Die demokratische Zivilgesellschaft muss ohne eine ihrer stärksten Kräfte weitermachen: Bianca Klose, die Gründerin und langjährige Projektleiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) und Geschäftsführerin des Vereins für Demokratische Kultur in Berlin (VDK) e.V., ist am 17. Juni 2026 im Alter von nur 53 Jahren gestorben.
Wir haben Bianca als unerschrocken, hartnäckig und unermüdlich erlebt. Sie hatte sich über zwei Jahrzehnte der Arbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland verschrieben und dabei so viel Gutes auf den Weg gebracht. Gestern haben sich zahlreiche Weggefährten bei einer Trauerfeier in Berlin von ihr verabschiedet. Das war angesichts ihres Lebenswerkes beeindruckend – aber auch sehr schmerzhaft. Denn Bianca fehlt uns sehr.
Wir sind dankbar
Bianca Klose wurde 1973 geboren. Sie gehörte als Mensch und in ihrer Rolle als Wissenschaftlerin zu jener Generation, die die „Baseballschlägerjahre“ mit der sichtbar werdenden rechtsextremen Verrohung und Gewaltbereitschaft miterlebte. Bianca zog Konsequenzen, statt wegzusehen. Dafür müssen wir dankbar sein. Sie schuf im Jahr 2001 mit der Gründung der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus einen wegweisenden Ansatz: Zivilgesellschaft und lokale Netzwerke vor Ort zu stärken und handlungssicher zu machen. Ihre Hands-On-Mentalität setzte dabei Maßstäbe.
Als treibende Kraft wirkte Bianca Klose an der Gründung des Bundesverbands Mobile Beratung (BMB) mit und initiierte zukunftsweisende Projekte. Hierzu zählen die Mobilisierungsplattform „Berlin gegen Nazis“, die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Berlin sowie das Projekt „REGISHUT“ zur Sensibilisierung der Berliner Polizei beim Thema Antisemitismus. Für ihre Kreativität, ihren Einsatz und ihren Ideenreichtum wurde sie bereits 2012 mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet.
Bianca war scharf und klar in der Analyse. Sie war unnachgiebig in der Sache, zugewandt und interessiert in persönlichen Gesprächen. Sie scheute keine Auseinandersetzung. Aber vor allem stand sie Betroffenen rechter Gewalt als echte Verbündete zur Seite.
Bianca hat uns auch bei der Arbeit mit Campact unterstützt und ganz konkret geholfen. Sie war uns Vorbild und Inspiration. Wir waren beeindruckt von ihrer zupackenden Art, ihrem Humor, ihrer Haltung. Wir wünschen, wir hätten noch mehr Zeit gehabt. Ihr viel zu früher Tod hinterlässt eine immense Lücke, gerade jetzt. Ihr Vermächtnis und die von ihr aufgebauten Strukturen bleiben der Zivilgesellschaft aber als Chance, Auftrag und Verpflichtung erhalten. Das kann und sollte uns etwas trösten.
Daphne Heinsen, Dr. Felix Kolb, Dr. Astrid Deilmann und Christoph Bautz, Vorstand Campact e.V.