Plastik-Flut stoppen!

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Unsere Meere werden zur Müllkippe. Die EU-Kommission will mit ihrer Plastik-Strategie dagegen vorgehen. Aber die Kunststoff-Konzerne drohen den Plan völlig zu verwässern. Durch Protest können wir das noch verhindern:

Unterzeichnen Sie unseren Appell an die Kommission!

5-Minuten-Info Plastik-Flut stoppen!

In den Weltmeeren befinden sich Schätzungen zufolge bereits rund 150 Millionen Tonnen Plastikmüll, und jedes Jahr kommen weitere acht Millionen Tonnen hinzu. Das Problem dabei ist: Plastikmüll verrottet nicht. Unzählige Seevögel, Fische oder Robben verenden, weil sie sich an Plastikschnüren verheddern. Andere halten Plastikstücke für Futter und verhungern, weil sie sie nicht verdauen können. Mit der Zeit zerfallen Plastikstücke zu Mikroplastik. Diese werden von Plankton, Muscheln oder Algen aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette.

Unter Mikroplastik versteht man Plastikteile, die fünf Millimeter oder kleiner sind. Mikroplastik entsteht, wenn Plastikmüll unter dem Einfluss von Sonnenlicht oder Meereswellen in immer kleinere Teile zerfällt. Mikroplastik wird aber auch absichtlich hergestellt und Kosmetikprodukten wie Shampoo oder Zahnpasta zugesetzt. Auch beim Waschen von Synthetik-Kleidung gelangt Mikroplastik ins Abwasser. Da Kläranlagen dieses Mikroplastik nicht herausfiltern können, gelangt es ungehindert in Flüsse und Meere.

Die EU-Kommission will bis Ende 2017 eine Plastik-Strategie zum Thema Plastikmüll veröffentlichen. Das hat sie in ihrem Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft angekündigt. Darin will sie darlegen, wie sie die mit dem Plastikverbrauch verbundenen Probleme lösen möchte. Die Plastik-Strategie soll die Grundlage für spätere Gesetzesinitiativen werden.

Im Januar 2017 hat die Kommission in einer Roadmap bereits vorläufige Ziele niedergeschrieben. Ein Ziel lautet: Die Plastikproduktion soll nicht mehr von fossilen Rohstoffen abhängig sein. Anstatt aus Erdöl soll Plastik in Zukunft stärker aus nachwachsenden Rohstoffen oder Kohlendioxid hergestellt werden. Im Vergleich dazu sind die Ziele zur Plastikvermeidung und Recycling bescheiden. Aus Sicht von Umweltorganisationen sind die Pläne der Kommission nicht ausreichend, um die Vermüllung der Meere zu verhindern.

Damit die Plastik-Strategie wirklich hilft, die Vermüllung der Meere zu beenden, muss die EU die folgenden Punkte aufnehmen:

1. Maßnahmen zur Reduktion des Plastikverbrauchs: Anstatt alleine auf Recycling zu setzen, muss die Plastik-Strategie auch Regeln enthalten, die den absoluten Plastikverbrauch verringern. Dabei geht es vor allem um die Reduktion von Einwegplastik und Mikroplastik.

2. Plastikprodukte sollten so hergestellt werden, dass sie möglichst langlebig und recycelbar sind. Dazu gehört auch, dass Plastikprodukte frei von giftigen Zusatzstoffen sein müssen.

3. Plastik müsste deutlich besser recycelt und gesammelt werden. Ziel muss sein, die Freisetzung von Plastik in die Umwelt zu vermeiden und einen möglichst geschlossenen Stoffkreislauf aufzubauen.

Als Verbraucher/innen können wir alle dazu beitragen, dass weniger Müll produziert und weggeworfen wird. Doch alleine an die Verbraucher/innen zu appellieren, reicht nicht aus: Viele Menschen ignorieren Appelle, die dazu aufrufen den eigenen Konsum zu verändern. Ein Grund dafür ist der Mangel an Alternativen, wenn selbst im Bio-Markt manches Gemüse nur in Folie eingeschweißt angeboten wird. Oder es fehlt schlichtweg an einer klaren Kennzeichnung, um zum Beispiel Kosmetik mit Mikroplastik zu erkennen. Die EU ist der weltweit größte Wirtschaftsraum. Wenn sie Gesetze gegen Plastikmüll beschließt, betreffen diese über 500 Millionen Einwohner/innen. Um die Meere vor der Plastik-Flut zu bewahren, braucht es unbedingt ein entschiedenes Handeln der EU-Kommission.
Der größte Teil des Plastikmülls in den Meeren stammt von Quellen an Land, insgesamt rund 80 Prozent. Egal ob Plastiktüten oder Autoreifen, Zahnbürsten oder Kinderspielzeug – große Mengen Plastikmüll, die an Land weggeworfen werden, geraten irgendwann in Bäche und Flüsse. Von dort aus wird der Müll ins Meer transportiert. Die anderen 20 Prozent sind maritimer Herkunft: zum Beispiel ausgediente Fischnetze oder Abfälle von Schiffen.
Plastik ist nicht grundsätzlich gesundheitsschädlich. Doch häufig wird Plastik mit Zusatzstoffen versetzt, die unserer Gesundheit schaden können. So können Kunststoffe, die mit Weichmachern, Bisphenol A oder Flammschutzmitteln versetzt wurden, gesundheitsschädliche Wirkungen haben. Ein weiteres Gesundheitsrisiko entsteht, weil sich im Meer Umweltgifte wie Schwermetalle oder Dioxine an Plastikstücke anheften. Werden diese Plastikstücke von Meerestieren gefressen, können die Schadstoffe in die Nahrungskette gelangen.

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Datenschutzhinweis: Ihre Daten (Name und Ort) werden im Anhang des Appells an Jean-Claude Juncker (Präsident der EU-Kommission), Karmenu Vella (EU-Umweltkommissar), Frans Timmermans (Vizepräsident der EU-Kommission) sowie Jyrki Katainen (Vizepräsident der EU-Kommission) versendet und überreicht. Eine langfristige Speicherung Ihrer Daten (Name, PLZ, Ort, E-Mail-Adresse) erfolgt nur, wenn Sie den Campact-Newsletter bestellen. Ansonsten werden Ihre Daten nach Ende der Kampagne gelöscht. Ihre Daten werden von uns nicht an Dritte weitergeben (Datenschutz-Policy von Campact).