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Foto: picture alliance/Wiktor Dabowski

 

Polen hat eines der strengsten Abtreibungsgesetze Europas. Bisher sind Abtreibungen nur bei Vergewaltigungen, Inzest und aus medizinischen Gründen erlaubt. Doch der nationalkonservativen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) ging das nicht weit genug. Künftig sollten Abtreibungen grundsätzlich verboten sein. Schwangerschaftsabbrüche wären dann nur noch für Frauen vorgesehen, die in Lebensgefahr schweben. Ein radikaler Vorstoß, den die katholische Kirche in Polen auch noch unterstützte.

Abtreibungsverbot löst Massenproteste aus

Unter dem Schlagwort #CzarnyProtest („Schwarzer Protest“) demonstrierten vor allem Frauen gegen den von einer Bürgerinitiative eingebrachten Gesetzentwurf. Aktivistinnen und auch Campacts polnische Schwesterorganisation „Akcja Demokracja“ riefen zum Streik der Frauen auf. Zehntausende folgten diesem Ruf und gingen in Warschau und anderen polnischen Städten auf die Straße.

Die Aktivistinnen kritisieren, dass das Selbstbestimmungsrecht der Frau beschnitten und Abtreibungen kriminalisiert würden. Ärzte und Frauen würden sich mit einer Abtreibung strafbar machen.

Solidarität auch in Berlin

Regierung überdenkt das Verbot

Der „Frauenstreik“ zeigte bereits am Mittwoch Wirkung: die rechtskonservative Regierung lenkte ein. Die Proteste hätten dazu geführt, die Angelegenheit zu überdenken. „Sie haben uns Demut gelehrt“, so Bildungs- und Wissenschaftsminister Jarosław Gowin. Das Gesetz in seiner jetzigen Form soll nicht mehr umgesetzt werden. Doch ob die Anpassung ganz vom Tisch ist, bleibt offen.

Demonstration in Polen gegen das radikale Abtreibungsverbot. Auf dem Schild wird gefordert: „Stopp – keine weiteren Schritte“. Quelle: Akcja Demokracja

Vorstoß: Europäisches Gesetz soll das Recht auf Abtreibungen sichern

Ein polnisches Bürgerkomitee will jetzt Unterschriften für eine europäische Gesetzesinitiative sammeln. So wollen sie erreichen, dass das Recht auf Abtreibung europaweit gilt – und nationale Regierungen nicht so einfach Frauenrechte beschneiden können.

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Autor*innen

Janine studierte Journalistik und Kunst-und Medienwissenschaft mit Fokus auf Medienpolitik und neue Technologien. Als Journalistin arbeitete sie für TV, Radio und Online-Redaktionen und engagierte sich für Reporter ohne Grenzen e.V. 2011 wechselte sie zu einer Online-Agentur und entwickelte als User-Experience Designerin nutzerfreundliche und nutzerzentrierte Web-Konzepte. Bei Campact war sie von 2014 bis 2021. Alle Beiträge

4 Kommentare

Kommentare sind geschlossen
  1. Wieso schreiben Sie, dass „Zehntausende junge Frauen“ auf die Straße gingen? Auf allen Fotos zu dem betreffenden Ereignis sehe ich auch eine Vielzahl älterer Frauen und (in der Minderzahl, aber vorhanden) Männer. „Frauen“ oder auch „Menschen“ wäre korrekter gewesen. Die Frage bleibt, warum Sie betonen wollen, dass es „junge Frauen“ waren?

    • Liebe Sophia, in dem Blogbeitrag steht „Frauen“ nicht „junge Frauen“. Diese Betonung habe ich nicht vorgenommen. Vielleicht war das in einem verlinkten Zeitungsartikel der Fall? Wie auf den Bildern unschwer zu erkennen ist, sind Frauen allen Alters auf die Straße gegangen – und auch Männer waren mit dabei. Die Mehrzahl bildeten aber mutige Frauen, die dem Aufruf zum Streik gefolgt sind.

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