5-Minuten-Info

Warum brauchen wir jetzt ein Tempolimit?

Deutschland importiert täglich Zehntausende Tonnen Öl aus Russland. Ein großer Teil davon wird zu Benzin und Diesel verarbeitet. Mit einem Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde könnten wir jährlich 800 Millionen Liter Sprit einsparen und so den Geldfluss nach Russland reduzieren – und das schnell und ohne große Kosten. Hinzu kommt: Ein Tempolimit von 130 km/h würde jährlich 1,9 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen und mehr Sicherheit bringen – denn die Unfallzahlen auf Autobahnen würden erheblich sinken.

Warum fordern wir ausgerechnet auf Autobahnen ein Tempolimit?

Je schneller wir fahren, umso mehr Sprit verbraucht das Auto. Auf Autobahnen ist der Verbrauch also am höchsten – und ein Tempolimit hat hier den größten Effekt: So ist zum Beispiel der Kraftstoffverbrauch bei 130 km/h um ein Drittel geringer als bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h.

Welchen Effekt hat ein Tempolimit in Deutschland für die russische Führung?

Das Tempolimit ist ein einfaches und schnelles Mittel, um jetzt unseren Ölverbrauch zu senken. Wenn wir weniger Öl aus Russland kaufen, schränken wir damit Putins Einnahmen ein. Außerdem machen wir uns unabhängiger: Je weniger wir brauchen, umso weniger Druckmittel haben ölexportierende Staaten gegen uns in der Hand.

Warum gibt es bis jetzt noch kein Tempolimit?

Schon vor dem Ukraine-Krieg war laut Umfragen die Mehrheit der Deutschen für ein Tempolimit 130 auf Autobahnen. Auch SPD und Grüne haben sich im Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2021 dafür ausgesprochen. Im Koalitionsvertrag ist die Maßnahme trotzdem nicht gelandet – da die FDP blockiert. Der Krieg in der Ukraine zeigt nun: Unser Spritverbrauch schadet nicht nur dem Klima, sondern finanziert einen despotischen Kriegstreiber. Jetzt muss auch die FDP einsehen, dass wir ein Tempolimit brauchen.