Berlin, 29.8.2023. Das 49-Euro-Ticket ist in Gefahr. Nach wie vor ist unklar, wie es über 2023 hinaus finanziert werden soll. Verkehrsminister Wissing steht hier auf der Bremse. Deshalb haben nun die Kampagnenorganisation Campact und der ökologische Verkehrsclub VCD den Appell “49 Euro-Ticket retten!” gestartet. Ihre Forderung: Das 49-Euro-Ticket muss bleiben. Um das Ticket wirklich für alle zugänglich zu machen, braucht es darüber hinaus ein Jugend- und Sozialticket für maximal 29 Euro. In nur wenigen Tagen haben bereits mehr als 200.000 Menschen den Appell unterzeichnet. 

Dieser Druck auf Verkehrsminister Wissing ist jetzt wichtig. Zwar hatten Bund und Länder sich geeinigt, die Kosten für das 49-Euro-Ticket bis 2025 jeweils zur Hälfte zu tragen. Doch weigert sich Verkehrsminister Wissing, Geld für inflationsbedingte Mehrkosten ab 2024 zuzusagen – im Gegensatz zu den Bundesländern. Dabei ist klar: Der Bundesverkehrsminister muss für das 49-Euro-Ticket und den ÖPNV mehr Geld bereitstellen. Sonst droht das Aus. Zumindest könnten einzelne Verkehrsverbünde und -betriebe die Zusammenarbeit aufkündigen, Linien einschränken oder gar einstellen. Denn bei Bus und Bahn fehlt überall das Geld. 

Lara Eckstein, Campaignerin von Campact: ”Das Verkehrsministerium reißt seit Jahren die Klimaziele. Umso absurder ist es, dass der einzige handfeste Beitrag zum Klimaschutz aus dem Hause des Verkehrsministers, nun von ihm selbst in Frage gestellt wird – das 49-Euro-Ticket. Volker Wissing muss für die Fortsetzung des Tickets sorgen. Es ermöglicht tagtäglich Millionen Menschen, das Auto stehen zu lassen und klimafreundlich mit Bus und Bahn unterwegs zu sein.”

Dominik Fette, VCD-Sprecher für klima- und sozialverträgliche Mobilität”Ein dauerhafter Erfolg wird das Ticket erst, wenn es langfristig günstig bleibt und immer mehr Menschen auf den ökologischen ÖPNV umsteigen. Für Familien und Menschen mit niedrigem Einkommen ist das Deutschlandticket schon jetzt zu teuer. Um wirklich allen eine bezahlbare und ökologische Mobilität zu ermöglichen, muss es das deutschlandweit gültige Ticket auch als Sozial- und Jugendticket geben – für maximal 29 Euro im Monat. Und es braucht massive Investitionen in den Ausbau des ÖPNV. Denn ein Ticket allein taugt dort nichts, wo nie oder selten ein Bus fährt – vor allem auf dem Land ein Riesenproblem.” 

Campact und VCD erwarten von den Ministern Wissing und Lindner, dass sie bis zur Verkehrsministerkonferenz im Oktober nachlegen. Bis dahin müsse der Bund ein konkretes Angebot auf den Tisch legen – sonst drohe eine erneute Hängepartie, die sogar das Aus für das Ticket zur Folge haben könnte. Zur Gegenfinanzierung fordern Campact und VCD, auf überflüssige Autobahnprojekte zu verzichten und klimaschädliche Subventionen abzubauen. 

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