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Heute, zwei Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen fanden gleich zwei Flashmobs statt – einmal bei der CDU in Düsseldorf – und einmal bei der FDP in Dortmund.
In Dortmund trafen sich wieder enorm Viele – nach den Erfahrungen beim Flashmob in Minden waren einige der Aktiven etwas besorgt – aber alles ging glatt. Diesmal hatten sich viele eingefunden: Etwa 50 Personen trafen – frisch geschniegelt und gebiegelt als angebliche FDP-Mitglieder- beim Treffpunkt ein.

flashmob dortmund

Vor dem Eingang zur Westfalenhalle kam es aufgrund der peniblen Sicherheitsvorkehrungen („Sollten Sie
eine Mullbinde dabei haben, werden wir Strafanzeige erstatten“) zu einer sehr langen Schlange. Ein Aktiver berichtet: „Es wurde ordentlich gefilzt. Als ich dann endlich an der Reihe war, hatte mich die Security glatt übersehen und ich wurde gefragt, ob ich schon kontrolliert worden sei. Ehrlich wie ich bin, verneinte ich und ließ mich filzen, wobei ich sogar den Geldbeutel aufklappen musste. Die Binde, hinten im Hosenbund steckend, blieb unentdeckt. Im Nachhinein erfuhr ich, dass ca. 25 Teilnehmern der
Zugang verweigert wurde.“

flashmob dortmund

Immerhin schafften es diesmal etwa die Hälfte der Aktiven, in den Saal zu kommen. Der erste lokale Redner der FDP entschuldigte den enorm verspäteten Anfang und begründete die Securitymaßnahmen mit einer deutlichen Diffamierung: Bei einer vorhergehenden Veranstaltung seien Golfbälle und Reizgas gefunden worden. Man hieß aber ausdrücklich alle nicht FDPler willkommen, die sich über die Partei informieren wollten.

Flashmob Dortmund

Unter Beifall betraten Westerwelle und Pinkwart den Saal. Dann, als die Prominenz noch lächelnd in den Saal blickte, kam auch schon das Signal: Ein lautes und deutliches Aua ertönte, ein Ordner leitete umgehend den Rufer hinaus. Die Aktion war jedoch in vollem Gange, jedeR hatte das Signal gehört, der Campact-Fotograf war bereit und man munkelte, dass auch der Kameramann vom WDR einen Schwenk über unsere Spruchbinden schweifen ließ.

Nach dem Ende der Aktion trafen sich alle laut jubelnd und klatschend vor dem Eingang wieder. Danke an alle die mitgemacht haben, an alle die rein kamen und alle die es trotz der Einschüchterungsversuche und Kontrollen versucht haben, aber abgewiesen wurden. Wir sind sehr froh, dass der heutige Tag gezeigt hat: Mit Einschüchterung lässt sich freie Meinungsäußerung nicht verhindern.

Autor*innen

Christine Borchers, Jahrgang 1977, hat Geschichtswissenschaften und Germanistik an der Universität Bremen studiert. Sie engagiert sich seit Jahren in verschiedenen politischen Bewegungen. Einen Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit legt sie auf antirassistische und antifaschistische Themen. Alle Beiträge

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