Wir haben im vergangenen Jahr gezeigt, dass die Pläne der Bundesregierung zum Ausbau fossiler Gasinfrastruktur nicht hinnehmbar sind. Nirgendwo zeigt sich die Unvernunft der Gasstrategie von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) so deutlich wie auf der Nordseeinsel Borkum. Die Internationale Energieagentur forderte bereits 2023 den Stopp neuer fossiler Erschließungen.
Die Fördermengen vor Borkum würden nur knapp ein Prozent des deutschen Bedarfs decken. Gasförderungen und die damit verbundenen zusätzlichen Emissionen verstoßen nicht nur gegen das Pariser Klimaabkommen, sondern auch gegen Deutschlands Klimaschutzverpflichtungen. Die Förderung direkt vor Borkum würde ebenso das Wattenmeer und die Trinkwasserversorgung der Nordseeinsel gefährden. Unser Weltnaturerbe steht auf dem Spiel!
2026 wird das Jahr, in dem wir Borkum retten
Dazu darf es nicht kommen. Damit die Gasbohrungen vor Borkum tatsächlich stattfinden können, müssen sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat verschiedenen Abkommen zustimmen. Wir haben im vergangenen Jahr immer wieder gegen diese Bohrungen protestiert und an die Politik appelliert, Verantwortung zu übernehmen und den Abkommen nicht zuzustimmen. Teilweise mit großem Erfolg! Der Widerstand der Zivilgesellschaft gegen fossile Großprojekte zeigt Wirkung.
Am 19. Dezember 2025 hat der Bundesrat dem Gasbohrprojekt vor Borkum nicht jubelnd zugestimmt, sondern sich in ein taktisches Schweigen gerettet. Das ist der Verdienst vieler Menschen, die gemeinsam mit uns, der Deutschen Umwelthilfe und den Omas for Future Petitionen unterschrieben haben und auf die Straße gegangen sind.
Petition: Keine Gasförderung vor Borkum!

Die Petition von Fridays for Future auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, kann weiter unterzeichnet werden. Schließe Dich über 100.000 Menschen an!
Dieser Teilerfolg beweist, dass die fossile Lobby nicht mehr ungehindert durchregieren kann, wenn wir als breites Bündnis für die Klimaziele und das Weltnaturerbe Wattenmeer einstehen. Doch noch ist das letzte Wort nicht gesprochen. Denn durch die Enthaltung der Länderkammer wurde das Gesetz nicht final blockiert, sondern wandert nun zur endgültigen Entscheidung in den Bundestag.
Jetzt im Frühjahr 2026 steht uns dort die nächste große Konfrontation bevor, wenn die Abgeordneten über das Schicksal des Gasfelds N05-A vor Borkum abstimmen. Wir dürfen nicht zulassen, dass geschützte Steinriffe und das Pariser Abkommen kurzfristigen Profitinteressen geopfert werden.
2026 wird das Jahr, in dem wir mit guter Klimapolitik wieder Wahlen gewinnen
In diesem Jahr werden sechs neue Landesparlamente gewählt. Auch in Berlin! Wir machen klar: Demokratie und Klimaschutz sind untrennbar miteinander verbunden. In der Hauptstadt kämpfen wir gegen einen schwarz-roten Senat, der die Verkehrswende etwa durch den Stopp des Radwegeausbaus systematisch ausbremst und stattdessen Millionen in klimapolitische Dinosaurier wie die Autobahn A100 steckt.
Wir haben die gesellschaftliche Mehrheit, um dieses Rollback zu stoppen. Wenn wir alle zusammenstehen, können wir 2026 zu dem Jahr machen, in dem Berlin nach drei Jahren CDU-Regierung die Kurve kriegt. Wir haben die Chance, eine Zukunft zu gestalten, die menschenwürdig und klimagerecht ist. Doch das geschieht nicht vom Sofa aus, sondern nur durch unsere gemeinsame Zivilcourage im Alltag, auf Demos und an der Wahlurne. Deshalb blicken wir schon jetzt gespannt auf den Wahltermin im September: Lasst uns den Wahlkampf auf die Straßen bringen und zeigen, dass sich ohne Klimaschutz keine Wahl gewinnen lässt.
Lasst es uns 2026 angehen! Für ein Klima für alle, für eine vielfältige Gesellschaft und für ein lebenswertes Berlin.