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Treten Sie Vorurteilen über die Energiewende mit Argumenten entgegen!

Es gibt zahlreiche gute Argumente für die Energiewende. Sie belegen, dass die Pläne von Energieminister Sigmar Gabriel ins Abseits führen. Hier finden Sie Fakten, die wir von Bundesministerien, NGOs, Forschungsinstituten und Verbänden zusammengetragen haben. Geben Sie in Ihrem Leserbrief Quellen an. Zu jedem Argument ist die Quelle verlinkt, unter der Sie weiterführende Informationen finden. Natürlich können Sie noch weitere eigene Argumente nennen. Dies ist nur eine Anregung.

a) „Die Energiewende geht endlich voran“ – wirklich?

 

  • Was Sigmar Gabriel sagt und was er tut, sind entgegengesetzte Dinge: Die von seinem Ministerium vorgelegten Pläne zur EEG-Reform führen die Energiewende nicht erfolgreich fort, sondern werden einen Einbruch des Ausbaus Erneuerbarer Energien verursachen. Die investierenden Bürger/innen, Gemeinden und Unternehmen können unter jenen Bedingungen nicht mehr sicher kostendeckend Anlagen bauen.

 

  • Aufgrund der Ausbaubegrenzung sichern die Pläne der (Braun-)Kohle auch in Jahrzehnten noch den Großteil an der Stromerzeugung zu – zur Freude der Energiekonzerne.

 

  • Der Anstieg der Strompreise wird durch Gabriels Pläne nicht verhindert – dafür müsste er die überzogenen Vergünstigungen für aktuell mehr als 2.000 Industriebetriebe zurückfahren und dafür sorgen, dass die Stromkonzerne die günstigen Börsenstrompreise an die Verbraucher/innen weitergeben und einen funktionierenden Emissionshandel für CO2 schaffen.

 

  • Gabriel behauptet, er stehe fest hinter dem Atomausstieg – gleichzeitig nimmt er in Kauf, die Debatte um Laufzeitverlängerungen wieder neu aufzureißen, wenn er den Erneuerbaren-Ausbau so massiv bremst.

 

  • Der Ausbau der Erneuerbaren Energien geht nicht zu schnell – vielmehr ist ein hohes Tempo notwendig, um die Klimaziele von Bund und EU zu erreichen.

b) „Die Energiewende ist zu teuer“? Falsch!

 

  • Kohle- und Atomstrom wurden über Jahrzehnte stark subventioniert – ihre staatliche Förderung beträgt mehr als das Neunfache der Erneuerbaren.

 

  • Die Chancen der Erneuerbaren Energien sind weitaus bedeutender als die Kosten – ohne Energiewende würde es erst richtig teuer, denn die gesellschaftlichen Folgekosten von Klimawandel oder Atomkatastrophen sind nicht im Strompreis enthalten.

 

  • Erneuerbare Energien machen Deutschland unabhängig von stetig steigenden Brennstoffpreisen auf dem Weltmarkt. Da sie nur geringe Betriebskosten haben, sorgen sie für eine dauerhaft bezahlbare Energieversorgung.

 

  • Dank der technologischen Entwicklung und der Entstehung eines Marktes haben sich die Kosten für Wind- und Sonnenstrom seit Beginn ihrer Nutzung bereits mehr als halbiert und sinken weiter.

 

  • Stromkosten stellen nur 2,5 Prozent der jährlichen Ausgaben eines Durchschnittshaushalts – weitaus mehr wird ausgegeben für Freizeit oder Verkehr.

 

  • Die EEG-Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien beträgt nur knapp ein Fünftel des Strompreises – rund die Hälfte der aktuell 29 ct/ kWh wird an den Stromversorger gezahlt, ein weiteres Drittel sind andere staatliche Abgaben.

 

  • Die EEG-Umlage taugt nicht als Indikator für die Kosten der Energiewende – in ihr ist nicht nur die Förderung neuer Anlagen enthalten, sondern auch die Befreiung der Industrie von diesen Ausgaben sowie die negative Entwicklung des Börsenstrompreises.

 

  • Auch der am Boden liegende Handel mit CO2-Zertifikaten verteuert die EEG-Umlage – auf Kosten von Verbrauchern und Umwelt.

c) „Die Energiewende schadet dem Wirtschaftsstandort“? Falsch!

 

  • Die Energiewende ist der Jobmotor schlechthin – während der Wirtschaftskrise war die Erneuerbaren-Branche die einzige mit konstantem Wachstum. Derzeit sind knapp 380.000 Menschen dort beschäftigt.

 

  • Die Energiewende ist eine gigantische Chance für die deutsche Volkswirtschaft – Deutschland ist international führend im Export von Technik für Erneuerbare Energien, vor allem die Wind- und Wasserkraftindustrie erreicht Exportquoten von bis zu 85 Prozent. Der Weltmarktanteil der hiesigen Windenergiebranche lag bereits 2008 bei über 25 Prozent.

 

  • In anderen europäischen Ländern zahlen Industriebetriebe höhere Strompreise und beschweren sich über das deutsche Preis-Dumping.

 

  • Erneuerbare Energien schafften 2012 eine direkte volkswirtschaftliche Wertschöpfung von 17 Mrd. Euro, die den Ländern und Kommunen, dem Gewerbe und Handel zu Gute kommen.

d) „Die Erneuerbaren Energien sind noch nicht so weit“? Falsch!

 

  • Noch 1993 versuchte die konventionelle Energiewirtschaft, uns mit Zeitungsanzeigen weiszumachen, Erneuerbare Energien könnten niemals mehr als 4 % unseres Strombedarfs decken: Heute stammt knapp ein Viertel unseres Stroms aus Erneuerbaren.

 

  • Kohlekraft ist zu unflexibel, um die kurzfristigen wetterbedingten Schwankungen von Wind- und Solarstrom auszugleichen – im Gegensatz etwa zu klimaschonenderen Gaskraftwerken

e) „Die Energiewende bringt nichts“? Falsch!

 

  • Wind- und Wasserkraft, Solar- und Bioenergie sowie Geothermie vermieden 2012 knapp 145 Millionen Tonnen ausgestoßenes CO2 – damit sind sie viel wirkungsvoller als andere Klimaschutzinstrumente und eindeutig Klimaschützer Nr. 1.

 

  • Der Emissionshandel in seiner derzeitigen Form funktioniert nicht – die CO2-Zertifikate sind viel zu billig, um Investitionen in klimafreundlichere Kraftwerke anzureizen.