Aktualisiert am 26. August 2026

PI News im Überblick

Tabelle: Wer steckt dahinter? Stefan Herre, Aktivisten mit Verbindungen zur islamfeindlichen Bürgerbewegung Pax Europa Wer kommt zu Wort? Andere Medienaktivisten, von Nius über den Kopp-Verlag bis Compact, AfD-Politiker, Identitäre, Pegida Inhaltliche Ausrichtung: Islamfeindlich, rassistisch, antiziganistisch, queerfeindlich Nähe zur AfD: Enge Vernetzung über eigene Kolumne für AfD-Bundestagsabgeordnete, Tätigkeit von PI-News-Gründer in AfD-Bundestagsbüro, AfD-Politiker senden Grußworte zum 20. Geburtstag Warum problematisch? Extreme Islam- und Geflüchtetenfeindlichkeit, Hass und Gewaltfantasien in der Kommentarspalte, Auslösung von Bedrohungen gegenüber Einzelpersonen und Organisationen

Wie PI-News Wut und Angst ins Netz trägt

Das „PI“ in PI-News steht für „Politically Incorrect“, der Name ist eher noch eine Untertreibung. Wut, Angst und Neid sind seit dem Start im Jahr 2004 das Hauptgeschäft der Betreiber von PI-News. Auf dem Blog und auf Social-Media-Plattformen werden zahlreiche Feindbilder gepflegt und ganze Gruppen ununterbrochen mit Hetze überzogen: Menschen mit Migrationsgeschichte, Muslime, queere Menschen, Politiker und Journalisten.

Auf dem Bild sieht man einige Fotos der 77 Opfer des rechtsextremistischen Anschlags in Norwegen 2011, die zum Gedenken auf dem Gehweg ausgelegt wurden. Eine Frau legt eine Blume nieder, hinter ihr stehen etwas verlorene und bedrückt weitere Trauernde.
Nach dem rechtsextremen Terroranschlag in Oslo und Utøya im Juli 2011 diskutiert man bei PI-News über die eigenen Inhalte, eine Mäßigung erfolgt daraufhin nicht. Gedenken an Utøya-Opfer am 22. Juli 2018 in Berlin. Foto: IMAGO

PI, wie das Blog auch in Kurzform bezeichnet wird, ist vor allem durch seine extrem islamfeindliche Ausrichtung geprägt. Die Autoren stellen Menschen, die aus mehrheitlich muslimischen Ländern stammen oder einen als muslimisch interpretierten Namen tragen, pauschal als potenziell gefährliche Muslime oder Islamisten dar.

Wer aus diesen Gruppen nicht negativ auffällt, dem wird dabei häufig unterstellt, Integration und Unauffälligkeit seien lediglich Fassade. Muslime insgesamt werden als Kriminelle, Gewalttäter und Extremisten dargestellt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet PI seit einigen Jahren und stufte das Blog im Jahr 2021 schließlich als gesichert rechtsextremistisch ein. Die Website verzeichnet laut der Analyseplattform Similarweb etwa 550.000 Aufrufe im Monat (Stand August 2026).

Rechtsextreme Hetze bei PI-News

PI-News bedient sämtliche rechte bis rechtsextreme Narrative und Feindbilder. Permanent stellen die Autoren Zuwanderung, insbesondere aus muslimischen Ländern außerhalb Europas, aber auch aus den Balkanländern, als finstere Bedrohung dar. Neben alltäglicher Hetze gegen verhasste Minderheiten und politische Gegner finden sich Desinformation und Verschwörungstheorien. Unter einer eigenen Artikelkategorie namens „Klimaschwindel” wird seit Jahren der Klimawandel geleugnet und jegliches Eintreten für Klimaschutz und Energiewende mit wüsten Beschimpfungen bedacht. Einen erheblichen Anteil der Inhalte übernimmt PI-News von anderen Empörungsmedien, darunter vom rechtsextremen Compact-Magazin, der Weltwoche oder Nius.

Kommentare bei PI-News: Hass, Gewaltfantasien und Doxing

Berüchtigt ist auch die Kommentarspalte von PI-News. Dort verbreiten User besonders radikale, menschenverachtende Inhalte. Gewaltfantasien und Hass sind unter vielen Beiträgen schnell zu finden. Immer wieder begrüßten Kommentatoren in der Vergangenheit auch rechtsextreme Gewalttaten, darunter auch den Mord an der schwangeren Marwa El-Sherbini in einem Dresdener Gerichtssaal im Jahr 2009. Auch Doxing ist keine Seltenheit: Mehrfach wurden in der Vergangenheit private Daten von verhassten Personen verbreitet. Die begleitenden Gewaltaufrufe erfolgen mal offen, mal werden sie nur angedeutet. Vor einigen Jahren wurde auch die Privatanschrift des damaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke in der PI-News-Kommentarspalte verbreitet. Im Jahr 2019 wurde Lübcke an genau dieser Adresse von einem Rechtsextremisten ermordet. PI-News selbst hatte zuvor auch Lübckes Büroadresse verbreitet.

Wer Reue finden will, kann allerdings lange suchen. Als 2011 der Rechtsterrorist Anders B. in Norwegen 77 Menschen ermordete, äußerten Autoren zwar, dass die Inhalte aus dessen Schriften denen von PI-News ähneln, zogen aber keine Konsequenzen. Noch deutlicher wurde ein Autor nach dem rechtsextremen Mord an Walter Lübcke. PI titelte: „Keinerlei Mitgefühl, keinerlei Trauer für Walter Lübcke“ und verbreitete erneut ein verkürztes Video von einer Veranstaltung zur Unterbringung von Geflüchteten, das den Eindruck erweckt, Lübcke habe allen, die sich kritisch über Flüchtlingspolitik äußern, die Ausreise aus Deutschland nahegelegt. Er hatte sich aber gezielt an Menschen gerichtet, „die durch Zwischenrufe ihre Verachtung unseres Staates artikuliert oder diesen Schmähungen applaudiert haben“, so Lübcke. Das verkürzte Video hatte der Mitangeklagte von Lübckes Mörder vor Jahren selbst ins Netz gestellt, um Hass gegen den CDU-Politiker zu schüren.

Screenshot des Youtube-Kanals von PI News, der Videos mit Glückwunschbotschaften von AfD-Politikern und Jürgen Elsässer zeigt
Zum 20. Geburtstag von PI-News schicken Compact-Gründer Jürgen Elsässer und zahlreiche AfD-Politiker Glückwünsche Bild: Youtube-Screenshot PI-News

Zu den PI-Kommentatoren gehörte auch Alexander M., der über Jahre extreme Drohschreiben an verschiedene Adressaten verschickte, darunter die Anwältin Seda Başay-Yıldız und Jan Böhmermann. Sein Pseudonym: „NSU 2.0“. Ein Bezug auf die Rechtsterroristen des selbsternannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“, der Anfang der 2000er Jahre mindestens zehn Menschen ermordete. Enttarnt wurde M. unter anderem deshalb, weil seine Kommentare bei PI-News den Inhalten der Drohschreiben ähneln.

Vom Netz vor die Haustür

PI-Autoren haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Beleidigungen und Bedrohungen gegen Menschen und Organisationen ausgelöst, die sie zu Feinden erklärt hatten. Im Zentrum standen dabei etwa Schulen, die die Vielfalt ihrer Schüler feierten, oder Kirchen, die sich für die interreligiöse Verständigung stark machten. Solche Einrichtungen geraten in den Artikeln und Kommentaren von PI-News immer wieder in den Fokus und werden zum Ziel von Kritik und Diffamierung.

Leser und Autoren von PI-News vernetzen sich zudem nicht nur in Artikeln und Kommentarspalten, sondern haben in der Vergangenheit auch Ortsgruppen gegründet. Zwar distanzierte sich PI-News öffentlich von den Tätigkeiten der Gruppen, tatsächlich strebten die Betreiber aber an, die Gruppen zur gezielten Beeinflussung der Öffentlichkeit zu nutzen und zumindest der langjährige PI-Autor Michael Stürzenberger war selbst in der Münchner Ortsgruppe aktiv.

Der Münchner Ableger galt als besonders aktiv und hielt regelmäßige Treffen und Vortragsabende ab. Die Aktivitäten der Ortsgruppe gingen auch über Treffen unter Gleichgesinnten hinaus: Mitglieder der Münchner PI-Gruppe besuchten wiederholt Veranstaltungen zum Thema Islam und fielen dort durch Störungen und Provokationen auf. Die Münchner Islamfeinde gerieten im Vergleich zu PI-News selbst schon früh in den Fokus des Verfassungsschutzes. Der bayerische Verfassungsschutz beobachtete die Gruppe ab 2013.

Michael Stürzenberger

Michael Stürzenberger gehört zu den bekanntesten Islamfeinden in Deutschland. Neben seiner langjährigen Autorenschaft bei PI-News ist er als Aktivist der islamfeindlichen Bürgerbewegung Pax Europa und Redner bei Pegida-Veranstaltungen in Erscheinung getreten. Von 2013 bis mindestens 2023 wurde Stürzenberger durch den bayerischen Verfassungsschutz beobachtet. Im Frühjahr 2024 wurde Stürzenberger bei einem islamistisch motivierten Attentat verletzt.

PI-News hat in der Vergangenheit mehrere Leserreisen nach Israel organisiert. Bei einer dieser Reisen sollen Teilnehmer nach einem Schießtraining Gewaltfantasien gegenüber Muslimen geäußert und Scherze darüber gemacht haben, eine Moschee zu sprengen. Beim Besuch der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem soll ein Teilnehmer den Holocaust verharmlost haben. Eine weitere Reise wurde mit einem „Schieß- und Häuserkampf-Grundlagentraining“ beworben.

Wer steckt hinter PI-News?

PI-News ging im Jahr 2004 ans Netz. Als einziger Autor und Betreiber trat damals der Sportlehrer Stefan Herre auf. Seine Motivation lag nach eigenen Angaben in seiner Ablehnung vermeintlich antiamerikanischer Haltungen in Deutschland und seiner Unterstützung für den damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Herre präsentierte seinen Blog Politically Incorrect ausdrücklich als „alternative“ Informationsquelle und positionierte sich damit von Beginn an gegen etablierte Medien und die Politik in Deutschland. Der PI-Gründer hat enge Verbindungen zur AfD: Zu Beginn des Jahres 2024 war er im Büro des früheren AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron (heute im EU-Parlament) angestellt. PI-News veröffentlichte in diesem Zeitraum laut Recherchen der Zeit einige Beiträge, die Bystron gegenüber sehr positiv gestimmt waren.

Herre gab die Verantwortung für PI-News offiziell schon 2007 an die islamfeindliche Pfarrerin Christine Dietrich ab. Interne Dokumente belegten aber, dass Herre noch lange die wichtigsten Entscheidungen traf. Über Jahre hatte PI kein Impressum, dann sollte der Sitz der Seite angeblich in Hongkong liegen, dann in Ungarn. Inzwischen verweist das Impressum auf eine Adresse in Dubai und den Namen Conny Axel Meier. Der wiederum ist auch verantwortlich für ein weiteres Projekt, das sich der Hetze gegen Minderheiten und politische Gegner verschrieben hat: Journalistenwatch, kurz Jouwatch. Meier war außerdem Bundesgeschäftsführer der rechtsextremen Bürgerbewegung Pax Europa (BPE).

Pax Europa

Die Bürgerbewegung Pax Europa (BPE) ist ein Zusammenschluss islamfeindlicher Akteure, die sich unter anderem gegen Moscheeneubauten engagieren und regelmäßige Veranstaltungen abhalten, bei denen Muslime insgesamt abgewertet und als Gefahr dargestellt werden.

Unter den Autoren von PI-News gibt es reichlich Verbindungen zu rechtsextremen Kleinstparteien und Organisationen, darunter vor allem der bereits genannten BPE, aber auch den Republikanern, der Heimat (früher NPD), Pegida und den rechtsextremen Hooligans der Hogesa.

Neben Herres Tätigkeit für die AfD gibt es weitere Verbindungen zur Partei: Die bayerische AfD-Politikerin Elena Fritz hatte ein eigenes Videoformat, in dem sie unter anderem Gespräche mit anderen AfD-Politikern führte. Harald Weyel, der für die AfD im Bundestag sitzt, schrieb unregelmäßige Kolumnen. Und der Bundestagsabgeordnete Martin Renner hat eine unregelmäßig erscheinende eigene Videoserie bei PI-News. Er sitzt seit 2017 für die AfD im Parlament und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Partei.

Screenshot aus einem Video, in dem Petr Bystron auf dem Gang des Bundestages eine Grußbotschaft für PI News spricht. Er blickt in die Kamera und ist bekleidet mit einem blauen Anzug.
Gute Beziehungen: AfD-Mann und ehemaliger Chef von PI-Betreiber Herre, Petr Bystron, gratuliert PI-News in einem Video. Quelle: Youtube-Screenshot PI-News.

Autoren von PI waren in den 2010er Jahren neben dem rechtsextremen Compact-Magazin und Vertretern einer christlichen Sekte als Teilnehmer der sogenannten „Konferenzen der freien Medien” der AfD im Bundestag vertreten. Zum 20. Geburtstag von PI-News im Jahr 2024 schickten 31 AfD-Politiker Grußvideos, darunter die Bundestagsabgeordneten Stephan Protschka, Christina Baum und Karsten Hilse. Außerdem sendeten die EU-Abgeordnete Christine Anderson, Björn Höcke sowie Herres früherer Chef Petr Bystron Glückwünsche. Auch Rechtsextreme wie Lutz Bachmann, Martin Sellner und Jürgen Elsässer zählten zu den Gratulanten. Besonders deutlich wird die Nähe zwischen AfD und PI-News auf dem Youtube-Kanal von PI: In einer Auswertung vom Juli 2025 kam die AfD in 209 von 323 Videos auf dem Kanal kommt zu Wort oder wurde thematisiert.


Wie finanziert sich PI-News?

PI-News dürfte sich vor allem über Werbung finanzieren. Anzeigen auf der Seite verweisen unter anderem auf andere Blogs und Websites aus dem rechten Spektrum, einen Online-Shop für Rechtsextreme, der Björn-Höcke-Fanartikel vertreibt, sowie freundlich gesinnte Unternehmer. Dort wird auch PI-Merchandise vertrieben. PI-News und andere rechtsextreme Medienaktivisten haben in der Vergangenheit auch mit einem betrügerischen Werbedienstleister kooperiert. Im Jahr 2008 warb PI-News für die islamfeindliche US-Organisation Jewish Task Force. Deren Gründer wurde 1987 wegen der Beteiligung an einer Serie von Bombenanschlägen zu einer Haftstrafe verurteilt.  Außerdem ruft PI-News regelmäßig zu Spenden auf.

 

 Weiterführende Artikel

 

Kennen Sie jemanden, der das wissen sollte?

Immer mehr Menschen sind sich unsicher, was sie im Netz glauben können. Viele vertrauen dabei auf Empörungsmedien. Bitte teilen Sie diese Informationen und klären Sie über PI-News auf. 

Weitere Empörungsmedien

Compact Magazin Propaganda für Russland und die AfD. Das Compact Magazin gehört zu den bekanntesten rechtsextremen Empörungsmedien in Deutschland. Mehr erfahren
Nius Beachtliche Reichweite, Ex-Bild-Chefredakteur, bekannte Gäste: Nius gelingt es immer wieder, Themen auch in demokratischen Parteien und seriösen Medien zu setzen und startet regelmäßig digitale Hetzjagden. Mehr erfahren
Empörungsmedien und ihre Ziele Ob AUF1, Nius oder RT DE: So verbreiten Empörungsmedien Meinungsmache und Propaganda. Mehr erfahren

Die Informationen auf dieser Seite stellt Ihnen Campact zur Verfügung. Campact ist eine NGO mit über 4,5 Millionen Unterstützer*innen. Sie setzen sich entschlossen für unsere Demokratie ein. V.i.S.d.P.: Dr. Felix Kolb, Friedrichstraße 115, 10117 Berlin