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Das klingt nach diplomatischem Scheitern: Während die Weltmeere in Plastikmüll versinken, stecken einige Staaten lieber den Kopf in den Sand. In der Karikatur von Barthold wird das auf den Punkt gebracht. Russland und Saudi-Arabien murmeln Unverständliches mit dem Schnabel im Sand und blockieren gemeinsam mit anderen ölfördernden und plastikherstellenden Staaten ein ambitioniertes globales Plastikabkommen.

Was war passiert?

Bei den UN-Verhandlungen zum Plastikabkommen ist der dringend nötige Durchbruch erneut ausgeblieben. Eigentlich sollte ein verbindliches Abkommen her, das Plastikproduktion und -verschmutzung weltweit eindämmt. Mehr als 100 Länder – darunter die EU sowie zahlreiche Staaten aus Südamerika, Afrika und Asien – schlossen sich zur sogenannten High Ambition Coalition zusammen. Ihr Ziel: ehrgeizige Maßnahmen gegen die Plastikflut. Sie forderten, die weltweite Plastikproduktion deutlich zu begrenzen und Einwegplastik zu verbieten. Statt kurzlebiger Wegwerfprodukte sollten wiederverwendbare Alternativen und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft gefördert werden – bei der Rohstoffe aufbereitet und erneut genutzt werden.

Doch Plastik-Profiteure wie Russland, Saudi-Arabien und der Iran torpedierten konsequent jeden Fortschritt. Die sogenannte Gruppe der Gleichgesinnten (Like-Minded Group) setzt lediglich auf besseres Abfallmanagement und lehnt verbindliche Regeln zur Produktionsbegrenzung weitgehend ab.

„In seiner anderen Lebenswelt“ – leider Realität

Wie in der Karikatur bleibt nur ungläubiges Staunen über das Verhalten der Blockierer. Ölreiche Staaten wie Saudi-Arabien fürchten wirtschaftliche Einbußen, weil bei einer sinkenden Plastikproduktion auch die Nachfrage nach Öl zurückgehen würde. Kleine Inselstaaten wie Fidschi hingegen könnten profitieren – weniger Plastikmüll an den Stränden würde den Tourismus stärken, so die Politikforscherin Doris Knoblauch im Interview mit der Zeit.

Immer mehr fordern echte Lösungen

Weltweit fordern Umweltorganisationen wie die Ozeanschutzorganisation Ocean.Now!, Wissenschaft und Millionen Menschen ein Ende der Plastikflut. Denn klar ist: Die Plastikproduktion hat sich seit den Siebzigerjahren versiebenfacht und Mikroplastik kennt keine Grenzen. Ohne verbindliche Regeln zahlen am Ende wir alle den Preis – mit unserer Gesundheit, unserem Klima und unserer Umwelt.

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