Tipps und Tricks für Deine Demo gegen Rechts
Rechtsextreme wollen in Deinem Ort aufmarschieren, die AfD plant eine Veranstaltung oder Du willst einfach ein starkes Zeichen gegen den Rechtsruck setzen? Alles geeignete Anlässe, eine eigene Demo auf die Beine zu stellen. Für eine erfolgreiche Mobilisierung helfen klare Botschaften – Slogans wie „Vielfalt statt Rassismus“ oder „Demokratie und Rechtsstaat verteidigen“ sprechen viele unterschiedliche Menschen an und zeigen, wofür Ihr auf die Straße geht.
Am besten organisierst Du Deine Demo gemeinsam mit Mitstreiter*innen. Sprich mit Freund*innen und Bekannten und verständigt Euch über Anliegen und Botschaft. Du kannst auch Vereine, Gewerkschaften oder andere Organisationen fragen, ob sie sich beteiligen wollen. So erreichst Du noch mehr Menschen aus verschiedenen Teilen der Gesellschaft.
Der Ort Deiner Demo sollte leicht zugänglich und möglichst zentral sein – so sorgst Du für maximale Sichtbarkeit. Das kann zum Beispiel eine Kundgebung auf dem Markt oder vor dem Rathaus sein. Je nach Anlass ist auch ein Veranstaltungsort von Rechtsextremen oder ein Parteibüro der AfD gut geeignet.
Dein Protest sollte einen konkreten Anlass haben und zeitlich nah an diesem liegen. Das mobilisiert mehr Menschen und ist auch für die Presse interessant. Am besten sollte Deine Demo stattfinden, wenn möglichst viele Menschen kommen können – ein Samstag- oder Sonntagnachmittag bietet sich gut an. So können auch Arbeitnehmer*innen und Familien mit Kindern teilnehmen. Bei besonders wichtigen Anlässen kann es sinnvoll sein, unter der Woche zu demonstrieren – doch meist kommen dann weniger Menschen.
Zuletzt solltest Du darauf achten, ob es weitere Demonstrationen gibt, mit denen sich Dein Protest überschneiden könnte. Schau im Internet nach – eine gute Übersicht über Termine in Deiner Nähe findest Du zum Beispiel hier. Falls das der Fall ist, tritt mit den Organisator*innen in Kontakt. So könnt Ihr gemeinsam eine Lösung finden, die für alle gut passt.
Das Demonstrationsrecht ist in Deutschland im Grundgesetz verankert. Deine Demo braucht keine Genehmigung. Du musst sie nur rechtzeitig bei der entsprechenden Behörde anmelden, doch das ist einfach. Die zuständige Behörde findest Du, indem Du online etwa nach „Versammlung anmelden“ sowie dem Namen deines Ortes suchst. Das notwendige Formular findest Du dann meist auf der Seite der entsprechenden Behörde.
Dort musst Du eine verantwortliche Person, das Thema der Demo, Ort, Datum, Beginn und Ende der Veranstaltung sowie Materialien (etwa Bühne, Schilder, Banner) angeben. Die verantwortliche Person wird von den Behörden Versammlungsleitung genannt. Sie ist Ansprechperson für die Polizei und muss die ganze Zeit vor Ort sein. Falls Du Dir damit unsicher bist, übergebe die Aufgabe beim ersten Mal an eine Person, die sich auskennt.
Zuletzt braucht die Behörde eine geschätzte Zahl der Teilnehmer*innen und eine Info, ob Reden oder Musikbeiträge geplant sind.
Die Anmeldung ist erledigt – jetzt kannst Du loslegen und den Ablauf Deiner Demo planen. Erstelle ein kurzes Programm mit Redebeiträgen. Mit den Reden lassen sich inhaltliche Schwerpunkte setzen und verschiedene Perspektiven beleuchten. Kennst Du passende Musik-Acts? Dann plane sie ebenfalls ein.
Anschließend kannst Du überlegen, was für Material Du für die Demo brauchst: Lautsprecher, Mikros, Banner und Ordner*innen-Binden sind sinnvoll, manchmal hilft eine kleine Bühne.
Am besten verteilst Du ein paar Aufgaben: Wer hat den Ablauf auf dem Schirm, wer kümmert sich um die Technik und wer sorgt für genügend Ordner*innen? Die braucht es auf jeder Demo – meist ein*e Ordner*in pro 50 Teilnehmer*innen. Sie lassen sich meist problemlos spontan vor Ort finden.
Stehen die Demo und das Programm, gib allen Menschen Bescheid, die Du kennst. Schicke die Infos an Initiativen, Vereine und Gruppen in Deinem Ort – meistens haben sie eigene Kanäle, über die sie noch mehr Leute erreichen. Auch in den sozialen Medien solltest Du für Deine Demo werben.
Verschicke außerdem eine kurze Pressemitteilung mit den wichtigsten Infos an die lokalen Medien – die Mailadressen der Redaktionen findest Du auf den Websites der Zeitungen oder Radiosender. Denk daran, einen Kontakt mitzuschicken. Dann können die Journalist*innen sich bei Nachfragen melden.
Der Demo-Tag ist der Höhepunkt Deiner ganzen Planung. Vermutlich wirst Du viel zu tun haben: Du kümmerst Dich um die Technik, weist Ordner*innen ein und hast den reibungslosen Ablauf des Programms im Blick. Aber wenn Du vorher alles durchgegangen bist und sorgfältig vorbereitet hast, wird die Demo für Dich und Deine Mitstreiter*innen ein Erfolg. Dann setzt Dein Protest ein starkes Zeichen – für Zusammenhalt und eine vielfältige Gesellschaft, gegen Rechtsextremismus und die AfD.
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