Die AfD braucht Geld. Der einfachste Weg dafür? PayPal. Der beliebte Online-Zahlungsdienst ermöglicht es den AfD-Anhänger*innen, binnen Sekunden Geld an die Höcke-Partei zu überweisen. Auf diese Weise kann die rechtsextreme AfD in Telegram-Kanälen und auf sozialen Medien Unsummen kassieren. Dabei stellt sich PayPal in seinen Richtlinien gegen Konten, die Diskriminierung und Intoleranz fördern.

Fast 400.000 Menschen sagen Nein zur AfD auf PayPal

Im April 2024 haben wir darum einen Appell an PayPal gestartet. Fast 400.000 Menschen schlossen sich unserer Forderung an: Keine Spenden für Rechtsextreme, AfD-Konten sperren! PayPals Untätigkeit haben wir daraufhin öffentlich gemacht. Dank der Spenden von insgesamt 1.965 Menschen konnten wir gleich zwei Zeitungsanzeigen schalten – einmal in der FAZ und einmal in der Süddeutschen.

"PayPal: Haltung? Egal. Hauptsache Umsatz." Mit dieser Anzeige in der FAZ haben Campact-Unterstützer*innen gegen die AfD-Konten auf PayPal protestiert.
Foto: Campact

Leider hat PayPal bis jetzt nicht auf unsere Forderungen reagiert und erlaubt der rechtsextremen Partei weiterhin, Geld für antidemokratische Machenschaften zu sammeln. 

Doch mit dem Appell und den Zeitungsanzeigen konnten wir Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und öffentlich machen, dass das Unternehmen den Rechtsextremen eine Plattform bietet. PayPal muss der AfD endlich den Geldhahn zudrehen – danke, dass Du mithilfst!

Mach Dich mit Campact auch weiterhin gegen Rechtsextremismus stark – folge uns auf Social Media und abonniere unseren Newsletter.

Folge Campact

Campact Campacts Einsatz gegen Rechtsextremismus Ob im Parlament, auf der Straße oder im Internet: Rechtsextremismus ist gefährlich. Campact setzt sich entschlossen dagegen ein. Lies hier alles zu unserem Engagement gegen Hate Speech, Rassismus und Nationalismus. Mehr erfahren

5-Minuten-Info

Wie alle Parteien, finanziert sich die AfD aus verschiedenen Quellen, wie Mitgliedsbeiträgen, staatlicher Parteienfinanzierung und eben Spenden von Unternehmen oder Einzelpersonen. Sie sind besonders in Wahljahren enorm wichtig für eine Partei. Denn ein Wahlkampf kostet Geld – je höher das Budget, desto mehr Menschen kann man voraussichtlich erreichen.
 
Auch die AfD finanziert sich massiv aus Spenden. Zeitweise stammen sogar über ein Viertel ihrer Einnahmen ausschließlich daher. Ein Großteil davon dürfte über Deutschlands größten Online-Zahlungsdienst PayPal fließen.

Für Rechtsextreme ist PayPal einer der wichtigsten Wege, um Spenden zu generieren. Denn PayPal hat über 33 Millionen Nutzer*innen allein in Deutschland und ist damit der mit Abstand größte Online-Zahlungsdienst. Über 90 Prozent der Deutschen zahlen online mit PayPal. Die meisten Alternativen sind viel weniger verbreitet.

Das nutzt die AfD gezielt aus: Denn über Spendenaufrufe in Online-Kanälen wie Telegram oder X (vormals Twitter), können ihre Anhänger*innen binnen Sekunden Gelder überweisen. Kürzlich stand der Thüringen-Chef Björn Höcke (AfD) vor Gericht für die Verwendung einer verbotenen NS-Parole. Die Gerichtskosten will er von seinen Anhänger*innen finanzieren lassen und wirbt um Geld – per PayPal.

PayPal hat in seinen Nutzungsrichtlinien eindeutige Regeln zum Umgang mit Konten von Rechtsextremen. So sagt die Plattform, PayPal dürfe nicht verwendet werden für alle Aktivitäten, die gegen Gesetze verstoßen oder „Hass, Gewalt, Rassen- oder anderen Formen von Intoleranz, die diskriminierend sind” dienen. Die AfD ist in ihrem Kern intolerant – der Verfassungsschutz stuft sie in drei Bundesländern als gesichert rechtsextrem ein. Zudem planen AfD-Politiker*innen Deportationen und treten immer wieder homophob sowie rassistisch auf. Das steht in klarem Widerspruch zu den Richtlinien von PayPal. Jetzt ist es die Aufgabe von PayPal, gegen die Konten der AfD vorzugehen.

PayPal positioniert sich gern als fortschrittliches Unternehmen. Es hat sich der Kampagne #Zusammenland von Zeitungen und Unternehmen angeschlossen und positioniert sich damit für Vielfalt. Jährlich legt der Bezahldienst in einem Impact Report Rechenschaft über das gesellschaftliche Engagement ab. Gleichzeitig lässt der Konzern es weiterhin zu, dass die AfD Gelder über ihre Plattform eintreibt. Das passt nicht zusammen.
 
Vereinzelt hat PayPal Konten von Rechtsextremen gesperrt, zum Beispiel von dem rechtsextremen Verein Pro Chemnitz oder der NPD. Doch das ist erst passiert, als Medienberichte und Petitionen auf die Unternehmenspraxis aufmerksam machten.

PayPal ist ein privates Unternehmen, dem es freisteht, wen es als Kund*innen akzeptiert oder ablehnt. Diverse Banken haben sich bereits gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD entschieden und deren Konten gekündigt. Campact hat von Expert*innen prüfen lassen: Auch PayPal unterliegt keinen rechtlichen Einschränkungen. Da PayPals eigene Unternehmensregeln eindeutig eine Sperrung von hassfördernen Konten vorsehen, spricht alles für die Sperrung von AfD-Konten.

Welche Rolle PayPal und Co. bei rechtsextremen Spenden spielen”, Manager Magazin, 4. April 2024
PayPal wickelt keine Spenden an Pro Chemnitz mehr ab”, Spiegel Online, 25. November 2019

Mehr zum Thema AfD im Blog

Blog 13.01.2026 Campact-Team Was ist eine Alleinregierung? Eine einzige Partei, die in einer Regierung den Ton angibt, das gab es in Deutschland lange nicht mehr. Vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Berlin ist das ein wichtiges Thema: Denn in Sachsen-Anhalt strebt die AfD eine Alleinregierung an, und auch Leif-Erik Holm träumt davon, Mecklenburg-Vorpommern im Alleingang zu führen. Mehr im Blog lesen
Blog 05.01.2026 Andreas Speit AfD findet: Geopolitik mit Gewalt ist ein legitimes Mittel Trump greift Venezuela an – und die AfD springt ihm argumentativ zur Seite. Andreas Speit schaut, was das über die geopolitischen Werte und Ansichten der Partei sagt und wo sie diese Positionen hernimmt. Mehr im Blog lesen
Blog 17.12.2025 Juli Katz Jugend ohne Club In der Greifswalder Bürgerschaft wettert ein AfDler gegen „linke Agitationszentren” und will Gelder streichen. Dabei sind die angegriffenen Einrichtungen nicht mal dezidiert links – sondern vor allem Säulen der Demokratie. Mehr im Blog lesen