst kleine Petition. Inzwischen haben schon über 40.000 Menschen unterzeichnet – und die Zahl wächst rasant weiter.
Kann Hape Kerkeling überhaupt formal Bundespräsident werden?
Ja, denn er erfüllt die notwendigen formalen Kriterien. Kandidat*innen für das Bundespräsident*innen-Amt müssen lediglich die deutsche Staatsangehörigkeit sowie das aktive und passive Wahlrecht besitzen und mindestens 40 Jahre alt sein.
Der*Die Bundespräsident*in wird von der sogenannten Bundesversammlung gewählt. Das ist ein Sondergremium, das nur zu diesem Zweck zusammenkommt. Es besteht aus allen Bundestagsabgeordneten sowie einer gleichen Anzahl an Delegierten, die von den 16 Landesparlamenten entsandt werden. In der Vergangenheit wurden zum Beispiel Schauspieler*innen, Sportler*innen, Wissenschaftler*innen, Gewerkschafter*innen oder andere prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Delegierte nominiert. Die Bundesversammlung soll so die Gesamtheit aller Bürger*innen repräsentieren.
Die Amtszeit des derzeitigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier geht noch bis zum 18. März 2027, da es sich um seine zweite Amtszeit handelt, darf er nicht noch einmal kandidieren. Viele Parteien überlegen bereits, welche Kandidat*innen sie unterstützen wollen – mit einer Nominierung durch die Zivilgesellschaft hat aber wohl keiner gerechnet. Bis zur Wahl ist es noch ein knappes halbes Jahr. Genug Zeit, um noch mehr Menschen zu mobilisieren.
Schau Dir hier die Petition von Mark Wege an und schließe Dich an.