Aktualisiert am 26. August 2026

Info-Direkt im Überblick

Tabelle: Wer steckt dahinter? Michael Scharfmüller Wer kommt zu Wort? Vertreter der Neuen Rechten (u.a. Martin Sellner, Benedikt Kaiser), FPÖ- und AfD-Politiker Inhaltliche Ausrichtung: Rechtsextrem Nähe zur AfD: Inhaltliche Nähe, Inserate, Interviews und Gastbeiträge Warum problematisch? Verbreitet klassisch rechtsextreme und demokratiefeindliche Inhalte in modernem Stil

Info-Direkt ist ein rechtsextremes Magazin aus Linz, das seit 2015 sechs Mal pro Jahr erscheint und sich selbst als „Magazin für Patrioten“ bezeichnet. Nach Eigenangaben überschritt Info-Direkt im Jahr 2023 die Grenze von 10.000 Abonnements, die Website erzielt im Durchschnitt 10.000 Visits pro Monat. Daneben produziert es Podcasts und Videoclips für Social Media, dem YouTube-Kanal folgen 14.900 Abonnenten (Stand: Juli 2026). Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) attestierte dem Magazin schon früh den Anspruch „als Brückenmedium für unterschiedliche Spektren der extremen Rechten zu fungieren“, woran sich seither wenig geändert hat. 

Wer steht hinter Info-Direkt?

In der Anfangsphase war unklar, wer hinter Info-Direkt steckt. Als Herausgeber trat zunächst der 2015 gegründete „Verein für Meinungsfreiheit und unabhängige Publizistik“ auf. Dessen Obmann war der Oberösterreicher Karl Winkler, zugleich Funktionär der deutschnationalen Österreichischen Landsmannschaft (ÖLM), einem österreichischen „Verbliebenenverband“. Passend dazu residierte der Verein an derselben Linzer Adresse wie die ÖLM in einem alten Vierkanthof. Obwohl Info-Direkt anfangs auch keine Details zu den Redaktionsmitgliedern bekanntgab, war auf dessen neuer Facebook-Seite sofort eine Nähe zur Führungsriege der einst aktivsten Neonazi-Gruppe Österreichs erkennbar, konkret dem Bund freier Jugend (BfJ) als Vorfeldorganisation der Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AfP).

Bund freier Jugend

Neonazistische Jugendorganisation der Partei AfP, die über Jahrzehnte als Knotenpunkt der rechtsextremen Szene in Österreich fungierte. Der 2003 gegründete BfJ rekrutierte vor allem Skinheads und gab u.a. die Zeitschrift Jugend Echo heraus, deren Beiträge am Maßstab des Verbotsgesetzes von „besonderer Aggressivität“ waren, wie 2005 ein verfassungsrechtliches Gutachten festhielt. 

Der ominöse Verein hinter Info-Direkt wurde 2017 zugunsten der Info-Direkt VerlagsGmbH aufgelöst. Als deren Gesellschafter traten Michael Scharfmüller sowie die FPÖ-Mitarbeiter Jan Ackermeier und Ulrich Püschel in Erscheinung, die alle drei schon zuvor führend beim Magazin involviert waren. Scharfmüller ist inzwischen alleiniger Eigentümer und Chefredakteur des Magazins. In den Nullerjahren war er führender Aktivist beim BfJ, Fotos aus der damaligen Zeit zeigen ihn bei einem „Pressefest“ der NPD (heute Die Heimat) in Sachsen. Neben anderen BfJ-Kadern kam Scharfmüller 2007 in U-Haft und wurde später nach dem NS-Verbotsgesetz angeklagt, wobei das Geschworenengericht alle Beschuldigten letztlich freisprach. Bis heute pflegt er enge Kontakte zur extremen Rechten im ganzen deutschsprachigen Raum und ist etwa regelmäßig bei Vernetzungstreffen auf dem Anwesen des Rechtsextremisten Götz Kubitschek in Schnellroda anwesend.

Das Bild zeigt Nicolas Schott, den Chefredakteur des österreichischen rechtsextremen Regionalsenders RTV im Studio gemeinsam mit Info-Direkt-Chefredakteur Michael Scharfmüller, der die neue Ausgabe des Magazins in die Kamera hält. Die Bildunterschrift: „11 Jahre Info-Direkt“
Nicolas Schott, Chefredakteur des rechtsextremen Regionalsenders RTV im Studio gemeinsam mit Info-Direkt-Chefredakteur Michael Scharfmüller. Foto: RTV

Ein weiterer Akteur, der nach eigenen Angaben Info-Direkt von Beginn an mitgestaltete, ist der Rechtsextremist Stefan Magnet. Wie Scharfmüller war auch er bis 2007 führender Kader beim BfJ und stand 2008 wegen NS-Wiederbetätigung vor Gericht, wurde aber ebenfalls freigesprochen. Für Info-Direkt trat Magnet erstmalig 2016 bei einer Soirée im Vorfeld des „Russischen Balls“ in Wien auf, wo er die fünfte Ausgabe des Magazins präsentierte. Dazu eingeladen hatte Ballorganisatorin Nathalie Holzmüller, die Magnet später als „magischen Türöffner“ aufgrund ihrer „besten Kontakte zum Moskauer Establishment“ bezeichnete. Offiziell war Magnet für das Magazin nur als „Berater“ tätig, ehe er 2021 mit AUF1 ein weiteres einschlägiges Projekt gründete. Bei Info-Direkt ist Stefan Magnet aber weiterhin präsent in Interviews und Gastbeiträgen. 

Welche Inhalte verbreitet Info-Direkt?

Der Website zufolge richtet sich das Magazin an „Patrioten“ in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol. Die Aufmachung von Info-Direkt ist durchaus hip und boulevardesk, womit es intellektuell simpler als andere einschlägige Publikationen wirkt. Jede Ausgabe behandelt einen eigenen Schwerpunkt, dieser betrifft meist ein Lieblingsthema der extremen Rechten wie Migration, Globalisierung oder traditionelle Gesellschaftsbilder. Die ersten Ausgaben von Info-Direkt ließen noch seine neonazistischen Wurzeln erkennen, schon bald schwenkte man aber auf einen zeitgemäßeren Kurs ein und gewährte bevorzugt neurechten Positionen und Akteuren ein Forum. Dennoch erfüllt das Magazin alle Merkmale des Rechtsextremismus „nahezu mustergültig“, wie das DÖW in seinem Rechtsextremismusbericht 2023 festhält. 

Neue Rechte

Selbstbezeichnung einer intellektuellen Strömung zur Erneuerung des Rechtsextremismus, deren Ursprünge in den späten 1960er-Jahren rund um den französischen Philosophen Alain de Benoist liegen. Im Zentrum steht die Abgrenzung zu der am historischen Nationalsozialismus orientierten „Alten Rechten“. Da sich dieser vermeintliche Bruch aber primär auf Strategien als die Inhalte bezieht, ist der Begriff umstritten. 

Das betrifft zunächst den Rassismus als wiederkehrendes Motiv, der allein auf den Schlagzeilen mehrerer Titelseiten deutlich wird: „DER GROSSE AUSTAUSCH“, „Stoppt die Migration!“, „Überfremdung: Wir platzen aus allen Nähten“. Schon 2016 lautete die Schlagzeile eines Leitartikels „Remigration als einziger Ausweg?“, 2025 hob eine Ausgabe das Thema „Remigration“ mit Flugzeugbild aufs Cover. Dasselbe gilt für Queerfeindlichkeit und Antifeminismus, etwa wenn von einer weltweiten Bedrohung durch den „perversen Regenbogenkult“ die Rede ist oder „Genderismus/Feminismus“ für ein „kinder- und zukunftslose(s)“ Europa verantwortlich gemacht wird. Dementsprechend ist Info-Direkt führend an der „#Stolzmonat“-Kampagne beteiligt, die seit einigen Jahren gezielt den Pridemonth bekämpft.

Weiter kennzeichnet das Magazin ein mehr oder weniger subtiler Antisemitismus, so wenn Personen ohne sachlichen Grund als jüdisch markiert werden, ein Autor über „jüdische NGOs“ schreibt oder allgemein vor der „Antisemitismus-Falle“ gewarnt wird. Eng damit verbunden sind alarmistische Verschwörungserzählungen bei Info-Direkt: Die „multiplen Krisen unserer Tage“ seien „von langer Hand geplant und werden systematisch forciert“, hieß es etwa in einer Ausgabe 2024. Einer weiteren Autorin zufolge sei das „Natürliche, Organische und folglich auch Schöne (…) all jenes, was unser globalistischer, dämonischer Feind abgrundtief hasst.“ Frühere Cover enthielten typische Chiffren für die angeblich jüdische Weltverschwörung durch Titel wie „Afrika: Spielball der Globalisten“, „Nein zur globalen Kulturrevolution“ oder „George Soros & Co stoppen“. 

Zwischen Medienkritik, Plagiaten und Mimikry-Interviews

Laut Info-Direkt sei das Ziel seiner Berichterstattung, „die alleinige Deutungshoheit der Einheitsmedien“ aufzubrechen. Hierfür stellt die Zeitschrift seriöse Journalisten regelmäßig als gelenkt oder als Teil einer Verschwörung dar; es fallen Begriffe wie „Lügenpresse“ oder gar „Schreibhuren“. Hingegen hatte man in der Vergangenheit offenbar kein Problem damit, gerade bei etablierten Medien in großem Stil abzuschreiben, wie eine Recherche der Plattform Stoppt die Rechten 2017 aufdeckte. „‚Info-Direkt‘ wettert gegen die ‚Lügenpresse‘ – und kopiert sie dreist“, titelte damals die österreichische Wochenzeitschrift Profil.

Die unlauteren Methoden von Info-Direkt zeigen sich auch im Umgang mit Interviews. So kündigte eine Titelseite von 2019 mehrere „Interviews“ mit Vertretern verschiedener Parteien an, was den Eindruck von Professionalität und Legitimität erweckte. In Wahrheit handelte es sich dabei überwiegend um Kurzgespräche mit Politikern, die von Info-Direkt entweder nach Veranstaltungen spontan angesprochen oder via Telefonanruf überrumpelt wurden. Mit dieser Mimikry-Methode, die seriöse journalistische Arbeit suggerieren soll, bringt das rechtsextreme Magazin auch betroffene Politiker unter Druck, die sich immer wieder zu öffentlichen Klarstellungen und nachträglicher Distanzierung veranlasst sahen.

„Patriotischer Dreiklang“

Das Magazin versteht sich als Teil eines „patriotischen Dreiklangs“ aus „Alternativen Medien, beherzter Partei, patriotischer Zivilgesellschaft“ (Titelseite 2023). Dieser Ansatz entspricht dem Gedanken einer „Mosaik-Rechten“, wonach rechte Parteien und ihr Vorfeld einander ergänzen und zugleich öffentlich unterstützen sollen. Maßgeblich geprägt hat diese Strategie der neurechte Publizist und ehemalige Neonazi Benedikt Kaiser, der regelmäßig bei Info-Direkt auftritt. Folglich gibt sich das Magazin auffallend bewegungsnah, etwa durch Übersichten zu Aktionen einschlägiger Gruppierungen. Die 57. Ausgabe im Jahr 2025 trug den Titel „Werde aktiv!“ und diente laut Eigenangabe als „Werkzeugkasten für Patrioten, die auf unterschiedliche Art und Weise aktiv die patriotische Wende vorantreiben wollen.“

Benedikt Kaiser

Publizist, Ex-Neonazi und seit 2025 Mitarbeiter im Büro eines AfD-Bundestagsabgeordneten. Kaiser gilt als bedeutsamer Nachwuchsideologe innerhalb der extremen Rechten, viele seiner Bücher erschienen in den neurechten Verlagen Antaios und Jungeuropa. Seit mehreren Jahren ist Kaiser prominenter Gast bei Info-Direkt und spricht dort regelmäßig über Metapolitik und sinnvolle AfD-Strategien.

Eine besondere Nähe pflegt Info-Direkt dabei zur „Identitären Bewegung“ rund um den Rechtsextremisten Martin Sellner, der für das Magazin schon lange Gastbeiträge schreibt. Neben Sellner fungierten in den letzten Jahren viele bekannte Identitäre für das Magazin als Interviewpartner oder Autoren. Die personellen Verflechtungen mit der Identitären Bewegung führten bereits 2018 zu einer parlamentarischen Anfrage an den damaligen FPÖ-Innenminister. Zudem kommen bei Info-Direkt auch neurechte „Vordenker“ und Publizisten wie Götz Kubitschek und Philip Stein zu Wort, ebenso Vertreter des traditionellen Deutschnationalismus und vereinzelt des rechtskatholischen Milieus. Die Gäste veranschaulichen das Bemühen von Info-Direkt um eine szeneübergreifende Kooperation. 

Screenshot der Info-Direkt-Website mit einem Beitrag über ein Interview mit Martin Sellner. Auf dem Bild steht: "RemigrationsTurbo: "Asylheime neben die Villen der Reichen bauen!"
Organisierte Rechtsextreme sind bei Info-Direkt immer wieder zu Gast. Dazu gehört auch der Identitäre Martin Sellner. Bild: Info-Direkt

Für die Vernetzung organisiert die Zeitschrift auch einschlägige Veranstaltungen. Sowohl 2016 wie 2018 war sie maßgeblich beteiligt an der Organisation der „Verteidiger Europas“-Tagungen in Oberösterreich, die zahlreiche rechtsextreme Akteure aus dem deutschsprachigen Raum versammelten und zu einer verstärkten Zusammenarbeit „alternativer Medien“ führten. Daneben lädt das Magazin sporadisch zu „Leser- und Unterstützertreffen“, an denen auch schon FPÖ-Politiker teilnahmen. Die Treffen untermauern die Rolle von Info-Direkt als Bindeglied innerhalb der extremen Rechten. Zeitweise teilte sich das Medium mit den ideologisch nahestehenden Angeboten Report24 und AUF1 sogar dieselbe Geschäftsadresse in einem Linzer Mietbüro. Demgegenüber zeigt man sich skeptisch gegenüber Portalen wie NiUS, die eine stärkere Brücke ins bürgerliche Milieu schlagen und damit eine „Verwässerung des eigenen Kurses“ vorantreiben. 

Verbindungen zu FPÖ und AfD

Die Verflechtungen zwischen Info-Direkt und der FPÖ waren schon früh offensichtlich. So führte die erste Redaktionsanschrift zu einer Druckerei im Besitz eines FPÖ-Gemeinderats, hinzu kamen auffällig viele Inserate der Partei. Wegen der Nähe des Magazins zur Identitären Bewegung zeigte sich die FPÖ jedoch ab 2019 vordergründig um Distanz bemüht, nachdem Verbindungen des Terroristen von Christchurch zu Martin Sellner bekannt geworden waren. Durch öffentlichen Druck gaben auch die beiden FPÖ-Mitarbeiter Jan Ackermeier und Ulrich Püschel ihre Anteile an Info-Direkt ab. Aus internen Chatverläufen geht hervor, dass sich der damalige Parteiobmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache ebenso gegen weitere FPÖ-Inserate im Magazin aussprach. 

Diese Abgrenzung war aber nur von kurzer Dauer: Im November 2020 verkündete FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz im Interview mit Info-Direkt ein Ende der „Distanziererei“. Unter dem neuen Parteiobmann Herbert Kickl wurde das Verhältnis seither noch einmal intensiviert in Form von regelmäßigen Interviews, Gastbeiträgen oder Inseraten. Laut der Rechercheplattform Dossier entfielen in den Ausgaben von 2015 bis 2025 rund 36 Prozent aller Werbeschaltungen auf die FPÖ und ihr nahestehende Organisationen. Im Jahr 2026 wurde sogar bekannt, dass ein FPÖ-Europaabgeordneter den Gastbeitrag eines Alpenvereinsmitglieds zum Thema Windkraft für Info-Direkt selbst akquiriert und abgenommen hatte. Scharfmüller sah in diesem für ein Medium äußerst ungewöhnlichen Vorgang hingegen ein „Zeichen der Selbstlosigkeit und Unabhängigkeit“.

In jüngerer Zeit kommen vermehrt großflächige Inserate der AfD hinzu. Es verwundert somit nicht, dass Info-Direkt inzwischen einen Großteil seiner Berichterstattung der AfD widmet und dieser ebenso in Form von Interviews oder Gastbeiträgen eine prominente Bühne bietet. Dazu zählt der rechtsextreme Thüringer Landeschef Björn Höcke, aber auch andere AfD-Politiker vom äußersten rechten Rand wie René Aust oder Markus Frohnmaier. Schon 2021 veranstaltete die frühere AfD-Jugendorganisation Junge Alternative in Bayern ein Gewinnspiel, bei dem kostenlose Jahresabonnements von Info-Direkt verlost wurden. 

 Weiterführende Artikel

  • „Was hinter Auf1 und der Ausbreitung des österreichischen Verschwörungssenders steckt“, Correctiv, 27. April 2023
  • „NPD-, FPÖ-, und Russlandkontakte von AUF1“, Belltower News, 6. Oktober 2022
  • „Wer steckt hinter ‚Info-Direkt‘?“, Stoppt die Rechten, 14. April 2015
  • „Info-Direkt“, doew.at
  • „Desinformation made in Österreich – Wie österreichische Medien in den deutschen Wahlkampf eingreifen“, Correctiv, September 2021
  • „Die ‚ganz normale‘ Zusammenarbeit zwischen FPÖ und ‚Info-DIREKT‘“, Profil, 3. Februar 2026

Allerdings weist Info-Direkt immer wieder auch einzelne FPÖ- und AfD-Politiker öffentlich zurecht, die um gewisse Abgrenzung zum rechtsextremen Vorfeld bemüht sind. Lange Zeit richteten sich diese Attacken vorrangig gegen die FPÖ Oberösterreich, u.a. weil deren Vorsitzender Manfred Haimbuchner 2023 einen „Aktionsplan gegen Extremismus“ unterstützte. Ähnlich verfährt Info-Direkt mit Maximilian Krah, seit sich dieser von Sellners „Remigrationskonzept“ abzugrenzen versucht, etwa durch Beiträge wie „Krah liefert VS und Medien Munition“ oder „Maximilian Krah (AfD) weiter auf Abwegen“. In einer Talkrunde 2024 verglich Scharfmüller sein Magazin mit einem Schäferhund, der die eigene Schafherde zusammenhalte: „Wenn jemand ausschert, dann zwicken wir einmal freundlich in einen Lauf und sagen ‚Pass auf, du gehörst eigentlich da dazu‘“.

„Wir wollen einen wie Putin“

Neben den Verbindungen zur FPÖ erlangte Info-Direkt von Beginn an Aufmerksamkeit wegen seiner ideologischen Nähe zum Kreml: „Wir wollen einen wie Putin“, lautete die Schlagzeile der allerersten Ausgabe, inklusive Portraitfoto vom russischen Präsidenten auf der Titelseite. Im Blattinneren derselben Ausgabe fanden sich Interviews mit dem Neofaschisten und Putin-Einflüsterer Alexander Dugin sowie dem russischen Generalkonsul in Salzburg. Auch die darauffolgenden Ausgaben enthielten Lobeshymnen auf Wladimir Putin oder Reiseberichte mit Titeln wie „Liebesgrüße aus Moskau: Was wir von Russland lernen wollen“. Für längere Zeit gab es auf der Website zudem mit „Russland“ eine eigene Rubrik.

Zwei Cover des Info-Direkt Magazins. Auf der einen Seite Wladimir Putin und der Zusatz "Wir wollen einen wie Putin", auf der anderen Seite Donald Trump, der mit einem Jenga-Stapel spielt und der Zusatz "Das Ende der alten Eliten"
Verbündete aus Ost und West. Info-Direkt wirbt für Putin und Trump. Bild: Info-Direkt

Die putinfreundliche Propaganda kam beim Kreml offenbar gut an. Bereits 2015 rund um die Fluchtbewegungen nach Europa berichtete ein staatlicher russischer Radiokanal über eine „sensationelle Informationsbombe“, die das kleine Magazin aus Linz aufgedeckt hätte. Nachdem ein russischer TV-Sender mit einem Mitarbeiter des Magazins sogar ein Interview geführt hatte, wurde die Homepage von Info-Direkt kurze Zeit später auf einen Server nach Moskau ausgelagert, was man gegenüber der Zeit mit Hackerangriffen und Sabotageversuchen „von oben“ erklärte. Das DÖW rechnete das Magazin schon bald dem „prorussischen Rechtsextremismus“ zu.

In den letzten Jahren hat die kremltreue Berichterstattung in Umfang und Intensität zwar merklich abgenommen. Trotzdem behielt man auch nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 weiterhin eine prorussische Haltung, etwa durch Beiträge wie „Der dekadente Westen als Putins größte Stärke?“, „Ukraine: Panzerlieferung und Baerbock beschleunigen Eskalation“ oder „Selenskyj hat vergessen, dass er eine Marionette ist“. Eine mögliche Finanzierung aus Russland wurde von Info-Direkt bisher aber bestritten. 

Warum ist Info-Direkt gefährlich?

Info-Direkt bringt klassisch rechtsextreme Inhalte in moderner Aufmachung und erweitert dadurch den „Rahmen des Sagbaren“, wie das Scharfmüller selbst als sein Ziel beschreibt. Der rechtsextremen Blattlinie entsprechend zeigt man sich ablehnend gegenüber der liberalen Demokratie als Gesellschaftsmodell. Schon 2017 bezeichnete ein Gastautor die Gleichheit von Menschen als „Gift, das (…) die Gesellschaft zersetzt“, 2024 erklärte Scharfmüller das heutige Ziel liberaler Demokratien in der „Durchsetzung einer woken globalistischen Ideologie“. Zusätzlich lässt Info-Direkt weiterhin seine neonazistischen Ursprünge erkennen, etwa durch Nachrufe auf verstorbene Neonazis oder wiederholte Kritik am NS-Verbotsgesetz. 

Obwohl Info-Direkt zu einem wichtigen publizistischen Player innerhalb der extremen Rechten geworden ist, erreicht es über das Milieu hinaus bislang vergleichsweise wenige Menschen. Laut Scharfmüller erzielt das Medium auch keine Gewinne, die Autoren würden sich „sehr günstig oder sogar ehrenamtlich einbringen.“ Dennoch scheint der Fortbestand des Magazins gesichert, was wohl auch an der sehr kleinen Redaktion und den Werbeinseraten ideologisch nahestehender Parteien liegt. Die Unterstützung durch FPÖ und AfD könnte außerdem dazu beitragen, dem rechtsextremen Magazin in Zukunft neue Publikumsschichten zu erschließen. 

Indessen gerät Info-Direkt in der Öffentlichkeit zunehmend unter Druck: 2026 unterlag das Magazin bei Gericht, weil es KI-Deepfakes von einem Aktivisten-Ehepaar mit verzerrter Mimik veröffentlicht hatte. Daneben taucht es schon seit einigen Jahren im österreichischen Verfassungsschutzbericht auf und wird damit auch von Behördenseite beobachtet. 2025 attestierte die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) der „IBÖ-nahen Plattform“ den Versuch, „einen pseudo-intellektuellen Anspruch zu befriedigen, ohne auf rechtsextreme Kernthemen wie Asyl, Zuwanderung, Verschwörungsnarrative und politische Feindbilder zu verzichten.“

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