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4,25 Millionen, 3,5 Millionen, 200.000: Na was denn jetzt? Wie viele Menschen unterstützen Campact – und was bedeutet überhaupt „unterstützen“? Mit solchen Fragen versuchen Kritiker*innen über unsere Kampagnen-Organisation vermeintlich Widersprüchliches „aufzudecken“. Ihr klares Ziel: Campact in einem schlechten Licht dastehen lassen. Doch wer genau liest, findet unsere Angaben transparent aufgelistet.

First things first: Wie arbeitet Campact?

Seit mehr als 20 Jahren bewegt Campact Politik. Dabei engagieren wir uns für eine wehrhafte Demokratie und setzen uns für soziale Gerechtigkeit und eine starke Zivilgesellschaft ein. Unter anderem durch Online-Kampagnen, Demos und öffentlichkeitswirksame Protestaktionen. Wir vernetzen uns bewusst mit anderen Nichtregierungsorganisationen und unterstützen beispielsweise Projekte, die sich gegen Rechtsextremismus stark machen, ganz direkt finanziell. 

Unsere Arbeit passt vor allem rechtsextremen und rechts-konservativen Akteuren – und denen, die wir ganz offen kritisieren – überhaupt nicht. Ein gängiger Vorwurf an uns lautet: Intransparenz. 

Der ist allerdings haltlos. Denn wir setzen uns nicht nur seit Jahren für mehr Transparenz in der Politik ein, sondern berichten auch über unsere eigenen Strukturen und Finanzen seriös und transparent. Dazu veröffentlichen wir jährlich einen Transparenzbericht (den von 2024 gibt es hier als PDF) und erfüllen alle zehn Transparenzpflichten der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. 

Warum sich Verein und Stiftung unterscheiden

Es gibt die Kampagnen-Organisation Campact e.V. (folgend nur Campact genannt) und die gemeinnützige Demokratie-Stiftung Campact. Aber während Campact aktiv Politik bewegt, unbequem bleibt und aneckt, fördert die Demokratie-Stiftung gemeinnützige Projekte, die demokratische Werte voranbringen. 

Beide Körperschaften stehen sich also ideell sehr nahe und verfolgen dieselbe Mission, nämlich die Demokratie zu verteidigen und zu stärken. Dabei sind sie aber finanziell vollkommen eigenständig.

An dieser Stelle ist auch wichtig: Unsere Transparenzberichte werden immer im Spätsommer des Folgejahres veröffentlicht. Denn zuerst muss der Bericht alle Prüfaufgaben des Geschäftsjahresabschlusses und die Wirtschaftsprüfung erfolgreich durchlaufen. Erst dann veröffentlichen wir den Bericht. 

Worin unterscheiden sich Unterstützer*innen, Spender*innen und Förder*innen?

Ein weiterer Vorwurf lautet, im Netz seien über Campact die unterschiedlichsten Zahlen zu finden. Das stimmt teilweise, hat aber einfache Gründe. 

Beispielsweise bezüglich unserer Unterstützer*innen: Die Organisation wächst streckenweise einfach wahnsinnig schnell; etwa nach einem aktuellen politischen Ereignis, das viele Menschen mobilisiert. Natürlich versuchen wir, die Infos im Netz entsprechend zu aktualisieren – das funktioniert aber nicht immer und überall gleich schnell.

Unterstützer*innen: Vom Postfach auf die Straße 

In konkreten Zahlen: 2024 hatte Campact noch 3,5 Millionen Unterstützer*innen. Aktuell sind es 4,25 Millionen. Sie unterzeichnen Appelle, starten auf der Plattform WeAct eigene Petitionen, abonnieren unseren Newsletter, der dann regelmäßig in ihre Mail-Postfächer flattert und kommen zu Aktionen, die wir im ganzen Land organisieren. 

Mit der Unterstützung dieser Menschen lässt sich Großes leisten. Beispielsweise protestierten wir im September 2025 mit einem riesigen trojanischen Pferd vor dem Kanzleramt gegen die Überwachungssoftware Palantir. Erst kürzlich, im Februar 2026, platzierten wir unter anderem ein 20 Meter langes Windkraftrotorblatt vor dem Wirtschaftsministerium, um gegen das geplante „Netzpaket“ von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu protestieren. Weitere Erfolge findest Du hier. Das alles fasst sehr gut zusammen, was wir als Unterstützer*innen verstehen. 

Einmalig spenden, regelmäßig fördern

Campact bekommt weder Geld von Parteien oder Konzernen, noch direkt oder indirekt finanzielle Unterstützung vom Staat. Unsere Arbeit finanziert sich vollständig durch einmalige Spenden und langfristige Förderungen. Das ist die größte Stärke von Campact – die Kraft der Vielen. Dadurch bleiben wir unabhängig und können an den richtigen Stellen unbequem sein. Wir nennen das: Schwarmfinanzierung.

In 2024 entschieden sich von 3,5 Millionen Unterstützer*innen 257.255 Menschen an Campact zu spenden. Was bedeutet das genau? Als Spender*innen bezeichnen wir diejenigen, die Campact einmalig – also zu einem bestimmten Appell oder Spendenaufruf – mit einem finanziellen Beitrag unterstützt haben. Das sind meistens keine großen Beträge. In 2024 entschieden sich Spender*innen am häufigsten dafür, 10 Euro zu geben. 

Menschen, die uns regelmäßig mit einem Geldbetrag unter die Arme greifen, nennen wir Förder*innen. 2024 waren das 127.688 Menschen. Der durchschnittliche Förderbetrag lag bei rund 10,50 Euro monatlich. Genauere Informationen zu unserer Finanzierung findest Du hier. 

“Aus dem Ausland finanziert”

In 2022 erhielt die Demokratie-Stiftung eine einmalige Großspende über 300.000 Euro von der Open Society Foundation. Diese Gelder setzte die Demokratie-Stiftung für Demokratieprojekte ein, insbesondere um Hate-Speech zu bekämpfen. 

Rechte Akteure streuen in solchen Momenten gerne das Gerücht, wir seien „aus dem Ausland“ finanziert. Der Vorwurf, wir seien fremdgesteuert, bedient ein klares Narrativ aus der rechten Ecke – mehr nicht. 

Denn über 99 Prozent unserer Spenden und Förderungen kommen aus Deutschland, von hunderttausenden engagierten Menschen, die Politik verändern wollen. 

Wen wir mit Spenden unterstützen

2024 nahm der Verein Campact 24,63 Millionen Euro ein. Das ist kein Geheimnis, sondern im Transparenzbericht (2024) einfach nachzulesen. Davon gingen insgesamt 1.481.299 Euro an andere Körperschaften, beispielsweise Vereine, die sich für den Kampf gegen Rechtsextremismus einsetzen. Was wir sonst noch mit dem Geld angestellt haben, kannst Du hier nachlesen.

Von all den Spenden, die Campact e.V. in 2024 bekam, waren übrigens 30,3 Prozent zweckgebundene Spenden. Das sind 7,46 Millionen Euro, bei denen die Spender*innen vorab entschieden haben, wofür wir das Geld einsetzen dürfen. Die Stiftung erhielt 0,77 Millionen Euro an zweckgebundenen Spenden. 

Und was passiert, wenn es zu viele zweckgebundene Spenden für ein Projekt gibt? Sollte eine Kampagne die Spenden nicht gänzlich ausschöpfen, leitet Campact den Überschuss weiter. Und zwar an Organisationen, die zum selben Thema arbeiten. So unterstützen wir langfristig gemeinsame Ziele.


Lies hier mehr Details dazu, wie Campact e.V. und die Demokratie-Stiftung Campact sich finanzieren und wofür sie die Gelder verwenden:

► Hier findest Du alle Informationen zum Transparenzbericht.

► Hier findest Du alle Informationen zu unseren Finanzen.

Autor*innen

Appelle, Aktionen, Erfolge und weitere Themen aus dem Campact-Kosmos: Darüber schreibt das Campact-Team. Alle Beiträge

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